Insolvenzverfahren und geplanter Verkauf: Turbulenzen um das Traditionshotel Bösehof

| Hotellerie Hotellerie

Das Amtsgericht Cuxhaven hat für die Bösehof Hotel-Betriebs GmbH im niedersächsischen Bad Bederkesa ein vorläufiges Insolvenzverfahren angeordnet. Während der operative Betrieb des  Romantik Hotel Bösehof in Schieflage geraten ist, steht die dazugehörige Immobilie bereits seit Ende des vergangenen Jahres unabhängig davon zum Verkauf. Von der Insolvenz der Betriebsgesellschaft sind 70 Mitarbeiter betroffen.

Fortführung des Betriebs und Sicherung der Löhne

Trotz des laufenden Verfahrens läuft der Hotelbetrieb derzeit ohne Einschränkungen weiter. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Hamburger Rechtsanwalt Thilo Streck bestellt. Er bestätigte, dass die Gehälter der Angestellten während des Eröffnungsverfahrens durch das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit abgesichert sind. Mit dem offiziellen Beginn des Verfahrens im April soll die Betriebsgesellschaft die Lohnzahlungen wieder selbst übernehmen, pünktlich zum Start der neuen Urlaubssaison.

Ursachen für die wirtschaftliche Schieflage der Betriebsgesellschaft

Die Gründe für den Insolvenzantrag der Betriebsgesellschaft liegen in einer Kombination aus gestiegenen Kosten für Energie und Personal sowie der Rückforderung von Corona-Hilfen in Höhe von über 200.000 Euro. Zudem belasteten eine Baustelle im Jahr 2024 und die damit verbundenen Umsatzeinbußen von rund 100.000 Euro die Liquidität des Unternehmens.

Immobilie steht parallel zum Verkauf

Unabhängig von den Schwierigkeiten der Betriebsgesellschaft sucht der Eigentümer der Hotelimmobilie bereits seit November 2025 nach einem Käufer. Mit der Vermarktung des Hauses wurde der spezialisierte Berater Christie & Co beauftragt. Das im Midscale-Segment angesiedelte Hotel umfasst 52 Zimmer sowie einen großzügigen Wellnessbereich und ein Restaurant.

Für potenzielle Investoren bietet das Objekt zusätzliche Einnahmequellen durch eine Photovoltaikanlage und installierte Antennentechnik. Zudem besteht ein Erweiterungspotenzial durch die mögliche Umwandlung eines Lagergebäudes in bis zu 15 zusätzliche Doppelzimmer. Das Haus ist Mitglied der Kooperation Romantik Hotels & Restaurants, was laut den Vermarktern für eine starke Markenpräsenz im Freizeitbereich sorgt.

Perspektiven für Standort und Belegschaft

Die Sanierung des Betriebs hängt nun maßgeblich von einer erfolgreichen Urlaubssaison und einer möglichen Optimierung der internen Strukturen ab. Da die Immobilie selbst aktiv am Markt angeboten wird, könnte ein neuer Eigentümer langfristig für zusätzliche Stabilität am traditionsreichen Standort sorgen, der bereits seit rund 200 Jahren besteht.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die MHP Hotel AG plant die Eröffnung eines neuen Hotels der Autograph Collection in Düsseldorf. Das neue Hotel soll bis zum Jahr 2029 in einem historischen Gebäudeensemble an der Kasernenstraße nahe der Königsallee realisiert werden.

Ein Jahr nach dem Markteintritt in der Schweiz zieht das Mama Shelter Zurich eine erste Bilanz. Gefeiert wird das Jubiläum veranstaltet am 1. August mit einem Brunch und einer Abendveranstaltung auf der Dachterrasse.

Swissôtel hat den Modedesigner Peet Dullaert als ersten Preisträger des New Crafts Awards bekannt gegeben. Die neue Auszeichnung entsteht aus einer Partnerschaft zwischen Accor und der Fédération de la Haute Couture et de la Mode.

Im Investorenprozess der insolventen Revo Hospitality Group nennen die Sanierer erstmals mehrere Unternehmen, die Hotels aus dem Portfolio übernehmen sollen. Neben bereits bekannten Transaktionen werden unter anderem Prism, Israel Canada Hotels, Leonardo Hotels und B&B Hotels genannt. Ein weiterer Investor bleibt vorerst ungenannt.

Accor plant einen deutlichen Ausbau seines Hotelgeschäfts in China. Der Konzern will die Zahl seiner Häuser in den kommenden fünf bis sechs Jahren auf 1.600 erhöhen und setzt dabei auf neue Luxusprojekte sowie den Ausbau bestehender Partnerschaften.

Der deutsche Hotelinvestmentmarkt hat im ersten Halbjahr 2026 nach Angaben von Colliers ein Transaktionsvolumen von rund 625 Millionen Euro erreicht. Investoren richten ihren Blick dabei zunehmend auf die Qualität der Betreiber und die Ausgestaltung der Vertragsstrukturen.

Townscape hat die Baugenehmigung für ein Serviced-Apartment-Projekt in Berlin-Kreuzberg erhalten. Die numa group steht bereits als Mieter fest. Geplant sind 114 Serviced Apartments sowie Gewerbe- und Co-Working-Flächen. Die Fertigstellung ist für das dritte Quartal 2027 vorgesehen.

Die geplante Übernahme der britisch-niederländischen Hotelgruppe PPHE Hotel Group durch die israelische Fattal Hotel Group ist gescheitert. Grund ist der Widerstand des größten PPHE-Aktionärs Euro Plaza Holdings. Das teilte PPHE im Rahmen seines laufenden strategischen Prüfprozesses mit.

Die Hotelmarke Ruby expandiert mit der Eröffnung des Ruby Frida nach Stockholm. Das neue Haus im Stadtteil Kungsholmen setzt auf ein von den 1960er Jahren inspiriertes Designkonzept.

Deutschlands Beherbergungsbetriebe haben im Mai 2026 insgesamt 49,2 Millionen Übernachtungen verbucht. Der Zuwachs von 3,8 Prozent wurde von Gästen aus dem Inland getragen, während die Auslandsnachfrage leicht zurückging.