Investoren achten bei Hotelkäufen stärker auf Betreiberqualität

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Der deutsche Hotelinvestmentmarkt hat im ersten Halbjahr 2026 ein Transaktionsvolumen von rund 625 Millionen Euro erreicht. Das geht aus einer Marktanalyse des Immobilienberatungsunternehmens Colliers hervor. Trotz geopolitischer Unsicherheiten und eines anspruchsvollen Finanzierungsumfelds habe sich der Markt nach Angaben des Unternehmens widerstandsfähig gezeigt.

Stabile Reisetätigkeit sorgt für anhaltende Nachfrage im Hotelmarkt

Nach Darstellung von Colliers profitiere die Hotellerie weiterhin von einer stabilen Nachfrage im Geschäfts- und Freizeitreiseverkehr. Vor allem Geschäftsreisen, Messe- und Kongressveranstaltungen sowie der Inlandstourismus hätten im ersten Halbjahr zu konstanten Auslastungskennziffern beigetragen. Auch etablierte Freizeitdestinationen hätten eine stabile Übernachtungsnachfrage verzeichnet.

Als weitere Nachfragefaktoren nennt das Unternehmen kürzere, aber häufigere Reisen, die Verbindung von Geschäfts- und Freizeitreisen sowie die steigende Nachfrage nach flexiblen Übernachtungskonzepten. Davon würden zunehmend auch Hotelprojekte außerhalb der klassischen Metropolregionen profitieren.

Betreiberqualität rückt bei Investoren stärker in den Mittelpunkt

Laut Colliers achten institutionelle Investoren bei Hoteltransaktionen zunehmend auf die operative Leistungsfähigkeit der Betreiber. Kriterien wie Bonität, Kostenstrukturen, Skalierbarkeit des Geschäftsmodells sowie die Ausgestaltung von Pacht- und Managementverträgen bestimmten immer häufiger die Risikobewertung und Preisfindung. Betreiber mit starken Marken und digitalisierten Prozessen würden von dieser Entwicklung profitieren.

Parallel dazu setze sich die Konsolidierung im Betreiberumfeld fort. Plattformen mit skalierbaren Marken sowie Hotelunternehmen mit Technologie- und Kostenkompetenz bauten ihre Marktposition aus. Gleichzeitig entstünden durch Betreiberwechsel, Restrukturierungen und auslaufende Vertragsverhältnisse neue Möglichkeiten für Marktteilnehmer. Als Beispiele nennt Colliers unter anderem Brown Hotels und Prism. Zudem gewännen Plattform- und Gemeinschaftsmodelle zwischen Investoren und Betreibern an Bedeutung.

Serviced Apartments und Großtransaktionen prägen das erste Halbjahr

Zu den dynamischen Marktsegmenten zählten nach Angaben von Colliers weiterhin Serviced Apartments. Die zunehmende berufliche Mobilität, die Zuwanderung internationaler Fachkräfte sowie der anhaltende Wohnraummangel stärkten die Nachfrage nach temporären Wohnformen und damit auch das Interesse von Investoren.

Als bedeutendste Portfoliotransaktion des ersten Halbjahres nennt das Unternehmen den Verkauf eines Penta-Hotel-Portfolios im Wert von mehr als 100 Millionen Euro. Aufmerksamkeit hätten außerdem die Verkäufe des Luxusresorts Der Öschberghof sowie des BMW Boarding House in München erhalten. Nach Einschätzung von Colliers spielten dabei weniger die jeweilige Nutzungsart als vielmehr die Qualität des Objekts, die Betreiberstruktur und die jeweilige Investitionsstrategie eine Rolle.

Die jüngste Anpassung der EZB-Leitzinsen habe nach Darstellung des Unternehmens zudem die Finanzierungskosten und die langfristige Tragfähigkeit von Pachtverträgen wieder stärker in den Fokus der Investoren gerückt. Gleichzeitig wachse das Interesse internationaler Anleger am deutschen Hotelmarkt. Andreas Ewald, Head of Hotel Germany und Co-Head EMEA Hospitality Group bei Colliers, erklärt: „Wir beobachten derzeit ein steigendes Interesse internationaler Investoren an Deutschland und Europa. Im Fokus stehen dabei nicht nur Einzelobjekte, sondern zunehmend Plattformen, Betreiberstrukturen und vertikal integrierte Investments, die Skalierung und operative Wertschöpfung ermöglichen.“

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