Kasseler Stadtverordnete beschließen Übernachtungssteuer

| Hotellerie Hotellerie

Die umstrittene Übernachtungssteuer in Kassel ist beschlossene Sache. Die Stadtverordnetenversammlung habe in ihrer Sitzung am Abend mehrheitlich die Einführung einer Übernachtungssteuer in Kassel beschlossen, teilte ein Sprecher der Stadt der Deutschen Presse-Agentur mit.

Die Diskussion über die Abgabe läuft nach Angaben der Stadt bereits seit Jahren. Sie soll der Finanzierung der touristischen und kulturellen Infrastruktur dienen, wie die Stadt Kassel erklärt hatte, die sich davon Einnahmen in Höhe von rund drei Millionen Euro jährlich verspricht.

Abgabe ab 1. Juli 2025 

Bei Übernachtungen in Kasseler Betrieben - egal ob Hotels, Pensionen, gewerbliche oder private Anbieter - fallen pro Zimmer und Nacht ab 1. Juli dieses Jahres fünf Prozent des Netto-Übernachtungspreises als Abgabe an. An die Stadt zu entrichten ist der Betrag von den Anbietern. Ursprünglich war ein Betrag von drei Euro pro Kopf und Übernachtung vorgesehen gewesen. Auch das ursprünglich geplante Startdatum 1. April war geändert worden - laut Stadt, um den Betrieben frühere Rechtssicherheit und mehr Vorbereitungszeit zu geben. 

Von der Abgabe ausgenommen sind Übernachtungen in Jugendherbergen sowie bei Klassenfahrten und Gruppenreisen von Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahren. 

Kritik von Branchen- und Wirtschaftsverbänden 

Wirtschafts- und Branchenverbänden hatten die Abgabe kritisiert. Sie bringe nicht nur finanzielle Mehrbelastungen für die Gäste mit sich, sondern verursache auch erheblichen administrativen Aufwand, hatte Oliver Kasties, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Hotel- und Gastronomieverbands Dehoga Hessen moniert. (Tageskarte berichtete) Die Hotelbetriebe müssten ihre Abrechnungssysteme anpassen, bestehende Beherbergungsverträge überarbeiten und seien ohnehin schon durch Bürokratiekosten belastet. 

Auch die örtliche Industrie- und Handelskammer sieht die Übernachtungssteuer kritisch und fürchtet sinkende Buchungszahlen sowie negative Folgen für Gastronomie, Handel und das Taxigewerbe. Auch Offenbach hatte eine Abgabe beschlossen, in Darmstadt wird bereits seit dem 1. Januar 2023 für jede Übernachtung in einem Beherbergungsbetrieb eine Steuer in Höhe von zwei Prozent der Netto-Kosten erhoben. (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

BWH Hotels Central Europe erweitert sein Portfolio in Wilhelmshaven. Das bisherige SleepBEEONE gehört künftig zur Sure Hotel Collection by Best Western und wird schrittweise modernisiert. Das Haus trägt zukünftig den Namen Wilhelmshaven Ahoi – Sure Hotel Collection by Best Western.

IHG Hotels und Resorts expandiert in Spanien durch den Bau von drei neuen Holiday Inn Express-Hotels. Das Projekt erfolgt in Kooperation mit Tikehau Capital und umfasst insgesamt 653 Zimmer.

Die Meininger Hotels verzeichneten im Geschäftsjahr 2026 ein stabiles Umsatzwachstum von über 200 Millionen Euro. Mit geplanten Neueröffnungen und Investitionen in die digitale Infrastruktur strebt das Unternehmen bis 2030 den Ausbau auf 50 Standorte an.

Das Seehotel Niedernberg – Das Dorf am See hat sein Wellnessangebot erweitert und das neue Miranu Spa samt dem Spa Bistro Aikoi in Betrieb genommen. Für die Realisierung wurden acht Zimmer in sechs Behandlungsräume umgewandelt.

IHG Hotels und Resorts kehrt mit der Marke Crowne Plaza auf den österreichischen Markt zurück. Die Fertigstellung und Eröffnung des Hauses ist für das dritte Quartal 2026 geplant.

Der Vermögensverwalter PGIM erwartet für Europas Hotelmärkte trotz geopolitischer Risiken weiteres Umsatzwachstum. Als Gründe nennt das Unternehmen unter anderem eine stabile Inlandsnachfrage, hohe Auslastungen und ein begrenztes Angebot neuer Hotels.

Die Wiedereröffnung des Kölner Dom-Hotels verschiebt sich erneut. Nach Angaben des Eigentümers soll das traditionsreiche Luxushotel erst 2027 den Betrieb aufnehmen, wie der WDR berichtet.

Das Schweizer Bundesgericht hat der Stadt Zürich grünes Licht für eine strengere Regulierung von Kurzzeitvermietungen gegeben. Wohnungen, die kommerziell genutzt werden, zählen künftig nicht mehr zum Wohnanteil.

Accor und die GCH Hotel Group setzen ihre Expansionsstrategie in Deutschland fort und erweitern ihr gemeinsames Portfolio um drei weitere Hotelstandorte. Die neuen Projekte der Marken Greet und Handwritten Collection umfassen insgesamt rund 200 Zimmer.

Das Dorint Hotel Bonn hat eine umfassende Modernisierung abgeschlossen. Nach Unternehmensangaben wurden rund zehn Millionen Euro in Zimmer, Apartments, öffentliche Bereiche und den Konferenzbereich investiert.