KI plant die Reise, das Hotel wählen viele selbst

| Hotellerie Hotellerie

Künstliche Intelligenz soll nach Einschätzung von Accenture künftig einen größeren Teil der Reiseplanung übernehmen. Während viele Verbraucher einem KI-Agenten bereits die Zusammenstellung einer kompletten Reise anvertrauen würden, wollen sie die Auswahl des Hotels häufig weiterhin selbst treffen. Das geht aus der Studie „Consumer Pulse Research 2026“ hervor, für die 25.590 Verbraucher in 16 Ländern befragt wurden.

Studie zeigt unterschiedliche Bereitschaft zur Delegation von Reiseentscheidungen

Accenture berichtet, dass 85 Prozent der Befragten grundsätzlich offen für die Zusammenarbeit mit einem KI-Agenten seien. 74 Prozent würden einen solchen Agenten mit konkreten Aufgaben beauftragen, etwa der Suche nach Angeboten oder der Abwicklung von Reklamationen. 32 Prozent seien bereit, einem KI-Agenten innerhalb vorgegebener Grenzen die Kaufentscheidung zu überlassen, während neun Prozent auch einen vollständig autonomen Kauf zulassen würden.

Nach Angaben von Accenture hängt die Bereitschaft zur Delegation jedoch stark von der jeweiligen Produktkategorie ab. Wiederkehrende Dienstleistungen wie Versicherungen oder Telekommunikation erzielten die höchste Zustimmung. Reisen mit Hotels und Flügen belegten dagegen über alle Delegationsstufen hinweg den letzten Platz. Bei vollständig autonomen Kaufentscheidungen zeigten sich lediglich sieben Prozent der Befragten offen dafür.

Verbraucher wollen Hotelzimmer häufig weiterhin selbst auswählen

In den qualitativen Interviews der Studie wird deutlich, weshalb Reisen eine Sonderrolle einnehmen. Ein Teilnehmer aus Hongkong erklärte: „Ich würde mich wohlfühlen, wenn der KI-Agent normale Einkäufe übernimmt, etwa Waschmittel, Reis oder Reinigungsmittel. Aber Urlaube sind etwas völlig anderes. Es ist in Ordnung, wenn der Agent Flugtickets oder Eintrittskarten bucht. Aber wenn es darum geht, ein Hotelzimmer auszuwählen, möchte ich selbst entscheiden. Die kleinen Details sind wichtig – die Aussicht, die Lage und das Gefühl des Zimmers. Diese Entscheidungen möchte ich selbst treffen.“

Die Studie verweist darauf, dass Verbraucher Aufgaben abgeben, die sie als routinemäßig empfinden, Entscheidungen mit persönlicher Bedeutung jedoch häufiger selbst treffen möchten. Hotels gehörten demnach zu den Bereichen, bei denen individuelle Präferenzen eine größere Rolle spielten als etwa bei wiederkehrenden Einkäufen.

Mehrheit wünscht sich KI für die komplette Reiseplanung

Gleichzeitig zeigt die Untersuchung eine hohe Offenheit gegenüber KI bei der Organisation von Reisen. 71 Prozent der Befragten gaben an, sie wünschten sich einen KI-Agenten, der eine komplette Reise über Fluggesellschaften, Hotels und Aktivitäten hinweg plane und buche. Zudem erklärten 71 Prozent, dass generative KI ihre Kaufentscheidungen innerhalb der kommenden zwölf Monate bei mindestens der Hälfte ihrer Ausgaben beeinflussen werde.

Accenture verweist darauf, dass sich dadurch der Zeitpunkt verschiebe, an dem Marken und Anbieter wahrgenommen würden. Wenn KI-Agenten Angebote vergleichen und eine Vorauswahl treffen, müssten Unternehmen ihre Inhalte so bereitstellen, dass sie von den Systemen verarbeitet und bewertet werden könnten.

Als Beispiel nennt die Studie den Hotelbetreiber Ascott, der seine digitale Infrastruktur und Vertriebsprozesse so ausrichte, dass Hotelangebote für KI-Systeme maschinenlesbar verfügbar seien und Entscheidungen früher im Buchungsprozess beeinflusst werden könnten.

Bei der Erstellung dieses Artikels kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die Inhalte wurden redaktionell überprüft. Feedback nehmen wir gerne unter news@tageskarte.io entgegen.


Zurück

Vielleicht auch interessant

Das Wilmina, das Hotel Schani City, das Biohotel Bühelwirt und Franz-Josef Perauer haben die Independent Hotel Show Munich Awards 2026 gewonnen. Die Auszeichnungen wurden am 16. September im MOC München verliehen.

Leonardo Hotels Central Europe übernimmt vier ehemalige Revo-Häuser in Berlin, Düsseldorf und Dortmund. Die Hotels verfügen zusammen über 1.040 Zimmer.

BWH Hotels Central Europe erweitert das Portfolio in der Rhein-Main-Region um das Main Plaza Suite Hotel in Frankfurt am Main. Das von Michael Schramm geführte Haus im Stadtteil Sachsenhausen wechselt in die WorldHotels Elite Collection.

Das Rosewood Hong Kong steht im weltweiten Ranking 50 Best Hotels auf dem ersten Platz. Die vierte Ausgabe des Branchenrankings wurde in Paris im Rahmen einer Live-Zeremonie vorgestellt. Aus Deutschland schaffte es kein Hotel auf die Liste.

nhow Hotels & Resorts bietet im nhow Frankfurt sechs Gaming Rooms und zwei mobile Gaming Suitcases an. Für 2027 kündigt Minor Hotels weitere Gaming Rooms in Belgien und den Niederlanden an.

Das Biohotel Eggensberger am Hopfensee bleibt bis voraussichtlich Ende März 2027 geschlossen. Bei dem nach Angaben der Allgäuer Zeitung millionenschweren Umbau sollen unter anderem ein Zwischenbau, zusätzliche Zimmer und neue Wellness-Einrichtungen entstehen.

Bis Anfang Oktober sollen nach Angaben der Sanierungsgeschäftsführer 154 der 178 insolventen Revo-Hotels an neue Betreiber übergeben werden. 15 Häuser seien geschlossen worden, für neun weitere würden noch neue Betreiber gesucht.

Das Europäische Unterkunftsbarometer 2026 von Booking.com weist für deutsche Beherbergungsbetriebe zurückhaltendere Einschätzungen als im europäischen Durchschnitt aus. Unterschiede zeigen sich bei Auslastung, Tagessätzen und Cybersicherheit.

Auf Booking Holdings entfielen 2025 insgesamt 70,5 Prozent der deutschen OTA-Buchungen. Die HOTREC-Distributionsstudie zeigt zudem Unterschiede zwischen Individual- und Kettenhotels sowie abweichende Stornoquoten der Vertriebskanäle.

Einer der größten Insolvenzfälle der europäischen Hotellerie steht vor dem Abschluss: Bis Anfang Oktober übernehmen fünf internationale Hotelgruppen sowie weitere Investoren 154 insolvente Hotels der Revo Hospitality Group und sichern damit den Großteil der Arbeitsplätze.