KI sorgt für mehr Sichtbarkeit – Nutzer bleiben für Booking Holdings bislang überschaubar

| Hotellerie Hotellerie

Booking Holdings sieht seine Marken nach eigenen Angaben zunehmend in Antworten von Large Language Models (LLMs) vertreten. Nach Angaben von Finanzchef Ewout Steenbergen liege der aus Large Language Models stammende Verkehr derzeit deutlich unter einem Prozent der gesamten Room Nights des Unternehmens. Im Analystengespräch zu den Quartalszahlen erklärte Steenbergen zudem, an dieser Größenordnung habe sich in den vergangenen Monaten und Quartalen keine wesentliche Veränderung ergeben.

Steenbergen betonte zugleich, daraus lasse sich keine Aussage über die künftige Entwicklung ableiten. Derzeit spiele dieser Verkehr für das Unternehmen noch keine wesentliche Rolle, könne sich langfristig jedoch anders entwickeln.

Externe Daten deuten auf hohe Sichtbarkeit der Marken in KI-Systemen hin

Nach Angaben von CEO Glenn Fogel deuteten Daten externer Anbieter darauf hin, dass die Marken von Booking Holdings in Antworten von Large Language Models häufig erscheinen. Gleichzeitig verwies Fogel darauf, dass sich diese Sichtbarkeit bislang nicht in entsprechendem Referral-Verkehr niederschlage. Fogel erklärte, das Unternehmen hoffe, dass Nutzer die Marken aus den Antworten der KI-Systeme in Erinnerung behielten und bei einer späteren Buchung daran dächten.

Finanzchef Ewout Steenbergen bestätigte im Analystengespräch außerdem, dass Booking Holdings nach eigenen Angaben zur Testgruppe eines CPC-Werbemodells von OpenAI gehört. Nach seinen Angaben bewertet das Unternehmen die Teilnahme positiv, da sie zur Diversifizierung der bezahlten Kanäle beitrage. Weitere Einzelheiten zum Test nannte Booking Holdings nicht.

Fogel verwies zudem auf die Zusammenarbeit mit Google. Nach seinen Angaben gehöre Booking Holdings zu den ersten Partnern für Googles agentische Checkout-Funktionen. Das Unternehmen arbeite dabei eng mit Google zusammen.

In diesem Zusammenhang verwies Fogel auf mehrere KI-Anwendungen des Konzerns. Dazu zählen die Weiterentwicklung des KI-Assistenten Penny von Priceline, eine neue KI-gestützte Discovery Experience bei Booking.com sowie die Einführung einer neuen Gallery View bei Agoda.

Booking baut KI-Anwendungen für Reisende und Hotelpartner weiter aus

Bereits in den vorbereiteten Ausführungen zum Quartal erläuterte Booking Holdings weitere KI-Anwendungen. Nach Angaben des Unternehmens kombiniere die neue Discovery Experience auf Booking.com unter anderem Flugpreise, Bewertungen, Reisehinweise und KI-generierte Empfehlungen, um Reisende bereits in der Inspirationsphase einer Reise zu unterstützen.

Nach Angaben des Unternehmens hätten erste Tests von Pennys integrierter Hotel-Checkout-Funktion gezeigt, dass die Zusammenführung weiterer Schritte des Buchungsprozesses in einem durchgängigen Ablauf das Potenzial habe, sowohl die Interaktion der Reisenden als auch die Geschäftsergebnisse zu verbessern.

Darüber hinaus investiere Booking Holdings nach eigenen Angaben in KI-gestützte Werkzeuge für Hotelpartner. Diese sollen Partner dabei unterstützen, Gästeanfragen schneller und konsistenter zu beantworten, Inhalte ihrer Unterkünfte zu verbessern und Arbeitsabläufe effizienter zu gestalten.

Booking setzt künstliche Intelligenz auch in internen Bereichen ein

Neben neuen Anwendungen für Reisende setzt Booking Holdings künstliche Intelligenz nach eigenen Angaben auch intern ein. Die Kosten im Kundenservice pro Buchung sinken demnach weiterhin mit einer zweistelligen Rate. Voice AI werde inzwischen für den Großteil der geeigneten eingehenden Anrufe von Reisenden eingesetzt. Darüber hinaus beschleunige künstliche Intelligenz die Softwareentwicklung und erhöhe die Produktivität der Entwickler.

Im Analystengespräch erklärte Glenn Fogel, künstliche Intelligenz komme unter anderem in den Bereichen Softwareentwicklung, Kundenservice, Finanzen und Unternehmenskommunikation zum Einsatz. Ewout Steenbergen ergänzte, Booking messe den wirtschaftlichen Nutzen seiner KI-Anwendungen fortlaufend. Je nach Anwendungsfall setze das Unternehmen unterschiedliche Modelle ein und berücksichtige dabei auch die jeweiligen Kosten. Nach seinen Angaben erzielten die KI-Anwendungen bereits einen positiven wirtschaftlichen Nutzen.

Booking berichtet über stabilen B2C Direct Mix trotz anhaltendem SEO-Druck

Im Zusammenhang mit der Entwicklung generativer KI ging Steenbergen auch auf Veränderungen im Suchmaschinenverkehr ein. Nach seinen Angaben blieb der B2C Direct Mix in den vergangenen vier Quartalen im mittleren 60-Prozent-Bereich stabil, während die Zahl der direkt gebuchten Room Nights weiter zunahm. Gleichzeitig verwies er auf den anhaltenden Druck auf SEO im Consumer Internet. SEO stelle nach Angaben des Unternehmens einen kleinen Bestandteil der gesamten Room Nights dar.

Bei der Erstellung dieses Artikels kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die Inhalte wurden redaktionell überprüft. Feedback nehmen wir gerne unter news@tageskarte.io entgegen.


Zurück

Vielleicht auch interessant

Marriott richtet seinen Hotelvertrieb stärker auf KI-Plattformen aus. Konzernchef Anthony Capuano erwartet den größten Einfluss von KI auf die Hotellerie in der Distribution und erläutert die Zusammenarbeit mit Google und OpenAI.

Ein Grandhotel ist auch ein Mikrokosmos: Es verbindet Landschaft, Handwerk, Gastlichkeit und die Frage, wie all das eine Zukunft haben kann. Mit einer Podcastserie will das Hotel du Cap-Eden-Roc nun die Menschen ins Zentrum rücken, die daran jeden Tag arbeiten.

Die Ruby Group realisiert gemeinsam mit Union Investment ihr erstes Hotel in Helsinki im historischen Professor House. Die Eröffnung des Hauses mit 84 Zimmern ist für das erste Quartal 2028 geplant.

Das Gericht der Europäischen Union hat das Verbot der Etraveli-Übernahme durch Booking bestätigt. Booking konnte im Verfahren auch die Feststellung der Kommission einer dominanten Stellung auf dem Hotel-OTA-Markt nicht entkräften. Der Hotelverband sieht darin Rückenwind für die separate Schadenersatzklage europäischer Hotels.

Booking darf den Wettbewerber eTraveli auch nach einem Urteil des EU-Gerichts nicht übernehmen. Die Richterinnen und Richter in Luxemburg bestätigten eine entsprechende Entscheidung der EU-Kommission von 2023.

Google baut seine Hotelsuche in Europa um – und ausgerechnet Booking.com, Expedia und andere Vermittler könnten dadurch prominenter werden. Google warnt vor Nachteilen für lokale Unternehmen, während frühere Tests bereits deutliche Traffic-Verluste bei Hotels gezeigt hatten.

Hotelgäste lassen sich Essen längst ins Hotel liefern. Mehrere Hotelunternehmen binden Lieferdienste inzwischen gezielt in ihre Angebote ein: tent Hotels schafft eigene Bereiche für Lieferessen, Wyndham und Hilton arbeiten mit Grubhub, Marriott mit Uber – und Accor plant eine Uber-Partnerschaft auch in Deutschland.

Der Hotelverband Deutschland veröffentlicht die zweite Staffel seines Podcasts Zukunft Hotel mit zehn neuen Episoden und beleuchtet zum Auftakt aktuelle Fragen zu Betreiberverträgen und Hotelimmobilien.

Die Motel One Group hat ein neues Hotel mit 177 Zimmern in der Koblenzer Innenstadt eröffnet. Das Innenraumkonzept des Hauses greift den Zusammenfluss von Rhein und Mosel auf.

Auf dem ehemaligen Knorr-Bremse-Areal in München-Milbertshofen soll ein neues Quartier entstehen. Teil der Planung ist ein 88 Meter hohes Hochhaus mit Hotel und Skybar.