Marktreport Serviced Apartments 2019: Trendsegment wächst bis 2021 um 60 Prozent

| Hotellerie Hotellerie

Das Marktsegment der Serviced Apartments wird bis 2021 um weitere rund 17.000 Einheiten in Deutschland wachsen. Diese Steigerung um 60 Prozent prognostiziert der „Marktreport Serviced Apartments 2019“, der jetzt veröffentlicht wurde.

 „Die Zukunft, die sich in unseren Projekttabellen seit ca. 2016 angekündigt hat, ist da. Die größte Wachstumsphase mit Neueröffnungen im gefühlten Wochentakt ist angebrochen“, konstatiert Anett Gregorius, Gründerin und Inhaberin von Apartmentservice und ergänzt: „Im Rahmen unseres neuen Marktreports Serviced Apartments 2019 zählen wir bis 2021 weitere rund 17.000 Einheiten – ein Wachstum von 60 Prozent.“ Erstmals wurden hierbei nur gewerbliche Serviced Apartments berücksichtigt, die im Minimum über eine Kochgelegenheit verfügen. Stringent zur neuen „Charta des Temporären Wohnens“ sind damit alle Daten im Marktreport um wohnwirtschaftliche Produkte bereinigt. „Wir spiegeln damit das Segment und seine Ausdifferenzierungen noch realistischer wider“, erklärt Anett Gregorius den Schritt. „Zugleich wird die Rasanz des Wachstums deutlicher. Die prognostizierten 100.000 Einheiten bis 2030 könnten bereits früher erreicht werden.“ Derzeit zählt der Serviced-Apartment-Markt rund 28.500 Einheiten in ca. 540 Häusern, die mindestens 15 Einheiten in einem Gebäude bieten (Stand April 2019). Die durchschnittliche Auslastung lag 2018 erstmals bei 80 Prozent – bei einer erneut gewachsenen, positiven Stimmung unter den Betreibern: 89 Prozent schätzen die Marktentwicklung, laut der Betreiberumfrage von Apartmentservice, als „positiv“ oder „sehr positiv“ ein (Vorjahr: 84 Prozent). Der Marktreport gilt mit seinem Datenmaterial und seinen Analysen als eine der komplettesten und aussagekräftigsten Übersichten über das junge Segment in Deutschland und erscheint 2019 zum neunten Mal. Erstmals blickt Apartmentservice auch in die Zukunft des Segments, zudem werden auch die Märkte in Österreich und der Schweiz in einem kurzen Exkurs beleuchtet.

Höhere Auslastung, kurzfristigere Buchungen: Trotz des steigenden Angebots wächst im Zuge der gesellschaftlichen Megatrends und der angespannten Wohnungsmärkte die Nachfrage nach Serviced Apartments – und zwar nicht nur bei klassischen Business Travellern und immer mehr Berufseinsteigern, Studierenden, Pendlern und Berufsnomaden, sondern auch bei Freizeitreisenden. Geschäftsreisende stellen mit 70 Prozent weiterhin die Hauptzielgruppe im Serviced-Apartment-Segment, aber der Anteil an Freizeitreisenden ist weiter am Wachsen – vor allem in den Aparthotels. Die Merkmale Wohnlichkeit und Individualität, flexibler, persönlicher Service und professionelle Standards bei deutlich geringeren Preisen als in Hotelzimmern bleiben damit die Alleinstellungsmerkmale von Serviced Apartments im Feld des Temporären Wohnens. „Es zeigt sich, wie sehr Serviced Apartments bekannter werden und mit ihren unterschiedlichen Konzepten und Ausdifferenzierungen verschiedene Lebensstilgruppen erreichen“, betont Anett Gregorius. Das Segment generierte 2018 entsprechend rund 12 Mio. Übernachtungen. Die Auslastung stieg nach einer Stagnation in den letzten Jahren bei zuletzt 77 Prozent erstmals auf 80 Prozent an. Damit hat das starke Angebotswachstum der letzten Jahre noch immer keine Auswirkung auf die Belegung der Häuser. Gleichwohl sank die durchschnittliche Aufenthaltsdauer erneut leicht, was vor allem auf den hohen Shortstay-Anteil der Aparthotels zurückzuführen ist. Mit 25 Nächten im deutschen Gesamtmarkt liegt der Fokus jedoch weiterhin im Longstay-Bereich. Der Trend zu kurzfristigeren Buchungen hält weiter an. 2018 erfolgte fast jede zweite Buchung mit einer Vorausfrist von weniger als zwei Wochen. Buchungen mit einem Vorlauf von mehr als einem Monat nahmen nur noch einen Anteil von 31 Prozent ein. 

Mikroapartments liegen weiter im Trend: Dafür sorgt die zunehmende Markenbildung samt Rollout im Segment. Zudem fokussieren viele Investoren und Entwickler weiter größere Objekte mit kleineren Einheiten bei einem deutlichen Trend zu mehr Flächeneffizienz und Quartiersbildung. In der Folge steigt sowohl in Aparthotels als auch in Serviced Apartmenthäusern das Angebot an Mikroapartments: Einheiten mit weniger als 25 m² stellen aktuell fast ein Drittel des Gesamtangebots. Zugleich sind sie bei den Gästen weiterhin die nachgefragteste Apartmentkategorie. „Die meisten Mikroapartments dürften dabei künftig rund 22 m² und weniger groß sein“, schätzt Anett Gregorius ein und ergänzt: „Wenn 2020 die vielen angekündigten Mikroapartmentprojekte an den Start gehen, wird sich das marktverändernde Ausmaß noch einmal besonders zeigen.“

Der Erfolg der Mikroapartments geht vielerorts einher mit dem Trend zu umfangreichen Co-Living- und Co-Working-Konzepten. Als Gemeinschaftsflächen sollen sie die geringen Apartmentgrößen ausgleichen und auch in der wachsenden Zahl an Double-Brand- und Mixed-Use-Projekten für Synergien sorgen. In gemischten Quartieren mit Serviced Apartments, klassischen Wohnungen, Hotel, Einzelhandel und Büros geht es zunehmend darum, sich 24 Stunden lang am Tag am gleichen Ort aufhalten zu können und von Concierge-Services, Gastronomie- und Sportangeboten bei kurzen Wegen und flexiblen Angebots- und Arbeitsformen zu profitieren.

Steigende Professionalisierung und Internationalisierung: „Das Engagement nationaler und internationaler Investoren und die wachsende Professionalität in puncto Standortauswahl, zielgruppengerechter Konzeptionierung und Positionierung zeigen derzeit, wie ernsthaft nachhaltig das Segment wächst“, erklärt Anett Gregorius. Dazu gehört auch der Trend, dass sich zunehmend neue bzw. bewährte Managementmodelle aus der Hotellerie als professionelle Alternativen zum bisher dominierenden Eigentümerprinzip im Markt etablieren. War, laut der Betreiberumfrage von Apartmentservice, im letzten Jahr noch knapp jeder zweite Betreiber auch Eigentümer, so sind es aktuell nur noch 22 Prozent.

„Für die nächsten Jahre sehe ich im Zuge der steigenden Konzeptvielfalt im Segment die Notwendigkeit zu einer noch stärkeren Fokussierung auf eine bestimmte Ziel- bzw. Lebensstilgruppe. Das betrifft vor allem die Frage, wann Co-Living- und Co-Working-Konzepte sinnvoll sind. Ein bisschen von jedem Trendthema im Me-Too-Modus funktioniert nicht mehr.“

Apartmentservice gibt seit 2011 den Marktreport für Serviced Apartment heraus, weil es für das Segment in Deutschland bisher keine offiziellen Daten gibt. Auf Basis einer schriftlichen, vollstandardisierten Online-Befragung unter Serviced-Apartment-Betreibern mit mindestens 15 Einheiten ermittelt das Unternehmen typische Kennzahlen wie Auslastung, Aufenthaltsdauer und Preise sowie Einschätzungen zur Marktentwicklung. Der vollständige „Marktreport 2019 Serviced Apartments“ ist ab sofort für 499 Euro zzgl. MwSt. erhältlich. Bestellungen sowie weitere Informationen zum Markt, seinen Akteuren und aktuellen Trends unter www.apartmentservice-consulting.de.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die US-Verbraucherschutzbehörde FTC bereitet laut Reuters ein Vorgehen gegen Booking Holdings wegen möglicherweise irreführender Hotelwerbung vor. Nach Angaben einer dieser Personen könnten die möglichen Strafen mehr als 500 Millionen Dollar betragen.

Die Motorworld Group plant am Hockenheimring eine neue Erlebnis- und Veranstaltungswelt. Das Projekt soll Motorsport, Handel, Werkstätten, Hotellerie, Gastronomie, Veranstaltungen und Dienstleistungen an dem Rennsportstandort miteinander verbinden.

Das Hotel The Hoxton, Amsterdam hat seine Räumlichkeiten an der Herengracht nach zehnjährigem Bestehen umfassend neugestaltet. Neben der Lotti’s Bar und dem Tagungsbereich wurden fünf individuelle Signature-Zimmer renoviert.

Premier Inn hat am Bodensee ein neues Hotel eröffnet. Der sechsgeschossige Neubau ist das 76. Hotel der Marke in Deutschland. Neben dem bereits bestehenden Standort in Lindau ist die Hotelgruppe damit nun auch in Konstanz vertreten.

Im August 2026 verbuchten die Beherbergungsbetriebe in Deutschland 58,7 Millionen Übernachtungen in- und ausländischer Gäste. Wie das Statistische Bundesamt nach vorläufigen Ergebnissen mitteilt, waren das 1,1Prozent weniger als im August 2025.

Die Betreibergesellschaft des ehemaligen Hotels Reichshof in Norden, das heute Tides Boutique Hotel heißt, hat einen Insolvenzantrag gestellt. Nach Angaben von des Insolvenzverwalters werde der Hotel- und Gastronomiebetrieb uneingeschränkt fortgeführt.

Im Darknet werden nach Angaben der Lindner Hotels AG Daten angeboten, die mutmaßlich aus dem Cyberangriff vom 8. Juni 2026 stammen. Überprüfte Beispieldaten enthalten tatsächlich Daten aus den betroffenen Beständen; der genaue Umfang der Datenentwendung werde weiter untersucht.

Wenn die nächste Generation übernehmen soll, bringt das in familiengeführten Häusern immer auch Herausforderungen mit sich. Als Hotelier in dritter Generation kennt Thomas Walther vom Hotel Walther und Hotel Steinbock diese nur zu gut – und berichtet Oliver Meyer im HotelPartner-Podcast, wie der Generationenwechsel erfolgreich ablaufen kann und welche Rolle das Thema Führung dabei spielt.

Die MHP Hotel AG hat ein Rückkaufangebot für bis zu 4.403.530 Aktien zu je 1,35 Euro beschlossen. Die Annahmefrist läuft vom 13. Oktober bis zum 2. November 2026; die erworbenen Aktien sollen überwiegend eingezogen werden.

Leonardo Hotels Central Europe hat das neu positionierte Leonardo Hannover Medical Park offiziell eröffnet. Aus zwei zuvor getrennt betriebenen Hotels ist ein gemeinsames Haus mit 208 Zimmern entstanden. Zum Konzept gehört auch eine Kooperation mit Tui Blue.