Microsoft warnt vor erneuten Cyber-Angriffen über Hotel-WLAN

| Hotellerie Hotellerie

Microsoft Threat Intelligenceberichtet über erneute Cyber-Angriffe über Hotelnetzwerke. Die Gruppe Storm-2945 habe ihre Angriffskampagne CaptiveCrunch wieder aufgenommen, erklärt das Unternehmen in einer Aktualisierung seines Forschungsberichts vom 5. Oktober 2026. Am 29. September 2026 habe Microsoft entsprechende Aktivitäten beobachtet. Die Angreifer manipulierten den Datenverkehr und nutzten vorgeschaltete Zugangsseiten von Gästenetzwerken, um Zugang zu ihren Zielen zu erlangen.

Microsoft hatte erstmals im Juli 2026 über die Kampagne berichtet. Seit Anfang Mai 2026 beobachte das Unternehmen weltweit gezielte Angriffe auf Netzwerke mit sogenannten Captive Portals, also vorgeschalteten Zugangsseiten. Microsoft habe kompromittierte WLAN-Netzwerke im Hotelleriebereich und weitere betroffene Netzwerke in mehreren Ländern identifiziert.

Der im Bericht angeführte Sicherheitsanbieter ReliaQuest habe entsprechende Aktivitäten auch in Konferenzzentren und anderen gemeinsam genutzten Veranstaltungsorten festgestellt. Nach dessen Einschätzung zielten die Angriffe auf die Konten von Geschäftsreisenden.

Angreifer täuschen Aktualisierungen vor und bringen Nutzer zur Installation

Nach Microsofts Darstellung leiteten die Angreifer Nutzer auf von ihnen kontrollierte Internetseiten um. Dort werde Schadsoftware als vermeintliche Aktualisierung für den Browser oder das Betriebssystem angeboten. Andere Seiten behaupteten, eine technische Prüfung sei fehlgeschlagen oder ein Fehler müsse behoben werden.

Die Nutzer würden anschließend aufgefordert, Programme herunterzuladen und auszuführen. Dazu gehörten auch Anweisungen, bestimmte Befehle auf ihrem Gerät einzugeben. Microsoft bezeichnet diese Täuschungsverfahren als ClickFix.

Die beschriebenen Windows-Schadprogramme könnten Dateien und Tastatureingaben erfassen sowie Zugangsdaten stehlen. Auch Überwachung über Mikrofon und Kamera sowie Fernzugriffe auf infizierte Geräte gehörten zu ihren Funktionen. Bei den erneut beobachteten Angriffen habe Microsoft eine weitere Variante des Schadprogramms CornFlake zum Datendiebstahl festgestellt.

Microsoft verweist außerdem auf Hinweise, dass die Angreifer Android-Geräte ins Visier nehmen könnten. Einige der beschriebenen Seiten enthielten Aufforderungen, eine Installationsdatei für Android herunterzuladen und zu installieren.

Angreifer missbrauchen echte Microsoft-Anmeldeseiten für die Anmeldung mit Gerätecodes

Ein weiterer Angriffsweg betreffe die Anmeldung bei Microsoft. Nutzer würden aufgefordert, einen von den Angreifern kontrollierten Gerätecode auf einer legitimen Microsoft-Anmeldeseite einzugeben.

Bei einem erfolgreichen Angriff bestätige der Betroffene dadurch die Anmeldung des Angreifers statt seiner eigenen. Microsoft beobachte entsprechende Weiterleitungen innerhalb der Kampagne seit dem 16. Juli 2026.

Microsoft untersucht weiterhin den Zugang zu den betroffenen Netzwerken

Wie Storm-2945 ursprünglich Zugang zu den betroffenen Netzwerken erlangt habe, werde weiter untersucht. Microsoft habe Gemeinsamkeiten bei der Technik und den Verwaltungssystemen mehrerer Netzwerke festgestellt. Diese könnten darauf hindeuten, dass die Angriffe über einzelne Standorte hinausgingen und gemeinsam genutzte Dienste beträfen.

Die erneuten Aktivitäten passten zu Berichten von Black Lotus Labs, denen zufolge mehrere IT-Dienstleister für den Hotelleriebereich betroffen seien. Der fortbestehende Zugang zu diesen Dienstleistern habe die schnelle Wiederaufnahme der Kampagne wahrscheinlich ermöglicht, erklärt Microsoft.

Das Unternehmen ordnet Storm-2945 aufgrund technischer und operativer Überschneidungen als Untergruppe von Midnight Blizzard ein. Diese in Russland ansässige Gruppe werde von den Regierungen der USA und Großbritanniens dem russischen Auslandsnachrichtendienst SVR zugerechnet.

Microsoft empfiehlt Mobilfunk und warnt vor unerwarteten Installationsaufforderungen

Reisende sollten nach Microsofts Empfehlung nach Möglichkeit private Internetverbindungen über Mobilfunk statt öffentlicher WLAN-Netzwerke nutzen. Über Zugangsseiten oder unerwartete Internetaufforderungen angebotene Aktualisierungen, Zertifikate und Reparaturprogramme sollten sie nicht installieren.

Anfragen nach Aktualisierungen sollten Nutzer über die dafür vorgesehenen Funktionen ihres Betriebssystems prüfen. Unternehmen sollten ihre Mitarbeiter zudem für gefälschte Prüfaufforderungen und Anweisungen zum Einfügen und Ausführen von Befehlen sensibilisieren.

Betriebliche Zugangsdaten sollten nicht auf Registrierungsseiten von Hotel- oder anderen Gästenetzwerken verwendet werden. Microsoft empfiehlt außerdem Mehrfaktorauthentifizierung und eine Beschränkung der Gerätecode-Anmeldung auf notwendige Anwendungen.

Bei der Erstellung dieses Artikels kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die Inhalte wurden redaktionell überprüft. Feedback nehmen wir gerne unter news@tageskarte.io entgegen.

Teaser: Microsoft berichtet über erneute Cyberangriffe über Hotelnetzwerke. Die Angreifer nutzten vermeintliche Aktualisierungen und Anmeldeaufforderungen, um Schadsoftware zu verbreiten und Zugang zu Konten zu erlangen.

SEO-Keywords: Microsoft, Hotel WLAN, Cyberangriffe Hotels, CaptiveCrunch, Storm-2945, Midnight Blizzard, Geschäftsreisende, Datendiebstahl, Schadsoftware, IT-Sicherheit Hotellerie, Captive Portals

Zurück

Vielleicht auch interessant

Der Michelin Guide hat seine weltweite Hotelauswahl mit Hotel-Schlüsseln für 2026 vorgestellt, wobei insbesondere die Schweizer Spitzenhotellerie Zuwächse verzeichnet.

easyJet und IHG Hotels & Resorts verbinden die Geschäftsreiseprogramme easyJet plus und IHG Business Edge. Mitglieder der beiden Programme erhalten jeweils festgelegte Leistungen bei Hotels beziehungsweise Flügen.

Aus dem Hotel Caro & Selig ist das A-ROSA Tegernsee geworden. Wie die DSR Hotel Holding und die DERTOUR Group mitteilen, wurde das Haus am 18. September 2026 offiziell unter der Marke A-ROSA eröffnet. An der Veranstaltung nahmen geladene Gäste aus Tourismus, Wirtschaft, Sport und Medien sowie Vertreter aus der Region teil.

SV Hotel plant in den Ulmer Posthöfen ein Moxy Hotel mit 146 Zimmern. Das Haus am Ulmer Hauptbahnhof soll Ende 2028 eröffnen.

Novum Hospitality und IHG Hotels & Resorts haben das Garner Hotel Frankfurt – Main Station mit 84 Zimmern eröffnet. In das frühere Hotel Continental Frankfurt wurden nach Unternehmensangaben eigentümer- und betreiberseitig rund 5,1 Millionen Euro investiert.

Motel One und Leonardo Hotels haben in mehreren Pilotprojekten den Umgang mit Verpackungen, Restmüll und Hotelmobiliar untersucht. Ein gemeinsamer Report dokumentiert die Ergebnisse und Grenzen der Projekte.

Das Wilmina, das Hotel Schani City, das Biohotel Bühelwirt und Franz-Josef Perauer haben die Independent Hotel Show Munich Awards 2026 gewonnen. Die Auszeichnungen wurden am 16. September im MOC München verliehen.

Leonardo Hotels Central Europe übernimmt vier ehemalige Revo-Häuser in Berlin, Düsseldorf und Dortmund. Die Hotels verfügen zusammen über 1.040 Zimmer.

BWH Hotels Central Europe erweitert das Portfolio in der Rhein-Main-Region um das Main Plaza Suite Hotel in Frankfurt am Main. Das von Michael Schramm geführte Haus im Stadtteil Sachsenhausen wechselt in die WorldHotels Elite Collection.

Das Rosewood Hong Kong steht im weltweiten Ranking 50 Best Hotels auf dem ersten Platz. Die vierte Ausgabe des Branchenrankings wurde in Paris im Rahmen einer Live-Zeremonie vorgestellt. Aus Deutschland schaffte es kein Hotel auf die Liste.