Österreichs Hotellerie weiterhin unter Druck

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Die österreichische Hotellerie verzeichnet für den Monat März eine spürbare Buchungszurückhaltung, nachdem die Branche im Februar noch ein Plus von 5,1 Prozent bei den Übernachtungen erzielt hatte. Laut Mitteilung des Fachverbandes Hotellerie der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) wurden im Februar insgesamt 18,09 Millionen Übernachtungen registriert. Dieser Anstieg wird jedoch maßgeblich auf einen Kalendereffekt zurückgeführt, da die buchungsstarke Faschingswoche im Jahr 2025 in den Februar fiel, während sie im Vorjahr im März lag.

Regionale Unterschiede und kurzfristige Nachfrage

Für den laufenden Monat und das bevorstehende Osterfest zeichnet sich eine heterogene Entwicklung in den Bundesländern ab. Während die Buchungslage in Tirol als gut und in Oberösterreich als solide eingestuft wird, melden Niederösterreich und Wien eine schwache Nachfrage. Nach Angaben des Fachverbandes erschwert eine zunehmende, wetterabhängige Kurzfristigkeit bei den Buchungen die betriebliche Planungssicherheit erheblich.

Strukturelle Verschiebungen im Beherbergungssektor

Die langfristige Analyse der Übernachtungszahlen verdeutlicht eine Umverteilung innerhalb des Sektors zulasten der klassischen Hotellerie. Seit dem Jahr 2012 verzeichneten gewerbliche Ferienwohnungen einen Zuwachs von 134,5 Prozent, was einem Volumen von 20,96 Millionen Übernachtungen entspricht. Auch Campingplätze legten im selben Zeitraum um 65,1 Prozent zu. Im Gegensatz dazu weist die 3-Sterne-Hotellerie mit einem Minus von 0,4 Prozent eine leicht rückläufige Tendenz auf.

Deutliche Verluste zeigt das Segment der 1- und 2-Sterne-Betriebe, dessen Übernachtungszahlen seit 2012 um 5,1 Prozent auf rund 10 Millionen gesunken sind. Lediglich die gehobene Kategorie der 4- und 5-Sterne-Häuser konnte ein Wachstum von 17,4 Prozent generieren. Georg Imlauer, Obmann des Fachverbandes Hotellerie, betont dazu: „Ein Großteil des Wachstums findet somit außerhalb der klassischen Hotellerie statt. Diese Entwicklung darf nicht als Erfolg für die gesamte Branche interpretiert werden.“

Wirtschaftliche Belastungen und steuerliche Forderungen

Trotz punktueller Zuwächse steht die Branche laut WKÖ unter erheblichem wirtschaftlichem Druck durch steigende Kosten für Energie, Personal und Waren. „Der März entwickelt sich insgesamt deutlich schwächer als erwartet. Österreichweit sehen wir eine spürbare Zurückhaltung bei den Buchungen – und das in einer Phase, in der wir eigentlich Planungssicherheit brauchen“, erklärt Georg Imlauer. Er verweist zudem auf die steuerliche Situation im internationalen Vergleich.

Während Österreich Übernachtungen mit 10 Prozent besteuert, liegen die Sätze in Deutschland bei 7 Prozent und in der Schweiz bei 3,8 Prozent. Der Fachverband fordert daher steuerliche Entlastungen sowie steuerfreie Überstunden für Mitarbeiter, um die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Betriebe zu sichern. Laut Imlauer ändern einzelne positive Monate nichts an der angespannten Gesamtlage, für die derzeit keine nachhaltige Verbesserung in Sicht sei.


 

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