Radisson in Rostock wird Scanhotel - juristische Auseinandersetzung erwartet

| Hotellerie Hotellerie

Das bisherige Radisson Blu Hotel in Rostock, ein seit 20 Jahren etabliertes Haus in der Hansestadt, firmiert ab sofort unter dem Namen Scanhotels City. Auch ein geplanter Neubau am Stadthafen wird als Scanhotels Stadthafen eröffnet. Damit verschwindet der Name „Radisson“ aus dem Rostocker Stadtbild.

Eigentümer Friedemann Kunz, Gründer des Fertighausanbieters Scan Haus Marlow, hat die Umbenennung vorangetrieben, nachdem der Radisson-Schriftzug bereits in der vergangenen Woche vom Gebäude entfernt wurde. Der offizielle Neustart der Scanhotels City erfolgte am Mittwoch mit der Freischaltung einer eigenen Webseite, über die das Hotel wieder buchbar ist.

Die Trennung von der Radisson Hotel Group ist jedoch nicht ohne Komplikationen verlaufen. Laut Friedemann Kunz liegt der Schritt im Wunsch nach mehr Individualität begründet, finanzielle Engpässe seien nicht ausschlaggebend gewesen. Hansjörg Kunze, Sprecher der Friedemann Kunz-Familienstiftung, formulierte es vorsichtig: „Die Umfirmierung wird noch Gegenstand einer juristischen Prüfung sein.“ Er fügte jedoch hinzu: „Aber Friedemann Kunz ist fest entschlossen, seine neue Marke zu etablieren.“ Kunze erklärte weiter, dass Radisson mittlerweile einem globalen chinesischen Investor gehöre, während die Verwurzelung der Hotels regional sei. „Das wird mit dem Namen ‚Scanhotels‛ sichtbar. Dafür brauchen wir keinen globalen Konzern“, so Kunze.

Die Radisson Hotel Group hatte bereits zuvor erklärt, die einseitige Kündigung der Managementverträge durch die FH Rostocker Hotelbetriebs GmbH als unwirksam zu betrachten und rechtliche Schritte zur Wahrung ihrer vertraglichen und markenbezogenen Rechte einzuleiten. Als Reaktion auf die Kündigung hatte Radisson am 11. Juli alle zentralen Systeme für das Hotel abgeschaltet, was eine gewaltige Herausforderung für die Belegschaft des 251-Zimmer-Hotels darstellte.

Hansjörg Kunze lobte den Einsatz des lokalen Teams: „Das Team vor Ort in Rostock hat in den vergangenen Tagen mit viel Einsatz die unangekündigte Abschaltung der Systeme gemeistert, damit die gewohnte Qualität für unsere Gäste gewährleistet ist.“

Mit dem Wechsel startet Scanhotels auf einen Schlag als größter Hotelanbieter in der Hansestadt. Im Spätsommer folgt mit der Eröffnung des Neubaus auf der Siloinsel, dem Scanhotels Stadthafen, der zweite Betrieb unter der neuen Marke. Ursprünglich war auch für dieses Objekt ein Managementvertrag mit Radisson geschlossen worden, der ebenfalls gekündigt wurde. Beide Rostocker Hotels verfügen dann zusammen über 446 Zimmer mit rund 1.000 Betten. Ergänzt wird das Angebot durch drei Restaurants, drei Bars, SPA-Bereiche sowie mehrere Veranstaltungs- und Tagungsflächen von über 2.000 Quadratmetern.

Der Neubau auf der Silohalbinsel, dessen Investitionsvolumen über 90 Millionen Euro beträgt, wird neben Hotelzimmern auch Büros beherbergen. Geplant sind zudem Restaurants im Innenhof und auf der Dachterrasse, ein 300 Quadratmeter großer Spa-Bereich mit Außensauna, die einen Blick auf den Stadthafen ermöglicht, vier weitere Saunen sowie ein 100 Quadratmeter großes Fitnesscenter.

Eine Expansion der "Scanhotels" über Rostock hinaus gilt als wahrscheinlich. Die Friedemann-Kunz-Familienstiftung, zu der auch die neue Hotelkette gehört, besitzt bereits neun Hotelimmobilien in Deutschland und Albanien und erwirtschaftete im Jahr 2024 rund 150 Millionen Euro im Hospitality-Segment. Zur Stiftung gehören neben Scanhaus Marlow auch große Immobilienprojekte und die Marlower Brauerei.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Stiftung der Familie Zech kauft den Öschberghof. Das Luxushotel in Donaueschingen wird Teil der Severin*s Hotels & Resorts. Der Betrieb soll mit bestehender Ausrichtung weitergeführt werden. Michael Artner bleibt nach Angaben des Unternehmens weiterhin verantwortlich für die Leitung des Resorts.

Der Betreiber des Hotels auf Burg Schnellenberg in Nordrhein-Westfalen hat Insolvenz angemeldet. Während der vorläufige Insolvenzverwalter die Sanierungschancen prüft, wird der Betrieb in Attendorn vorerst fortgesetzt.

Der Fahrdienstvermittler Uber Technologies hat neue Funktionen und Produkte vorgestellt, darunter erstmals Hotelbuchungen direkt in der App. Die Integration erfolgt in Kooperation mit Expedia und wird zunächst in den USA eingeführt.

Das Schlosshotel Klaffenbach in Chemnitz erhält einen neuen Betreiber. Wie aus einer Mitteilung hervorgeht, übergeben Silke und Ralf Langer nach insgesamt 17 Jahren Tätigkeit im Haus den Hotelbetrieb an die Primaro Holding unter der Leitung von Darija und Petar Marovic.

Die Motel One Group hat 2025 erstmals die Marke von einer Milliarde Euro Umsatz überschritten. Das Unternehmen meldet steigende Kennzahlen und weitere Expansion in Europa.

Das Modeunternehmen Louis Vuitton hat in London ein zeitlich begrenztes Hotelkonzept eröffnet. Wie mehrere Medien berichten, befindet sich das sogenannte Pop-up-Hotel am Berkeley Square im Stadtteil Mayfair und ist bis Ende Juni 2026 zugänglich.

WorldHotels startet mit WorldHotels Backdrop eine neue Kollektion für internationales Glamping. Das Unternehmen reagiert damit auf prognostizierte Umsatzsteigerungen im globalen Markt für naturnahe Luxusunterkünfte.

Mit der Eröffnung des Hotels Binidufà vervollständigt die Vestige Collection ein rund 800 Hektar großes Landgut im Norden Menorcas. Das Konzept verbindet zwei Standorte mit unterschiedlichen gastronomischen Schwerpunkten.

Die Kempinski Gruppe plant ihr erstes Projekt für Markenresidenzen in Saudi-Arabien. In zentraler Lage in Mekka entstehen insgesamt 302 Wohneinheiten mit angeschlossener Hotel- und Einzelhandelsinfrastruktur.

Norton warnt in einem Blogbeitrag vor einer neuen Betrugsmasche mit echten Hotelbuchungen. Täter nutzen reale Reservierungsdaten, um Reisende zu täuschen und Zahlungsinformationen abzugreifen.