Revo-Insolvenz: NGG fordert Klarheit für Beschäftigte

| Hotellerie Hotellerie

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) kritisiert den Umgang mit den Beschäftigten nach der Insolvenz der Hotelgruppe Revo. So plant etwa der indische Konzern Prism, 24 Hotels der insolventen Revo-Gruppe zu übernehmen und will diese unter der Marke Sunday fortführen (Tageskarte berichtete). Doch für rund 500 bisherige Beschäftigte bedeute dies nun laut Gewerkschaft keine Perspektive: Sie hätten von Revo Kündigungen erhalten.

Die Art und Weise, wie hier mit den Beschäftigten umgegangen werde, kritisiert die NGG scharf. Das Unternehmen nutze dabei die insolvenzrechtliche Möglichkeit, Kündigungsfristen auf maximal drei Monate zu verkürzen. Die NGG fordert Revo und Prism auf, die Kündigungen umgehend zu stoppen, die Beschäftigten transparent über die weiteren Planungen zu informieren und ihre Interessen zu berücksichtigen.

„Dort, wo Betriebsräte bestehen, müssen diese umfassend in die Entscheidungsprozesse einbezogen werden“, fordert Mark Baumeister, Referatsleiter Gastgewerbe der NGG. „Wir erwarten deutlich mehr Transparenz und werden die Entwicklungen in den betroffenen Hotels aufmerksam begleiten und die Beschäftigten bei der Wahrnehmung ihrer Rechte unterstützen.“ Beschäftigte, die bereits eine Kündigung erhalten hätten, sollten sich umgehend an ihre zuständige NGG-Region wenden.

Nach bisher bekannt gewordenen Informationen umfasst die geplante Übernahme seitens Prism insgesamt 24 Hotels in Deutschland. Betroffen sind Häuser der Marken H+ Hotels, H2 Hotels, Dorint, Mercure, Vienna House Easy und Ramada by Wyndham sowie weitere Einzelhotels. Die Standorte verteilen sich über das gesamte Bundesgebiet. Die Revo-Gruppe hatte Mitte Januar Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Seither läuft die Suche nach Investoren. Einer davon ist der indische Konzern Prism, der weltweit 22.000 Hotels betreibt.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Google baut seine Hotelsuche in Europa um – und ausgerechnet Booking.com, Expedia und andere Vermittler könnten dadurch prominenter werden. Google warnt vor Nachteilen für lokale Unternehmen, während frühere Tests bereits deutliche Traffic-Verluste bei Hotels gezeigt hatten.

Hotelgäste lassen sich Essen längst ins Hotel liefern. Mehrere Hotelunternehmen binden Lieferdienste inzwischen gezielt in ihre Angebote ein: tent Hotels schafft eigene Bereiche für Lieferessen, Wyndham und Hilton arbeiten mit Grubhub, Marriott mit Uber – und Accor plant eine Uber-Partnerschaft auch in Deutschland.

Der Hotelverband Deutschland veröffentlicht die zweite Staffel seines Podcasts Zukunft Hotel mit zehn neuen Episoden und beleuchtet zum Auftakt aktuelle Fragen zu Betreiberverträgen und Hotelimmobilien.

Die Motel One Group hat ein neues Hotel mit 177 Zimmern in der Koblenzer Innenstadt eröffnet. Das Innenraumkonzept des Hauses greift den Zusammenfluss von Rhein und Mosel auf.

Auf dem ehemaligen Knorr-Bremse-Areal in München-Milbertshofen soll ein neues Quartier entstehen. Teil der Planung ist ein 88 Meter hohes Hochhaus mit Hotel und Skybar.

Iremis kauft das Novotel Freiburg am Konzerthaus für rund 28 Millionen Euro von Deka Immobilien. Nach einer Sanierung soll das Hotel mit 219 Zimmern im Herbst 2027 unter der Marke Scandic wiedereröffnet werden.

Europas Hotelinvestoren konzentrieren sich auf gehobene und luxuriöse Hotels. Im ersten Halbjahr 2026 floss die Hälfte des Investitionsvolumens in „Upper Upscale“- und „Upscale“-Hotels, während die Zahl der Transaktionen über 100 Millionen Euro um 30 Prozent stieg.

Die Centralis Immobilien Gruppe hat in einer Doppeltransaktion zwei ehemalige Hotels am Kölner Hauptbahnhof erworben. Die Gebäude sollen nun saniert und zu Serviced Apartments mit insgesamt 233 Einheiten umgebaut werden.

1912 Hotels hat die Übernahme und den Betrieb im Rahmen eines langfristigen Pachtvertrags der Marbella Old Town Hotel Collection im spanischen Marbella bekanntgegeben. Mit den neuen Häusern startet auch die neue Marke 1912 Collection.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband hat Booking.com wegen des Empfehlungssystems bei der Unterkunftssuche auf einer Karte verklagt. Der vzbv beanstandet die Angaben in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen zu den Kriterien, nach denen Inhalte abhängig vom Hinein- oder Herauszoomen vorgeschlagen werden.