Schweiz: Gäste buchen kurzfristiger und suchen Kühle in den Bergen

| Hotellerie Hotellerie

Hitzewellen wirken sich nach Beobachtungen von HotellerieSuisse auf das Reise- und Buchungsverhalten in der Schweizer Hotellerie aus. Gäste entschieden sich häufiger kurzfristig für einige Tage in den Bergen und richteten ihre Reisepläne stärker nach dem Wetter aus. Für Hotels werde die Nachfrage dadurch weniger planbar.

Martin Müller, Direktor des Hotels Maistra 160 in Pontresina, berichtet aus seinem Betrieb: „Je länger die Hitze anhält, desto stärker spüren wir, dass viele Menschen spontan in die Berge ausweichen.“ Auch Carole Hauser, Co-Direktorin des Hotel Belvedere und Waldhuus Bellary in Grindelwald, beobachte, dass Gäste häufiger kurzfristig Ferien oder Kurzaufenthalte buchten.

Auslastung steigt in Andermatt innerhalb einer Woche deutlich an

Wie kurzfristig sich die Nachfrage verändern könne, zeigt HotellerieSuisse am Beispiel des Hotels Bergidyll in Andermatt. Dort sei die Auslastung innerhalb einer Woche von rund 30 auf 90 Prozent gestiegen. Michael Böhler, Präsident der Zürcher Hotellerie, erklärt dazu: „Solche Ausschläge haben wir früher deutlich seltener gesehen.“

Während einzelne Bergregionen von zusätzlicher Nachfrage profitierten, gerieten Stadthotels nach Darstellung des Verbandes während längerer Hitzeperioden zunehmend unter Druck. Insbesondere ältere Gebäude stießen dabei an ihre Grenzen.

Basler Hotel reagiert auf Hitze mit Investitionen in Kühlung

Jonas Gass, COO der Krafft Gruppe in Basel, berichtet von kurzfristigen Stornierungen an besonders heißen Tagen. Gleichzeitig erwarteten Gäste zunehmend angenehm temperierte Zimmer. Der Betrieb investiere deshalb in die Kühlung des historischen Gebäudes.

„Wir gehen davon aus, dass wir uns an diese Temperaturen gewöhnen müssen. Ohne kühlende Massnahmen werden Stadthotels langfristig kaum konkurrenzfähig bleiben“, sagt Gass. Nach Angaben von HotellerieSuisse reagierten viele Betriebe bereits mit Beschattung, angepassten Betriebsabläufen und Investitionen in energieeffiziente Kühlsysteme.

Schweizer Gäste tragen im Juli das leichte Wachstum

Neben den Hitzewellen prägten nach Angaben von HotellerieSuisse auch geopolitische Entwicklungen die Sommersaison. Im Juli 2026 habe die Schweizer Hotellerie nach mehreren rückläufigen Monaten wieder leicht zugelegt. Die Zahl der Logiernächte sei gegenüber dem Vorjahr um 0,6 Prozent gestiegen.

Getragen worden sei das Wachstum vor allem von Gästen aus der Schweiz. Deren Logiernächte hätten um 4,1 Prozent zugenommen. Die Übernachtungen von Gästen aus dem Ausland seien dagegen um 2,3 Prozent zurückgegangen.

HotellerieSuisse erklärt, die aktuelle Sommersaison zeige, dass der Klimawandel die Hotellerie bereits heute beschäftige. Hitzewellen beeinflussten Reiseentscheidungen, Buchungsverhalten und den Hotelalltag. Während einige Regionen zeitweise von zusätzlicher Nachfrage profitierten, seien Betriebe und Destinationen gefordert, sich den veränderten klimatischen Bedingungen anzupassen.

Bei der Erstellung dieses Artikels kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die Inhalte wurden redaktionell überprüft. Feedback nehmen wir gerne unter news@tageskarte.io entgegen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Das neue Roomers ParkView im Frankfurter Westend ist ab sofort für Aufenthalte ab Dezember 2026 buchbar. Das Haus verbindet die Marke Roomers mit The Luxury Collection von Marriott.

People Inc. hat das Übernahmeangebot für den Casino- und Hotelbetreiber MGM Resorts zurückgezogen. Dabei spielte offenbar auch die anhaltende Skepsis von Investoren hinsichtlich eines milliardenschweren Großprojekts eine entscheidende Rolle.

Das Messegelände Hannover entfaltet laut einer aktuellen Studie eine erhebliche ökonomische Wirkung auf das regionale Gastgewerbe. Allein in Hannover werden in einem durchschnittlichen Messejahr mehr als 120 Millionen Euro im Gastgewerbe umgesetzt.

Praemia widerspricht Novum nach der Schließung des Crowne Plaza Frankfurt. Die Eigentümerseite verweist auf geplante Sanierungsgespräche und erklärt, nach ihrer Kenntnis habe keine behördliche Entscheidung die Schließung erforderlich gemacht.

Nach der Wiedereröffnung im Juni hat das Taj Hessischer Hof Frankfurt seine offizielle Eröffnung gefeiert. Die Bombay Brasserie und Jimmy’s Bar belegen in einem regionalen Restaurantführer bereits erste Plätze.

Frasers Hospitality führt mit Fraser Suites Reserve eine neue Luxusmarke für Serviced Living ein. Das erste Haus mit 255 Zimmern soll ab Dezember 2026 in Bangkok schrittweise Gäste empfangen.

Nach dem Fund eines Schadcodes hat Atlantic Hotels seine Websites vorübergehend abgeschaltet. Besucher seien zuvor aufgefordert worden, schädliche Tastenkombinationen einzugeben. Ob jemand der Aufforderung folgte, ist nach Angaben der Hotelgruppe unbekannt.

Citygrove will nach drei Hotelprojekten in Deutschland weiter wachsen und die Zusammenarbeit mit Premier Inn fortsetzen. Die bisherigen Immobilien in Hannover, Lübeck und Düsseldorf wurden nach Unternehmensangaben mit einem Kredit über 83 Millionen Euro langfristig umfinanziert.

Im Berwanger Hof in Tirol gingen einst Film- und Fernsehstars ein und aus. Nach Investitionen von rund 55 Millionen Euro öffnet die Hotellegende am 25. September für einen Tag der offenen Tür. Ab Dezember sollen Gäste im neuen Haupthaus übernachten.

H World International plant für Dezember 2026 die Eröffnung des Steigenberger Hotel Elephantine Island Aswan. Das Hotel auf Elephantine Island wird derzeit renoviert und soll über 178 Zimmer und Suiten verfügen.