Schwerin weitet Bettensteuer aus

| Hotellerie Hotellerie

Schwerin folgt dem Vorbild anderer Tourismusstädte im Land und dehnt die 2014 eingeführte Übernachtungssteuer von Privat- auf Geschäftsreisende aus. Seit Montag müssen Hotels, Pensionen und andere Anbieter auch für Dienstreisende fünf Prozent des Übernachtungspreises abführen, wie die Stadtverwaltung bekannt gab. Auch Übernachtungen auf Camping- und Wohnmobilstellplätzen könnten nach der neuen Satzung steuerpflichtig sein, die von der Stadtvertretung Mitte März beschlossen worden sei. Die Landeshauptstadt erwartet Mehreinnahmen von bis zu 300 000 Euro im Jahr.

Die Betten- oder Übernachtungssteuer könne erst jetzt nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts auch für Geschäftsreisende erhoben werden, erläuterte eine Stadtsprecherin. Im März 2022 hat das Bundesverfassungsgericht demnach entschieden, dass auch beruflich veranlasste Übernachtungen besteuert werden können. Im vergangenen Jahr wurden in der Landeshauptstadt den Angaben zufolge 134 gewerbliche Anbieter zur Übernachtungssteuer veranlagt und haben insgesamt knapp 536 000 Euro an die Stadt abgeführt. 

Außerdem treibt die Landeshauptstadt jetzt Übernachtungssteuern von säumigen Anbietern ein, die ihre Einnahmen bisher nicht gemeldet hatten. Dazu hatte die Verwaltung im vergangenen Sommer mehrere Vermittlungsportale aufgefordert, Daten zu den Übernachtungen in Schwerin für die Vorjahre zur Verfügung zu stellen, so die Sprecherin. Erste Daten seien jetzt geliefert und ausgewertet worden. Finanzdezernent Silvio Horn erklärte: «Allein bei einem der großen Portale ergab der Abgleich mit unseren Steuerfestsetzungen, dass etliche Anbieter von Übernachtungsmöglichkeiten ihrer Pflicht zur Steuererklärung nicht nachgekommen sind.» Inzwischen habe die Stadt 149 Menschen erstmalig zur Erklärung von Übernachtungssteuern aufgefordert. Erste hätten auch schon mit Steuernachmeldungen reagiert. Er rechne durch die Nachzahlungen mit zusätzlichen Einnahmen in mittlerer fünfstelliger Höhe, so Horn. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die MHP Hotel AG hat ihren Umsatz im ersten Quartal 2026 deutlich gesteigert. Treiber waren laut Unternehmen unter anderem neue Hotels im Portfolio sowie veränderte internationale Reiseflüsse.

 

WorldHotels erweitert sein Portfolio um eine neue Glamping-Marke. Zum Start gehören drei Standorte in den USA und Honduras, weitere Projekte werden geprüft.

Ein LinkedIn-Beitrag von Marco Nussbaum hat eine Debatte über steigende Frühstückspreise in Hotels ausgelöst. In den Kommentaren schildern Hoteliers und Branchenvertreter unterschiedliche Beobachtungen zu Preis, Angebot und Nachfrage.

In Travemünde (Lübeck) soll ein neues Hotelprojekt realisiert werden. Die DSR-Gruppe stellte jetzt das geplante Henri-Hotel vor. Das Haus soll nach Angaben der Beteiligten im Jahr 2027 eröffnet werden.

Die MHP Hotel AG hat die Neupositionierung des Andaz Vienna am Belvedere zum Hyatt Regency Vienna erfolgreich abgeschlossen. Das Haus mit 303 Zimmern setzt künftig verstärkt auf internationale Geschäftskunden und das Tagungssegment.

Die Leonardo Hotels arbeiten künftig mit der SRH Fernhochschule zusammen, um ihren Mitarbeitern vergünstigte Fernstudiengänge und Zertifikate anzubieten. Bei entsprechender Karriereplanung unterstützt der Arbeitgeber die akademische Weiterbildung zudem finanziell.

Die Althoff Hotels bringen ihre Marke Urban Loft nach Zürich und planen für 2028 die Eröffnung eines Hauses mit 173 Zimmern im ehemaligen Löwenbräu-Areal. In Zusammenarbeit mit PSP Swiss Property wird dazu ein bestehendes Bürogebäude umgenutzt.

Die irische Staycity Group expandiert in Berlin und hat einen Pachtvertrag über 20 Jahre für das Projekt Brooks on East unterzeichnet. In den zwei Türmen des Quartiers Media Spree entstehen bis 2027 insgesamt 222 Apartments der Marke Wilde.

Nach einem Großbrand im Luxushotel Klosterbräu in Seefeld ist das Feuer gelöscht. Rund 400 Einsatzkräfte waren beteiligt, sieben Personen wurden leicht verletzt, die Ursache ist noch unklar.

a&o Hostels hat eine Refinanzierung über 874 Millionen Euro abgeschlossen. Das Unternehmen plant auf dieser Basis eine weitere Expansion in europäischen Kernmärkten.