Seetelhotels meldet Erpressungsversuch nach Ransomware-Angriff

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Nach einem Ransomware-Angriff auf Seetelhotels liegt nach Unternehmensangaben ein Erpressungsversuch vor. Die Angreifer drohten damit, erlangte Daten zu veröffentlichen, teilte die Seetel Hotel GmbH & Co. Betriebs-KG am 20. Oktober 2026 mit. Bereits am 14. Oktober hatte das Unternehmen über den Vorfall informiert. In seinen Mitteilungen legt es offen, welche Daten möglicherweise betroffen sind, welche Gegenmaßnahmen eingeleitet wurden und welche Fragen noch ungeklärt sind.

Ob tatsächlich Daten unbefugt aus den Systemen abgeflossen seien, könne das Unternehmen nach dem Stand vom 20. Oktober weder bestätigen noch vollständig ausschließen. Auch der mögliche Umfang einer Veröffentlichung sei ungeklärt. Insbesondere interne Vermerke zu Buchungsvorgängen scheinen nach dem damaligen Erkenntnisstand betroffen zu sein. Darin könnten auch Kreditkartennummern enthalten sein.

Seetelhotels prüft, ob persönliche Kreditkartendaten von Gästen betroffen sind

Bei den Kreditkartendaten in den Buchungsvermerken handele es sich nach bisheriger Einschätzung nahezu ausschließlich um einmalig verwendbare virtuelle Kreditkartennummern, erläuterte das Unternehmen am 20. Oktober. Diese seien für die interne Abrechnung zwischen Vermittlungsdiensten und den Hotels im Rahmen der jeweiligen Buchung verwendet worden und hätten danach ihre Gültigkeit verloren.

Grundsätzlich seien dies nicht die persönlichen Kreditkartendaten, mit denen Gäste ihre privaten Zahlungen tätigten. Allerdings könne Seetelhotels nicht vollständig ausschließen, dass in einzelnen, sehr seltenen Ausnahmefällen auch persönliche Kreditkartendaten in den Vermerken notiert worden seien. Dies könne beispielsweise im Zusammenhang mit technischen Störungen bei Zahlungsvorgängen geschehen sein.

Ob solche Ausnahmefälle tatsächlich vorlägen und welchen Umfang sie gegebenenfalls hätten, werde geprüft. PIN und CCV-Nummern seien nicht vermerkt gewesen, erklärte das Unternehmen. Bereits in der Erstinformation vom 14. Oktober hatte Seetelhotels eine Betroffenheit personenbezogener Daten aus dem Hotelbetrieb oder der Personalverwaltung nicht vollständig ausgeschlossen.

Seetelhotels isolierte betroffene Systeme und erstattete Anzeige beim Landeskriminalamt

Nach Angaben aus der Erstinformation habe das Unternehmen unmittelbar nach Feststellung des unerlaubten Zugriffs betroffene Systeme isoliert und deren Internet- und Netzwerkverbindungen getrennt. Zur Untersuchung habe Seetelhotels einen externen, vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik empfohlenen IT-Sicherheitsdienstleister hinzugezogen.

Zudem habe das Unternehmen eine fristgerechte Vorabmeldung bei der zuständigen Datenschutzbehörde des Landes Mecklenburg-Vorpommern abgegeben und Anzeige beim Landeskriminalamt erstattet.

In den ergänzenden Fragen und Antworten mit Stand vom 20. Oktober erklärte Seetelhotels, die Angreifer hätten Teile der IT-Systeme und Daten verschlüsselt. Die betroffenen Systeme würden vollständig neu aufgesetzt und installiert. Der hinzugezogene Dienstleister untersuche außerdem sämtliche Daten forensisch, um einen Befall mit Schadsoftware auszuschließen.

Seetelhotels berichtete über Verzögerungen bei der Bearbeitung von Anfragen

Der Geschäftsbetrieb laufe ohne größere Einschränkungen weiter, hieß es in der Erstinformation vom 14. Oktober. Betroffen seien einige Kommunikationskanäle und Verwaltungsprozesse. In den ergänzenden Fragen und Antworten vom 20. Oktober verwies das Unternehmen auf mögliche Verzögerungen bei Buchungen und Anfragen, weil notwendige Daten und Systeme nicht durchgehend zur Verfügung stünden.

Vorsorglich warnte Seetelhotels vor gefälschten E-Mails und Chatnachrichten, die das Unternehmen oder seine Mitarbeiter als vermeintliche Absender ausweisen. Besondere Aufmerksamkeit sei bei ungewöhnlichen Zahlungsaufforderungen geboten, etwa Überweisungen an geänderte Kontoverbindungen.

In der Aktualisierung vom 20. Oktober erklärte Seetelhotels, mögliche Datenveröffentlichungen aktiv zu überwachen. Sollten personenbezogene Daten oder andere relevante Informationen veröffentlicht werden und sich daraus eine Betroffenheit von Gästen oder anderen Personen ergeben, werde das Unternehmen diese proaktiv und zeitnah informieren.

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