Sicherheitsvorfall bei Seekda beschäftigt Hotels und Hotelvereinigung

| Hotellerie Hotellerie

Der österreichische eTourismus-Anbieter Seekda hat nach eigenen Angaben am 11. August 2026 einen Sicherheitsvorfall in seinen Systemen festgestellt. Das Unternehmen habe umgehend Maßnahmen zur Eindämmung ergriffen und eine Untersuchung eingeleitet. Nach den bisherigen Erkenntnissen seien einzelne Unterkünfte betroffen, nicht jedoch alle Unterkünfte, die die Seekda-Plattform nutzen.

Über mögliche Folgen berichtet inzwischen der ORF. Demnach erhalten Gäste von Hotels betrügerische Nachrichten, in denen sie aufgefordert werden, Kreditkartendaten bekanntzugeben oder Anzahlungen erneut zu leisten. Der ORF stellt diese Vorgänge in Zusammenhang mit dem Sicherheitsvorfall bei Seekda.

Seekda mit Sitz in Wien bietet unter anderem einen Channel Manager und eine Booking Engine sowie Anbindungen an Hotelprogramme (PMS) an.

ÖHV berichtet bereits seit Ende Juli von Meldungen

Nach Angaben des ORF sind unter anderem Hotelbetriebe in Salzburg betroffen. Bei der Österreichischen Hotelvereinigung (ÖHV) seien bereits seit Ende Juli erste Meldungen zu den Vorgängen eingegangen, sagte Maria Wottawa, Leiterin des ÖHV-Mitgliederservice, dem Sender.

„Wir gehen davon aus, dass es sehr viele betroffene Hotels gibt, auch wenn wir jetzt keine Ziffern nennen können, weil wir immer nur die kennen, die sich auch aktiv bei uns melden und die Dunkelziffer dahinter nicht wissen“, sagte Wottawa dem ORF.

Nach dem ORF-Bericht werden betrügerische E-Mails und WhatsApp-Nachrichten verschickt. Während manche davon täuschend echt wirkten, sei der Betrug bei anderen sofort erkennbar. Wottawa erklärte gegenüber dem Sender, die ÖHV gehe davon aus, dass „sehr effizient Daten abgegriffen wurden“. Zudem habe der Verband den Eindruck, dass die Vorgänge in Wellen aufträten.

Seekda spricht von einzelnen betroffenen Unterkünften auf Plattform

Seekda macht öffentlich keine Angaben zur konkreten Zahl der betroffenen Betriebe. Die aktuellen Erkenntnisse deuteten darauf hin, dass einzelne Unterkünfte betroffen seien und nicht alle Unterkünfte, die die Plattform nutzen. Die Auswirkungen würden für jede Unterkunft einzeln geprüft.

Ob personenbezogene Daten oder Reservierungsdaten betroffen seien, beantwortet Seekda öffentlich nicht pauschal. Sofern für eine bestimmte Unterkunft bestätigte Informationen vorlägen, seien diese im Hotel Manager verfügbar. Dort stellt das Unternehmen nach eigenen Angaben auch unterkunftsspezifische Erkenntnisse und empfohlene Maßnahmen bereit.

ÖHV stellt Hotels Informationen für mögliche Datenverluste bereit

Die ÖHV unterstützt Hotels mit Informationen zum Umgang mit Datenverlusten bei externen Vertragspartnern. Auf ihrer Internetseite verweist der Verband aktuell auf entsprechende Hinweise für Fälle, in denen Gästedaten bei PMS-Anbietern, Channel Managern oder anderen Dienstleistern abgegriffen werden.

Der entsprechende Leitfaden wurde bereits am 24. Juli 2026 veröffentlicht. Seekda wird darin nicht genannt. Ein Zusammenhang zwischen der Veröffentlichung des Leitfadens und dem später von Seekda bestätigten Sicherheitsvorfall lässt sich daraus nicht ableiten.

Die ÖHV empfiehlt betroffenen Hotels unter anderem eine enge Abstimmung mit dem jeweiligen Systemanbieter und der eigenen IT sowie die Sicherung relevanter Informationen. Mitarbeiter sollten zudem über den Umgang mit Gästeanfragen und mögliche Auffälligkeiten informiert werden.

Hotels müssen mögliche Datenschutzpflichten individuell überprüfen

Auch mögliche datenschutzrechtliche Pflichten müssen nach den vorliegenden Informationen jeweils anhand des konkreten Falls geprüft werden. Seekda erklärt, die Bewertung der Pflichten sowie die Entscheidung, ob eine Behörde zu benachrichtigen oder Gäste zu informieren seien, obliege der jeweiligen Unterkunft. Das Unternehmen empfiehlt seinen Kunden, dabei einen Rechtsbeistand einzubeziehen.

Seekda werde betroffene Gäste nicht selbst kontaktieren. Das Unternehmen erklärt dazu, Gast- und Reservierungsdaten im Auftrag der jeweiligen Unterkunft zu verarbeiten. Ob Gäste informiert werden müssten, sei von der Unterkunft zu prüfen.

Die Untersuchung des Sicherheitsvorfalls dauert nach den veröffentlichten Angaben an. Seekda hatte angekündigt, die verfügbaren Informationen im weiteren Verlauf zu aktualisieren. Die Kundeninformation wurde zuletzt am 17. August 2026 aktualisiert.

Bei der Erstellung dieses Artikels kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die Inhalte wurden redaktionell überprüft. Feedback nehmen wir gerne unter news@tageskarte.io entgegen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Hotelgruppe Mangias Hotels und Resorts hat an der Südostküste Siziliens das Iconas Costa Ragusa Resort eröffnet. Dabei handelt es sich um das erste Anwesen der neu eingeführten Luxusmarke Iconas Collection.

Das erst Anfang Mai eröffnete Holiday Inn – the niu Quay im Harburger Binnenhafen soll nach Medienberichten rund 340 Geflüchtete aus der Ukraine aufnehmen. Politiker aus CDU, SPD und FDP kritisieren die geplante Nutzung und fordern Aufklärung über Beteiligung und Kosten.

Hitzewellen beeinflussen nach Beobachtungen von HotellerieSuisse das Buchungsverhalten. Während Gäste kurzfristiger Aufenthalte in den Bergen buchen, berichtet ein Basler Hotel von Stornierungen an besonders heißen Tagen und investiert in die Kühlung seines Gebäudes.

IHA-Chef Markus Luthe kritisiert Aussagen von Booking-Chef Glenn Fogel zu den früheren Preisparitätsklauseln. Anlass ist ein Handelsblatt-Interview vor dem Hintergrund einer in Amsterdam anhängigen Sammelklage von 10.783 Hotels.

Anzeige

Der raue Ton, für den die Hotellerie lange bekannt war, funktioniert heute nicht mehr: Führung muss neu gedacht werden, um Mitarbeiter langfristig zu halten und ihnen einen Purpose zu geben, sagt Bernhard Patter, Geschäftsführer der diavendo GmbH. Im Gespräch mit Host Oliver Meyer gibt er in der neuen Folge des HotelPartner-Podcasts „AUSGEBUCHT!“ Tipps, wie Hoteliers mit guter Führung ihre Bottom Line aufbessern.

Google startet Hotelbuchungen direkt im KI-Modus seiner Suche. Zum Start in den USA sind unter anderem Booking.com, Expedia, Hilton, IHG und Marriott eingebunden. Nutzer können Hotels im KI-Modus auswählen und die Buchung über Google Pay abschließen. Inzwischen sind auch weitere Einzelheiten zu Ranking, Werbung, Datenweitergabe und technischer Anbindung bekannt.

Thüringens Übernachtungszahlen sind im ersten Halbjahr 2026 nahezu stabil geblieben. Während Hotels mehr Übernachtungen verzeichneten, gingen die Zahlen bei Gasthöfen, Pensionen und Campingplätzen zurück.

Berlin hat im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 13,6 Millionen Übernachtungen verzeichnet. Das waren 2,7 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, während die Zahl der Gäste aus Deutschland um 1,8 Prozent stieg.

Rund 2,5 Millionen Gäste und 6,3 Millionen Übernachtungen hat Brandenburg im ersten Halbjahr 2026 registriert. Landesweit gingen die Zahlen leicht zurück, während einzelne Reiseregionen und Städte Zuwächse verzeichneten.

Das Althoff Seehotel Überfahrt hat seinen Wellnessbereich neugestaltet und den "4 elements spa by Althoff" in Betrieb genommen. Seit Anfang August empfängt die Einrichtung Gäste mit einer neuen Raumgestaltung und erweiterten Angeboten.