Studie: Künstliche Intelligenz verändert Marketing, Betrieb und Bau von Hotels

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Eine aktuelle Analyse zur Rolle von künstlicher Intelligenz in der Hotellerie kommt zu dem Ergebnis, dass entsprechende Anwendungen bereits heute messbare Effekte auf Kosten, Umsatz und Arbeitsabläufe haben. Zu diesem Schluss kommt ein Fachbeitrag mehrerer Branchenexperten, der in Zusammenarbeit mit der New York University erstellt wurde.

Demnach zeigen erste Anwendungen von künstlicher Intelligenz bereits Auswirkungen auf Kostenstrukturen, Vertrieb, Personalplanung und Gästeservice. Gleichzeitig befinden sich viele Hotelunternehmen noch in einem frühen Stadium der technologischen Nutzung.

Nur wenige Hotelunternehmen nutzen künstliche Intelligenz umfassend

Laut einer branchenübergreifenden Analyse des Beratungsunternehmens BCG aus dem Jahr 2025 verfügen weniger als zehn Prozent der untersuchten Hotelunternehmen über weit entwickelte Fähigkeiten im Bereich künstlicher Intelligenz. Diese Unternehmen werden in der Studie als „future built“ bezeichnet, also als Betriebe, die künstliche Intelligenz bereits umfassend einsetzen und daraus wirtschaftlichen Nutzen ziehen.

Weitere fünfundzwanzig Prozent der Hotelunternehmen befinden sich laut Analyse in einer Phase, in der künstliche Intelligenz schrittweise in verschiedene Unternehmensbereiche integriert wird. Diese Unternehmen erzielen nach Angaben der Studie bereits erste messbare Effekte.

Zu den Bereichen, in denen entsprechende Systeme eingesetzt werden, gehören insbesondere Marketing, Preisgestaltung, Gästekommunikation sowie operative Abläufe in den Hotels.

Zunehmende Nutzung bei Reiseplanung und Buchung

Nach Angaben der Autoren verändert künstliche Intelligenz bereits heute das Verhalten von Reisenden bei der Suche nach Hotels. Laut Studie nutzen siebenunddreißig Prozent der Reisenden bereits Sprachmodelle und digitale Assistenten, die in Reiseplattformen integriert sind, um Reisen zu planen und zu buchen.

Solche Systeme erstellen automatisch Reisevorschläge und berücksichtigen dabei Budget, Präferenzen und Reisedaten. Gleichzeitig analysieren sie nach Angaben der Autoren weitere Datenquellen, etwa Bewertungen oder Suchverhalten im Internet, um Vorschläge zu verfeinern.

Dynamische Preisgestaltung durch Datenanalyse

Auch in der Preissteuerung wird künstliche Intelligenz bereits eingesetzt. Systeme analysieren laut Bericht in Echtzeit eine Vielzahl von Faktoren, darunter Nachfrageentwicklung, Wettbewerberpreise, Flugkapazitäten, Veranstaltungen oder Bewertungen im Internet.

Nach Angaben von Branchenanalysten des Marktforschungsunternehmens STR haben entsprechende Systeme in einigen Hotels zu einer Steigerung des Umsatzes pro verfügbarem Zimmer von mehr als fünfzehn Prozent geführt.

Chatbots und digitale Concierge-Systeme im Einsatz

Im Gästeservice setzen Hotelunternehmen zunehmend automatisierte Kommunikationssysteme ein. Dazu zählen Chatbots und digitale Concierge-Anwendungen, die Anfragen wie WLAN-Zugang, Zimmerwechsel oder spätere Abreisezeiten bearbeiten.

Eine Auswertung des Datenportals Statista zeigt laut Bericht, dass fünfundsechzig Prozent der Führungskräfte in der Reisebranche Anwendungen im Bereich Chatbots und digitale Assistenten als den derzeit wichtigsten Einsatzbereich generativer künstlicher Intelligenz ansehen.

Automatisierung soll Personalmangel abfedern

Die Autoren verweisen zudem auf den anhaltenden Personalmangel in der Branche. Laut Angaben der American Hotel & Lodging Association meldeten im Jahr 2025 rund fünfundsechzig Prozent der Hotels in Nordamerika Schwierigkeiten bei der Besetzung offener Stellen. Gleichzeitig seien die Arbeitskosten im Jahresvergleich um elf Komma zwei Prozent gestiegen.

Ein Beispiel für den Einsatz künstlicher Intelligenz nennt der Bericht beim Ritz-Carlton San Francisco. Dort synchronisiert ein System die Zimmerreinigung mit Abreisezeiten, Gästewünschen und Personalverfügbarkeit. Nach Angaben der Studie konnte dadurch die Zeit für Reinigung und Vorbereitung der Zimmer um zwanzig Prozent reduziert werden.

Auch beim Lebensmittelmanagement kommt künstliche Intelligenz zum Einsatz. Im Four Seasons Peninsula Papagayo analysiert ein System Lebensmittelreste am Buffet mithilfe von Kameras und Waagen. Nach Angaben der Studie wurde der Lebensmittelabfall innerhalb von acht Monaten um etwa fünfzig Prozent reduziert.

Hürden bei Daten, Investitionen und Qualifikation

Trotz dieser Beispiele sehen die Autoren mehrere Hindernisse für eine breitere Nutzung. Dazu zählen insbesondere fragmentierte IT-Systeme, unzureichend vernetzte Daten sowie fehlende Fachkräfte.

Der Studie zufolge verfügen derzeit nur zwei Komma neun Prozent der Beschäftigten in der Reise- und Tourismusbranche über Kenntnisse im Bereich künstliche Intelligenz. In der Technologie- und Medienbranche liegt dieser Anteil laut Bericht bei einundzwanzig Prozent.

Für eine erfolgreiche Einführung sei laut Bericht vor allem eine einheitliche Datenbasis entscheidend. Viele Hotels arbeiten derzeit mit einer Vielzahl unterschiedlicher Systeme, etwa für Hotelmanagement, Kassensysteme, Kundenverwaltung oder Gastronomie, die nur eingeschränkt miteinander kommunizieren.

KI könnte künftig auch Bau und Planung von Hotels verändern

Neben Vertrieb und Betrieb sehen die Autoren weiteres Potenzial im Hotelbau und in der Projektplanung. Generative Entwurfssysteme könnten künftig verschiedene Gebäudevarianten automatisch analysieren und hinsichtlich Gästeströmen, Energieverbrauch oder Wirtschaftlichkeit bewerten.

In Kombination mit modularer Bauweise und automatisierten Bauverfahren könnten sich laut Studie Planungs- und Bauzeiten von Hotels deutlich verkürzen.

Der Bericht kommt zu dem Ergebnis, dass künstliche Intelligenz künftig nicht nur einzelne Abläufe, sondern die gesamte Wertschöpfungskette der Hotellerie beeinflussen könnte – von der Reiseplanung über den Hotelbetrieb bis hin zur Entwicklung neuer Hotelprojekte.


 

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