Tui sieht größeres Interesse an Langzeiturlauben und «Workation»

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Der Homeoffice-Trend, eine wieder höhere Ausgabebereitschaft für den Urlaub und steigende Energiekosten zu Hause stärken bei Tui das Geschäft mit längeren Reisen im Winter. Bei Aufenthalten von mehr als drei Wochen Dauer seien für die kalte Jahreszeit binnen weniger Tage etwa 1500 Buchungen eines speziellen Angebots eingegangen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.

Im Schnitt entschieden sich die Kunden für knapp 25, in der Spitze für bis zu 63 Nächte am Stück. Dabei spiele zunehmend «Workation» eine Rolle - also die Kombination von Arbeit und Urlaub oder das flexible Arbeiten von Ferienorten aus dank digitaler Vernetzung. Manche Hotels halten dafür inzwischen Zimmer mit Büroausstattung und Druckern bereit. Zielgruppe in der Zeit von Anfang November bis Ende April sind laut Tui außerdem Menschen, die «dem deutschen Winterwetter und steigenden Energiekosten entfliehen» wollen.

Insgesamt dürften sich Buchungen für Langzeiturlaube und «Workation» noch ausweiten, schätzt Tui-Deutschland-Chef Stefan Baumert: «Alles in allem könnte das Segment bei uns schon bald die Schwelle von 100 000 überschreiten - das Potenzial ist im Sommer wie Winter da. Mit den neuen Möglichkeiten des Homeoffice und flexiblen Arbeitszeitmodellen hat der Trend eine neue Klientel geschaffen.» Gefragt seien besonders die Türkei, Nordafrika mit Ägypten und Tunesien sowie Kanarische Inseln wie Teneriffa oder Fuerteventura.

Der Deutsche Reiseverband (DRV) erwartet in der Summe nach der sehr schwierigen Corona-Phase mit großen Umsatzeinbrüchen ein wieder anziehendes Geschäft. «Der bevorstehende Reisewinter wird im Vergleich zur Wintersaison vor einem Jahr aller Voraussicht nach deutlich besser werden», sagte DRV-Chef Norbert Fiebig anlässlich der Jahrestagung der Branche in Berlin. Die meisten Reiseländer hätten keine Einreisebeschränkungen oder nur noch geringe Auflagen.

Im Vergleich zum Vor-Corona-Winterhalbjahr 2018/2019 lag der Buchungsumsatz mit Stand Ende August allerdings um ein Drittel im Rückstand. Mit Blick auf 2023 sorgen sich einige Veranstalter zudem wegen der Folgen der historisch hohen Inflation für die Reisenachfrage. In der bevorstehenden Wintersaison profitierten Kunden aber noch von langfristig abgeschlossenen Verträgen, wie Fiebig erklärte. (dpa)


 

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