Verbraucherschützer bereiten eine Klage gegen Booking.com vor

| Hotellerie Hotellerie

Zwei niederländische Verbraucherorganisationen haben bekannt gegeben, dass sie rechtliche Schritte gegen Booking.com einleiten wollen. Sie werfen dem Online-Reiseportal vor, seit 2013 überhöhte Hotelpreise verlangt zu haben, und suchen nun betroffene Kundinnen und Kunden für eine Sammelklage.

In einer gemeinsamen Mitteilung erklärten die Consumer Competition Claims Foundation (CCC) und der Verbraucherverband, dass Booking.com den Verbraucherinnen und Verbrauchern über Jahre hinweg überteuerte Zimmerpreise berechnet habe. Dies habe einen Schaden in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro für niederländische Konsumenten verursacht.

„Die Verbraucher zahlen seit Jahren zu viel für ihre Hotelzimmer. Wir haben Untersuchungen durchgeführt, die zeigen, dass Booking.com seit Januar 2013 gegen die Wettbewerbsregeln und das Verbraucherrecht verstößt“, sagte Bert Heikens, Vorsitzender der CCC. „Durch illegale Absprachen und Verhaltensweisen hat Booking.com dafür gesorgt, dass Hotels keine niedrigeren Preise und besseren Konditionen anbieten konnten. Auch verschiedene europäische Regulierungsbehörden haben bereits festgestellt, dass Booking.com unrechtmäßig gehandelt hat.“

Laut Sandra Molenaar vom Consumentenbond habe Booking.com die Kunden auch aktiv getäuscht. „Die Plattform nutzt gefälschte Rabatte, unvollständige Preise und erfundene Knappheit“, sagte sie. „Mit dieser Art von ‚dunklen Mustern‘ beeinflusst Booking.com die Entscheidungen, die Verbraucher treffen. Und das ist nach den niederländischen und europäischen Vorschriften nicht erlaubt.“

Ein Sprecher von Booking.com erklärte gegenüber Reuters, das Unternehmen habe sich immer dafür eingesetzt, Reisenden die bestmöglichen Preise und ein transparentes Buchungserlebnis zu bieten, und wies alle gegenteiligen Behauptungen zurück.

Der erste Schritt des Verfahrens besteht darin, Booking.com-Nutzer zu sammeln. Jeder, der seit dem 1. Januar 2013 mindestens ein Hotelzimmer über Booking.com oder eine ähnliche Website gebucht hat, könne sich auf der Website des Consumentenbond für den Anspruch anmelden. Die Teilnehmer müssen nichts im Voraus bezahlen. Nur wenn die Klage erfolgreich ist, werden bis zu 25 Prozent des zugesprochenen Betrags zur Deckung der Anwaltskosten einbehalten.

25 europäische Hotelverbände machen derzeit ebenfalls gegen Booking.com und gegen, ihrer Meinung nach, überhöhte Provisionen der Buchungsplattform mobil. Hoteliers werden eingeladen, sich risikofrei an einer Sammelklage gegen den Online-Giganten zu beteiligen. Tageskarte erklärt, was Hotels tun müssen, um sich eventuelle Ansprüche zu sichern. Hier mehr erfahren: www.mybookingclaim.com


 


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Relais & Châteaux stellt seinen 580 Mitgliedern die Plattform MyImpact zur Verfügung. Sie erfasst CO₂-Bilanzen der Hotels und schätzt mögliche Emissionsminderungen; ab 2027 sollen betriebliche Praktiken auch in die Bewertung der Häuser einfließen.

May & Co. plant neben dem Kölner Dom ein Hotel mit rund 250 Zimmern. Die Untergeschosse des bestehenden Büro- und Geschäftshauses sollen erhalten bleiben; die Fertigstellung ist für Mitte 2030 vorgesehen.

Die So!Apart 2026 diskutiert das Verhältnis von Hotellerie und Apartmentsegment sowie Fragen zu Finanzierung und Buchungen über KI-Suche. Die Fachtagung findet am 18. und 19. November im Berliner Metropol statt.

 

Die Hotelstars Union sieht Fortschritte bei der Kennzeichnung der Hotelsterne in KI-Assistenten und auf Buchungsplattformen. Sterne sollten ausschließlich für offiziell klassifizierte Hotels verwendet und Bewertungen europaweit einheitlich dargestellt werden.

Firmen mieten bei Havens Living Wohnungen für ihre Beschäftigten: Seit September 2025 sind es nach Unternehmensangaben bereits 400 Apartments in Frankfurt, Berlin und Hamburg. International Campus will die Zusammenarbeit mit Arbeitgebern ausbauen.

Nach Datenlecks bei Buchungsdienstleistern nutzen Kriminelle echte Reservierungsdaten für betrügerische Nachrichten. Niedersachsens Datenschutzbehörde erläutert, welche Gäste Betriebe informieren müssen und welche technischen Maßnahmen vorgesehen sind.

Das Sheraton Fuerteventura Beach, Golf & Spa Resort schließt Ende September 2026 für eine umfassende Renovierung. Die Wiedereröffnung des Fünf-Sterne-Hotels auf den Kanaren ist für den 1. Mai 2027 geplant.

Das Hotelcamp Reinsehlen entwickelt sein Konzept weiter und tritt als Lodge Reinsehlen auf. Zur Neuausrichtung gehören eine überarbeitete Lobby, geplante Ruheplattformen und ein stärkerer regionaler Bezug in der Gastronomie.

Die US-Verbraucherschutzbehörde FTC bereitet laut Reuters ein Vorgehen gegen Booking Holdings wegen möglicherweise irreführender Hotelwerbung vor. Nach Angaben einer dieser Personen könnten die möglichen Strafen mehr als 500 Millionen Dollar betragen.

Die Motorworld Group plant am Hockenheimring eine neue Erlebnis- und Veranstaltungswelt. Das Projekt soll Motorsport, Handel, Werkstätten, Hotellerie, Gastronomie, Veranstaltungen und Dienstleistungen an dem Rennsportstandort miteinander verbinden.