Wien verschärft Regeln für Kurzzeitvermietung

| Hotellerie Hotellerie

Wien geht ab dem 1. Januar 2027 mit einer Registrierungspflicht und schärferen Regeln gegen die illegale Kurzzeitvermietung von Wohnraum vor. Wie Bürgermeister Michael Ludwig mitteilt, soll damit verhindert werden, dass Wohnungen dem privaten Wohnungsmarkt entzogen und für gewerbliche Zwecke genutzt werden.

Das im November im Wiener Landtag zu beschließende Wiener Kurzzeitvermietungsregistergesetz sieht vor, dass alle Gastgeber ab dem 1. Januar 2027 eine Registrierungsnummer benötigen. Für bereits im Markt befindliche Angebote gilt eine Übergangsfrist bis zum Ablauf des ersten Quartals 2027. Die Stadt Wien prüft nach Angaben der Verwaltung, ob Gründe gegen eine Vermietung sprechen, und stellt anschließend eine Nummer aus, die auf Plattformen wie Airbnb oder Booking.com angegeben werden muss. Bei Verstößen drohen Geldstrafenvon bis zu 50.000 Euro, wobei bei Wiederholung Mindeststrafen von 2.000 Euro vorgesehen sind.

Um die im Jahr 2024 eingeführte 90-Tage-Regel zu schützen, werden zudem die Bestimmungen für Umwidmungen von Wohnraum in Beherbergungsstätten außerhalb von Wohnzonen verschärft. Künftig müssen nach Angaben der Stadt mindestens achtzig Prozent der Nutzflächen der Regelgeschosse für Wohnzwecke erhalten bleiben. Damit soll laut Bürgermeister Ludwig verhindert werden, dass Eigentümer durch Umwidmungsanträge die gesetzlichen Vorgaben umgehen. Alle Verfahren, die seit dem Sommer eingelangt sind, fallen bereits unter die neuen Regeln, um eine Antragswelle zu verhindern.

Die Baupolizei verzeichnete im Jahr 2025 insgesamt 305 Anträge im Zusammenhang mit Beherbergungsstätten, wovon bis zum 31. Dezember 2025 genau 132 Anträge bewilligt wurden. Seit der Gründung des Referats Kontrolle Kurzzeitvermietung im Zuge der Regelverschärfungen im Juli 2024 gingen nach Angaben der Behörde 2.484 Anzeigen ein. Bis Ende Juli 2026 leitete das Referat 558 Strafanträge weiter. 

Bei der Erstellung dieses Artikels kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die Inhalte wurden redaktionell überprüft. Feedback nehmen wir gerne unter news@tageskarte.io entgegen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Auf Booking Holdings entfielen 2025 insgesamt 70,5 Prozent der deutschen OTA-Buchungen. Die HOTREC-Distributionsstudie zeigt zudem Unterschiede zwischen Individual- und Kettenhotels sowie abweichende Stornoquoten der Vertriebskanäle.

Einer der größten Insolvenzfälle der europäischen Hotellerie steht vor dem Abschluss: Bis Anfang Oktober übernehmen fünf internationale Hotelgruppen sowie weitere Investoren 154 insolvente Hotels der Revo Hospitality Group und sichern damit den Großteil der Arbeitsplätze.

Eine aktuelle Studie von HOTREC zeigt eine anhaltend hohe Konzentration im europäischen Hotelvertrieb, bei der zwei Plattformkonzerne den Markt für Online-Reiseagenturen dominieren.

Steigende Zimmerpreise reichen bei einem erheblichen Teil der Hotelbetreiber nicht aus, um den wirtschaftlichen Druck auf die Betriebe auszugleichen. Das zeigt der SELECT Hotel Operator Monitor 2026.

Das ehemalige Frauengefängnis in Berlin-Lichterfelde öffnet ab sofort seine Zellen als Boutique-Hotel für Übernachtungsgäste. Das Angebot umfasst individuell gestaltete Zimmer, Kunstausstellungen und gastronomische Bereiche.

Wenige Tage vor dem Oktoberfest sind viele Münchner Hotels noch nicht ausgebucht. Eine Tageskarte-Stichprobe bei Booking.com zeigt zudem 167 Unterkünfte, die am 15. September noch für die komplette Wiesn vom 19. September bis 4. Oktober durchgängig buchbar waren.

Das erst im Juni eröffnete Hotel Gołębiewski im polnischen Pobierowo hat im Juli und August 88.162 Übernachtungen registriert. Unter den ausländischen Gästen stellten Deutsche mit rund 1.300 Besuchern die größte Gruppe.

Wyndham erweitert Dolce Hotels & Resorts um die neue Marke Dolce Nova. Das Konzept sei von der italienischen Lebensart "il dolce far niente" inspiriert, dem „süßen Nichtstun“, und zielt auf eine bewusstere Art des Reisens ab.

Das Salzburger Hotel Goldener Hirsch hat sein mit einer Haube prämiertes Restaurant Herzl nach einem Umbau in vergrößerte Räumlichkeiten verlegt und bietet nun mehr Sitzplätze bei unveränderter Speisekarte.

Bob W hat seinen ersten österreichischen Standort mit 67 Studio-Apartments in Wien-Döbling eröffnet und setzt dabei auf lokale Partnerschaften und Nachhaltigkeit.