Wiesbadener Grandhotel Nassauer Hof schließt für mehrjährige Sanierung

| Hotellerie Hotellerie

Das traditionsreiche Grandhotel Nassauer Hof in Wiesbaden beendet mit einer Silvesterparty zum Jahresende 2025 seine aktuelle Ära und schließt anschließend für eine umfassende Grundsanierung. Die Wiedereröffnung ist für das erste Quartal 2028 geplant. Grund für die Schließung ist der Verkauf des Hauses an die Berliner Avila-Gruppe, verbunden mit dem Vorhaben einer kompletten Modernisierung.

Partnerschaftliche Weiterentwicklung und strategische Neuausrichtung

Die Avila-Gruppe plant die Weiterentwicklung des Nassauer Hofs in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit der Dorint Hotelgruppe. Die Avila-Gruppe und die Dorint Hotelgruppe sind bereits durch ein Hotelprojekt in Klink an der Müritz verbunden, das im Jahr 2026 eröffnet werden soll.

Dirk Iserlohe, geschäftsführender Gesellschafter der Hotel Nassauer Hof in Wiesbaden GmbH & Co. KG, erklärte im Frühjahr: „ Ziel ist es, den Nassauer Hof zu einem der führenden Häuser der Hommage Luxury Hotels Collection weiterzuentwickeln“. Das Haus soll nach der Sanierung, deren Ursprünge bis ins Jahr 1813 zurückreichen, fit für die Zukunft gemacht werden, um noch mehr Menschen nach Wiesbaden zu locken, so Hoteldirektor Jakob Stöhrer.

Reduzierte Zimmerzahl und Fokus auf private Gäste

Nach der Wiedereröffnung soll sich das Haus verändert präsentieren. Die Zahl der Gästezimmer und Suiten wird von 159 auf 104 reduziert. Diese Zimmer sollen größer, funktionaler und ruhiger gestaltet werden. Alexander Offermanns, Director of Operations, betont, die Verkleinerung sei eine Rückbesinnung auf den Anspruch des Hauses, welches in einer Reihe mit Häusern wie dem Mandarin Oriental München oder dem Hotel Vier Jahreszeiten in Hamburg stehe. Ziel sei es, wieder stärker Privatreisende anzusprechen. Zusätzlich sind im hinteren Flügel des Gebäudes Serviced Apartments für längere Aufenthalte vorgesehen.

Umfangreiche Modernisierungen geplant

Neben der Neugestaltung der Grundrisse soll der Spa-Bereich modernisiert und von etwa 1500 auf 2000 Quadratmeter vergrößert werden. Auch die Veranstaltungsräume werden technisch auf den neuesten Stand gebracht. Im Zuge der Sanierung wird das Haus zudem auf Nachhaltigkeit neu ausgerichtet. Geplant sind der Anschluss an das Fernwärmenetz und der Einsatz von Solartechnik. Die Fassade und zwei denkmalgeschützte Treppenhäuser bleiben erhalten, die Fassade wird gereinigt und ausgebessert.

Hoteldirektor Jakob Stöhrer bezeichnete das Haus als "große Dame". Er sagte, es sei traurig, dass dieses Kapitel ende, gleichzeitig mache es ihn aber auch glücklich, dem Hotel zu helfen, im 21. Jahrhundert anzukommen. Offermanns nannte den Nassauer Hof zudem das "Wohnzimmer Wiesbadens". Gäste des Hauses waren in der Vergangenheit unter anderem Kaiser Wilhelm II., Zar Nikolaus II., John F. Kennedy oder der Dalai Lama.

Zukunft von Mitarbeitern und Sternerestaurant

Von der Schließung sind rund 150 Mitarbeiter betroffen. Laut Berichten geht ein Teil des Teams in den Ruhestand. Für andere Angestellte seien vorrangig im Rhein-Main-Gebiet neue Stellen gefunden worden. Mehrere Mitarbeiter hätten signalisiert, nach der Wiedereröffnung 2028 gerne zurückkehren zu wollen.

Auch für das Sternerestaurant "Ente", das seit 45 Jahren durchgehend einen Michelin-Stern hält, gibt es eine Übergangslösung. Das Restaurant wird während des Umbaus in das Kloster Eberbach umziehen und dort spätestens Ende März neu eröffnen. Dies soll dem Küchenteam ermöglichen, zusammenzubleiben und den Stern zu verteidigen.

Der Abschied vom alten "Nassauer Hof" wird am 31. Dezember mit einer großen "Silvester Closing"-Party gefeiert. Hoteldirektor Stöhrer wird in diesem Zusammenhang zitiert: "Wir freuen uns mit einem weinenden und einem lachenden Auge darauf, gemeinsam mit den Wiesbadenern dieses Kapitel mit einem Knall zu verabschieden – und dann auch wieder mit einem Knall zu eröffnen!"


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Der Ensana Fürstenhof in Bad Griesbach hat nach einer umfassenden Modernisierung wiedereröffnet. Das Hotel umfasst 148 Zimmer und eine 4.500 Quadratmeter große Spa-Landschaft. Ein medizinischer Bereich ist für Anfang 2027 geplant.

Das von Fairmont Hotels & Resorts geführte Plaza Hotel in New York soll ab Januar 2027 mindestens vier Jahre geschlossen bleiben. Geplant sind Reparatur- und Restaurierungsarbeiten an der denkmalgeschützten Fassade. Das Plaza diente als Schauplatz mehrerer Filme.

Die Comer Group will das ehemalige Hilton-Hotel in Gravenbruch kaufen. Nach einem Bericht der Hessenschau ist der Vertrag unterschrieben, die behördliche Genehmigung steht jedoch aus. Der sanktionierte Geschäftsmann Ali Ansari darf von dem Verkauf nicht profitieren.

Kapital und Gästenachfrage sind vorhanden, doch Hoteltransaktionen müssen höhere Anforderungen erfüllen. Die vierte Ausgabe des „Expert Papers“ „Booking the Future“ von mrp hotels beleuchtet, worauf Investoren, Banken und Betreiber bei Finanzierung, Konzept und Wachstum achten.

Stayery expandiert nach München und übernimmt ein Apartmenthaus am Oberwiesenfeld mit 105 Einheiten. Die Eröffnung des konvertierten Bestandsgebäudes am Olympiapark ist für Anfang 2027 geplant.

Seetelhotels meldet einen Ransomware-Angriff auf interne IT-Systeme. Ein möglicher Datenabfluss wird untersucht; bei Buchungen und Anfragen kann es zu Verzögerungen kommen.

Die Radisson Hotel Group hat in Breslau ihr 20. Prize-by-Radisson-Hotel eröffnet. Das Haus im Sky Tower verfügt über 208 Zimmer und ist der zweite Standort der Marke in Polen.

Accor tritt mit dem geplanten ibis Styles Helsinki Helka erstmals in den finnischen Hotelmarkt ein. Das Haus mit 157 Zimmern soll Ende 2027 aus dem traditionsreichen Hotel Helka hervorgehen.

Das bisherige Mercure Tagungs- und Landhotel Krefeld soll ab Januar 2027 als eigenständiges Haus unter dem Dach einer neu gegründeten GmbH fortgeführt werden. Das bestehende Team soll bleiben; neue Tagungskonzepte sind in Arbeit.

Der Ulmer Gemeinderat hat nach einem Bericht der Südwest Presse mit knapper Mehrheit eine Bettensteuer beschlossen. Ab 2030 sollen Übernachtungsgäste drei Euro pro Nacht zahlen.