2.500 Euro pro Hektar: Baden-Württemberg fördert Stilllegung von Rebflächen

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Winzer können Weinberge künftig roden und bekommen dafür eine Prämie. «Gerodete Rebflächen können vorübergehend aus der Bewirtschaftung genommen werden. Das gibt den Betrieben eine Verschnaufpause, um Geschäftsmodelle zu überdenken», teilte Agrarministerin Marion Gentges (CDU) in Sasbachwalden (Ortenaukreis) mit. Mit der Rotationsbrache schaffe das Land ab kommendem Jahr eine weitere Möglichkeit, mit dem Strukturwandel umzugehen.

Immer mehr Winzer geraten in wirtschaftliche Schwierigkeiten, weil die Kosten steigen und sie weniger Wein verkaufen. Europaweit wird weniger Wein getrunken. Die Betriebe bauen gleichfalls auf immer weniger Fläche Wein an. Die Rebfläche sank im Jahr 2025 um 3 Prozent auf 25.822 Hektar, wie das Statistische Landesamt in Fellbach mitteilte.

Oftmals würden Flächen nicht mehr bewirtschaftet, weil sich der Anbau finanziell nicht mehr lohne. Gentges sagte, der Strukturwandel im Weinbau sei bedeutend für Baden-Württemberg. Bei der befristeten Stilllegung von Flächen könnten die Böden in der Zwischenzeit regenerieren und die offenen Flächen bereicherten Artenvielfalt und Landschaftsbild. Es gibt 2.500 Euro je Hektar, wenn auf der Fläche statt Rebstöcke dann befristet Blumen blühen. Geld gibt es für maximal drei Hektar.

Unterdurchschnittliche Ernte erwartet

Gentges bekräftigte, dass man auch regional prägende Steillagen langfristig erhalten und stärker fördern wolle. Der Präsident des Badischen Weinbauverbandes, Rainer Zeller, sagte: «Um auch in Zukunft erfolgreich wirtschaften zu können, brauchen wir die Unterstützung der Politik - insbesondere dann, wenn es darum geht, unseren Unternehmen wieder die notwendige unternehmerische Freiheit zu geben.» Die Branche brauche verlässliche Rahmenbedingungen und mehr Spielräume, damit die Betriebe wirtschaftlich arbeiten und Zukunftsperspektiven entwickeln könnten.

Die Weinlese 2026 hatte in vielen Regionen ungewöhnlich früh begonnen. Die anhaltende Trockenheit hat das Beerenwachstum gebremst. Deshalb sei insgesamt mit unterdurchschnittlichen Erträgen zu rechnen, teilte das Agrarministerium weiter mit. 

Die in Baden am häufigsten angebaute rote Rebsorte ist 2025 der Blaue Spätburgunder gewesen, bei den weißen Sorten liegen Ruländer und Müller-Thurgau vorn. In Württemberg dominierten weiterhin rote Rebsorten, darunter Trollinger und Lemberger. Die wichtigste weiße Rebsorte in Württemberg ist der Riesling. (dpa)


 

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