Dumpingpreise bei Spargel und Erdbeeren

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Die Anbauer von Spargel und Erdbeeren geraten nach Angaben des Deutschen Bauernverbandes mitten in der laufenden Saison durch umfangreiche Importe der Lebensmittelketten und eine spürbare Kaufzurückhaltung unter Druck.

«Größere Mengen billiger Importware bei Erdbeeren und Spargel drücken die Preise deutlich nach unten. Bei diesen Dumpingpreisen können unsere Bauern schlicht nicht mehr mithalten», sagte Bauernpräsident Joachim Rukwied am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Zudem kauften die Verbraucher nach Ansicht des Verbandes aufgrund der hohen Inflation deutlich weniger.

Wenn Landwirte ihre Ware nicht zu vernünftigen Preisen verkaufen könnten, dann belaste das diese Betriebe schwer. «Wir hören von Landwirten, dass sie auf einigen ihrer Spargel- oder Erdbeerfelder nicht mehr ernten. Das macht man aber nur, wenn die Erntekosten höher sind als der Verkaufserlös», verdeutlichte der Bauernpräsident. Er befürchtet einen Rückgang der Anbauflächen bei Obst und Gemüse im kommenden Jahr besonders vor dem Hintergrund des auf 12 Euro steigenden Mindestlohns. «Wir sehen die Gefahr einer Verlagerung der Erzeugung in europäische Billiglohnländer», sagte er.

Zuvor hatte auch der Provinzialverband Rheinischer Obst- und Gemüsebauer eine starke Kaufzurückhaltung der Verbraucher bei Spargel, Erdbeeren und vielen Freilandgemüsearten beklagt und von einer kritischen Situation in den Betrieben berichtet. Die Nachfrage nach Spargel ist demnach in der Region um etwa 20 bis 30 Prozent niedriger als noch im Vorjahr. «Die Kühllager sind voll, der Absatz läuft nicht wie gewünscht», sagte der Vize-Geschäftsführer des Regionalverbandes, Peter Muß. Dabei sei Spargel deutlich günstiger als im Vorjahr zu bekommen. Auch er verwies auf die Konkurrenz durch billigere Importware in den Supermärkten, die im Ausland zu deutlich niedrigeren Löhnen und Sozialstandards produziert worden sei. (dpa)


 

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