Investor soll Eichbaum retten – aber viele Jobs fallen weg

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Die insolvente Brauerei Eichbaum ist der Rettung einen Schritt näher gekommen – die Beschäftigten müssen dafür aber voraussichtlich herbe Einschnitte hinnehmen. Die Gläubiger haben dem Fortführungskonzept der Geschäftsführung zugestimmt, teilte das Mannheimer Unternehmen mit. Zuvor stand auch eine Abwicklung der Traditionsbrauerei im Raum.

Zentraler Bestandteil des Konzepts ist den Angaben nach der Einstieg eines Investors, der Geld in die Brauerei stecken und wesentliche Vermögenswerte übernehmen will. Dazu gehören vor allem die Marke, Betriebsimmobilien und Produktionsanlagen. Die Eigenverwaltung soll demnach nun alle erforderlichen Schritte zur Umsetzung der Transaktion einleiten.

Eichbaum muss stabilisiert werden

Für den Generalbevollmächtigten Christoph Glatt, der die Neuaufstellung im Rahmen der Eigenverwaltung unterstützt, ist die Entscheidung der Gläubiger ein klares Votum für die Zukunft von Eichbaum. «Jetzt geht es darum, die vereinbarten Maßnahmen strukturiert umzusetzen und die wirtschaftliche Stabilisierung des Unternehmens zu erreichen», teilte er mit. 

Dazu zählt neben strukturellen Änderungen sowie im Tagesgeschäft auch ein größerer Stellenabbau. Es sei erforderlich, die Beschäftigtenzahl deutlich zu reduzieren, um eine langfristige Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. «Die dafür erforderlichen Schritte werden in enger Abstimmung mit den Beteiligten in den kommenden Wochen eingeleitet». Eine genaue Zahl blieb zunächst offen. 

NGG: Zwei Drittel der Beschäftigten soll Job verlieren

Zuletzt arbeiteten bei Eichbaum noch etwa 290 Menschen. Im Februar hatte die Brauerei einen Abbau von knapp 100 Stellen bestätigt. Für die Rettung zeichnen sich noch drastischere Schritte ab: Nach Angaben der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) sollen etwa zwei Drittel der 290 Beschäftigten ihren Job verlieren. Das sei sehr bitter, teilte NGG-Landeschef Hakan Ulucay mit. Durch die Vereinbarung gebe es aber eine «reelle Chance auf Rettung des Brauereistandorts in Mannheim».

So könnten knapp 100 Stellen erhalten werden. «Jetzt gehe es darum, dass es für die verbleibenden Beschäftigten weiter geht und sie wieder auf sichere Arbeitsplätze bauen können». Die Gewerkschaft kündigte an, sich für einen sozialverträglichen Stellenabbau und eine Transfergesellschaft einzusetzen. 

Antrag auf Insolvenz Ende Oktober

Die Brauerei hatte Ende Oktober 2025 den Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung gestellt. Im Export war der Umsatz zurückgegangen, im Inland sank die Nachfrage. Das führte zu einem erheblichen Liquiditätsengpass. Das Unternehmen liefert eigenen Angaben zufolge weltweit in mehr als 60 Länder. 

Eichbaum sollte früheren Plänen zufolge von einer reinen Brauerei zu einem breiter aufgestellten Getränkehersteller umgebaut werden. Erst vor wenigen Monaten war bekanntgeworden, dass Eichbaum seine Marke Karamalz samt Produktion an Veltins verkauft hat. Der Verkaufspreis wurde nicht genannt. (dpa)


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