Leere Regale, hohe Preise? Landwirte melden Ernteverluste

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Wochenlange Hitze, kaum Regen - das Wetter hat in diesem Jahr die Ernte schrumpfen lassen, so die Prognose des Deutschen Bauernverbands. Drohen nun leere Regale und Preisexplosionen bei bestimmten Produkten?

Nein, sagt Judith Dittrich, Marktanalystin für Verbraucherforschung bei der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI). «Der Markt wird versorgt», sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Gleichzeitig geht sie davon aus, dass einige Produkte teurer sein werden als zuletzt. 

«Salatgurken waren zuletzt zum Beispiel schon deutlich teurer als letztes Jahr», sagte die Expertin. Auch die Apfelernte falle kleiner aus als im erfolgreichen Jahr 2025. Weil hier große Lagerbestände abverkauft werden, werde sich der zu erwartende Preisanstieg hier erst bald zeigen. Bei Kartoffeln sei dieser dagegen schon jetzt zu erkennen.

Und wie steht's um Brot und Backwaren?

In den Bäckereien erwartet Dittrich dagegen keine großen Preiserhöhungen, zumindest nicht aufgrund der geringen Erntemengen bei Getreide. «In diesem Bereich gibt es viele Prozesse zwischen der Getreideernte und dem Verkauf von Brot, daher ist der Effekt der Ernte auf die Verbraucherpreise geringer», betonte sie. Ein wichtiger Faktor seien etwa die Energiekosten bei der Verarbeitung der geernteten Mengen. 

Bauernverband: Enttäuschende Ernte

Der Deutsche Bauenverband hatte am Dienstag von einer enttäuschenden Ernte in diesem Jahr berichtet. «Insbesondere in Süd- und Westdeutschland haben fehlende Niederschläge zu schwachen Erträgen bis hin zu Missernten bei einzelnen Kulturen geführt», so Bauernpräsident Joachim Rukwied. 

Einbußen zeigten sich demnach etwa bei Winterweizen als wichtigster Getreideart und Winterraps, bei dem Schäden durch Schädlinge hinzukamen. Bei Kartoffeln zeichne sich ein mittleres bis unterdurchschnittliches Ergebnis ab, erläuterte der Bauernverband. 

Nahrungsmittel wurden in fünf Jahren rund ein Drittel teurer

Selbst auf Flächen mit künstlicher Bewässerung seien kaum durchschnittliche Erträge zu erwarten. Im Süden und andernorts mit zu wenig Regen gibt es auch Probleme beim Nachschub fürs Tierfutter, denn auf trockenen Wiesen wächst nach dem ersten Mähen kein Gras mehr nach. 

Die Preise für Nahrungsmittel sind in den vergangenen Jahren bereits deutlich gestiegen. Zwischen Juli 2021 und Juli 2026 gingen die Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke dem Statistischen Bundesamt zufolge um 32,6 Prozent nach oben. Zum Vergleich: Die allgemeine Preissteigerung in Deutschland lag in diesem Zeitraum bei 21,5 Prozent.

Verbraucher kaufen weiterhin sehr preisbewusst ein

Barbara Kopske vom Marktforscher Nielsen IQ betont, dass es neben den Erntemengen viele Faktoren gibt, die sich auf die Preise etwa von Nahrungsmitteln auswirken. Grundsätzlich geht sie aber davon aus, dass die Preise in verschiedenen Warengruppen weiter steigen werden. «Wir sehen beispielsweise, dass die Preise für Tiefkühlkost zuletzt bereits gestiegen sind. Geringere Erntemengen könnten diese Entwicklung zusätzlich verstärken», sagte Kopske der dpa. Die Preise für Molkereiprodukte seien dagegen gesunken. 

«In der Summe liegen die Preise für Nahrungsmittel derzeit leicht unter dem Vorjahresniveau», erklärte die Expertin. «Dazu tragen unter anderem der weiterhin hohe Anteil von Promotions und damit Käufen zu reduzierten Preisen, die verstärkte Nachfrage nach günstigeren Eigenmarken sowie die anhaltend hohe Bedeutung der Discounter als Einkaufsstätte bei.» Nielsen IQ beobachte darüber hinaus, dass die Verbraucher weiterhin ein ausgeprägtes Preisbewusstsein bei Nahrungsmitteln und Konsumgütern des täglichen Bedarfs hätten. Die Preise würden hier am Regal genau verglichen. (dpa)


 

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