Warsteiner-Konzern will mit neuem Chef Umbau vorantreiben

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Der um Warsteiner entstandene Bierkonzern will unter neuer Führung seinen mit tiefen Einschnitten verbundenen Umbau vorantreiben. Nachdem das Aus der Herforder Brauerei feststeht, soll im Herbst über einen Verkauf oder die Schließung der Paderborner Brauerei entschieden werden. 

Bodo-Joachim Wendenburg werde in der Geschäftsführung insbesondere die Restrukturierung des Unternehmens im Kontext der anhaltend herausfordernden Rahmenbedingungen im Markt verantworten, sagte die Inhaberin der Haus Cramer Gruppe, Catharina Cramer, der dpa. «Ich freue mich, ihn für diese Aufgabe gewonnen zu haben. Er hat mein volles Vertrauen.» 

Wendenburg wurde mit Wirkung zum 23. Juli 2026 zum Chefmanager der Haus Cramer Gruppe berufen. Mehrere Medien hatten berichtet. Wendenburg war zuvor bereits seit mehreren Monaten beratend für die Gruppe aktiv, wie der Bierkonzern weiter mitteilte. Der erfahrene Restrukturierungsexperte sei zuletzt in verschiedenen Unternehmen der Konsumgüterindustrie tätig gewesen.

Trennung von zwei Brauereien

Im Mai hatte die Haus Cramer Gruppe die Schließung der Brauerei in Herford für das zweite Halbjahr 2026 angekündigt. Falls ein Verkauf der Brauerei in Paderborn nicht gelinge, solle der Betrieb dort zum Jahresende 2026 eingestellt werden. Der Familienkonzern kürzt mit der Trennung von diesen beiden Brauereien in Ostwestfalen-Lippe seine Kapazitäten um 30 Prozent.

Konzentration in Warstein

Die Bierproduktion der Gruppe innerhalb von NRW werde am Stammsitz in Warstein im Sauerland konzentriert. Auch die Lohnproduktion von Bier für Kunden der Haus Cramer Gruppe wird demnach von den Standorten in Ostwestfalen-Lippe in die Brauerei nach Warstein im Sauerland verlagert.

Entscheidung im Herbst 

Die Produktionsverlagerung aus Herford nach Warstein ist den Angaben zufolge noch im Gange und verlaufe planmäßig. Zur Paderborner Brauerei heißt es: «Eine Entscheidung wird im Herbst 2026 erwartet.» Bereits im Mai hatte die Haus Cramer Gruppe erklärt, die Biermarken Herforder und Paderborner blieben erhalten und würden künftig in Warstein hergestellt. 

Sozialplan steht

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hatte Ende Juli den Abschluss eines Sozialtarifvertrages für 220 Beschäftigte in Herford und Paderborn bekanntgegeben. So gebe es Abfindungen. In Warstein würden 50 Arbeitsplätze angeboten. Im Fall der Herforder Brauerei seien frühestens im September Kündigungen zu erwarten. Falls der Verkauf der Paderborner Brauerei scheitere, würden frühestens im November Kündigungen verschickt. 

Auch Vertriebsmanager geht 

Die Haus Cramer Gruppe hat außerdem bestätigt, dass Marco Schulze, bisher Vertriebsdirektor Handel, das Unternehmen in beiderseitigem Einvernehmen verlasse. Hintergrund sei die organisatorische Zusammenlegung der Geschäftsfelder Handelsvertrieb, Lohnbrau sowie Export. Die Verantwortung für den neu geschaffenen Bereich übernehme Adriano Leo, der die Lohnbrautochter H. C. Drinks Solutions und das internationale Geschäft leite. (dpa)


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