Dirk Breuckmann bleibt Präsident des Dehoga Niedersachsen. Die Delegierten des Landesverbandstages bestätigten den Direktor des Maritim Airport Hotels Hannover in Hildesheim in seinem Amt. Breuckmann wurde zudem als Vorsitzender des Ausschusses für Arbeitsmarkt und Tarifpolitik wiedergewählt. Den Vorsitz des Ausschusses für Berufsbildung übernimmt künftig Mareike Zägel aus Aurich. Die bisherige Vorsitzende Nicole Rösler war nicht erneut angetreten.
Neben den Wahlen befasste sich der Verband mit der wirtschaftlichen Lage des Gastgewerbes und den politischen Rahmenbedingungen für Hotellerie und Gastronomie. Am Montag, dem 26. Oktober, hatte Christoph Ploß, Koordinator der Bundesregierung für maritime Wirtschaft und Tourismus, mit den Delegierten über Reformen am Arbeitsmarkt und die künftige Tourismusförderung gesprochen.
Dehoga Niedersachsen meldet sinkende Umsätze und steigende Betriebskosten
Die Konjunkturumfrage des Landesverbandes vom September 2026 weist für den Zeitraum Januar bis September einen durchschnittlichen Rückgang des nominalen Nettoumsatzes um 4,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum aus. Auch das Sommergeschäft blieb für viele Betriebe hinter den Erwartungen zurück: 45,9 Prozent meldeten niedrigere Umsätze als im Vorjahr. Bei 33,1 Prozent blieben die Erlöse unverändert, während 20,9 Prozent höhere Umsätze verzeichneten.
Zugleich beobachten 76,6 Prozent der befragten Unternehmen, dass ihre Gäste etwas oder deutlich weniger ausgeben als im Vorjahr. Lediglich 2,9 Prozent nehmen höhere Ausgaben wahr. Als größte betriebliche Herausforderungen nennen 88 Prozent der Befragten gestiegene Personalkosten, 76 Prozent höhere Energiekosten und 71,9 Prozent höhere Warenkosten. 66,5 Prozent sehen sich durch hohe Bürokratiebelastungen unter Druck. 62,9 Prozent berichten von Gewinnrückgängen.
Die Möglichkeit, Kostensteigerungen über höhere Preise auszugleichen, ist der Umfrage zufolge begrenzt. 45,6 Prozent der Betriebe können gestiegene Kosten kaum weitergeben, weitere 12,9 Prozent überhaupt nicht. Eine vollständige Weitergabe gelingt lediglich 4,1 Prozent.
Dehoga-Hauptgeschäftsführer Mark Alexander Krack erklärt, die Unternehmen kämpften gleichzeitig mit steigenden Personal-, Energie- und Warenkosten, zurückhaltenden Gästen und bürokratischen Belastungen.
Verband fordert bezahlbare Minijobs und flexiblere Arbeitszeiten
Der Dehoga setzt sich für den Erhalt der Minijobs als Beschäftigungsform ein. Der Verband verweist dabei auf ihre Bedeutung für die Personalplanung, insbesondere bei Einsätzen am Abend, an Wochenenden und bei Veranstaltungen.
Mit Blick auf die zum 1. Januar 2027 beschlossene Mindestlohnerhöhung auf 14,60 Euro rechnen der Umfrage zufolge 71 Prozent der Betriebe mit höheren Preisen. 33,7 Prozent erwägen, ihren Mitarbeiterstamm zu reduzieren. Jeweils 28,4 Prozent ziehen eine Einschränkung des Angebots oder der Öffnungszeiten in Betracht. 4,1 Prozent nennen eine mögliche Betriebsschließung als Folge.
Auch beim Arbeitszeitgesetz verlangt der Verband Änderungen. Anstelle einer täglichen Höchstarbeitszeit solle eine Wochenarbeitszeit mehr Spielraum bei der Verteilung der Arbeitsstunden ermöglichen. Die geltenden Schutzstandards für Beschäftigte sollten dabei erhalten bleiben. Die Regelung müsse aus Sicht des Dehoga allen Betrieben offenstehen und zugleich die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben berücksichtigen.
Breuckmann kritisiert die aus seiner Sicht fehlende Planbarkeit politischer Entscheidungen. Bei Themen wie der Arbeitszeitflexibilisierung und den Minijobs gebe es Verunsicherung in den Betrieben, während wichtige Weichenstellungen verzögert würden.
Dehoga verlangt abgestimmte Tourismusförderung von Bund und Land
Bei der Tourismusförderung fordert der Verband eine engere Abstimmung zwischen Bund und Niedersachsen. Die Nationale Tourismusstrategie des Bundes und die noch in Entwicklung befindliche Tourismusstrategie des Landes müssten in konkrete Maßnahmen münden. Förderprogramme sollten ineinandergreifen und Kooperationen sowie überregionale Strukturen unterstützen.
Der Dehoga will die Hotellerie und Gastronomie dabei stärker berücksichtigt sehen. Beide Bereiche seien wichtige Bestandteile der touristischen Wertschöpfungskette und wirkten wirtschaftlich auch auf Einzelhandel, Handwerk, Kultur und ländliche Räume.
Der Verband kündigt an, sich weiterhin auf Landes- und Bundesebene für aus seiner Sicht bessere wirtschaftliche Rahmenbedingungen einzusetzen.
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