USA: Starbucks beendet KI-gestützte Inventur

| Technologie Technologie

Starbucks hat die Nutzung eines Programms auf KI-Basis zur automatisierten Erfassung von Warenbeständen in den USA wieder eingestellt. Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf ein internes Unternehmensrundschreiben sowie informierte Personen berichtet, wurde das System in der vergangenen Woche abgeschaltet. Die Einführung der Anwendung war vor neun Monaten erfolgt.

Rückkehr zur manuellen Erfassung der Warenbestände

Nach Informationen von Reuters wurden die Mitarbeiter darüber informiert, dass die automatisierte Zählung ab sofort beendet sei. Die Zählung von Getränkezutaten und Milch erfolgt demnach künftig wieder nach dem gleichen Verfahren wie bei anderen Warenkategorien im Kaffeegeschäft. Das Unternehmen begründete den Schritt mit dem Ziel, die Methoden zur Bestandszählung in allen Filialen zu vereinheitlichen. Man fokussiere sich weiterhin auf Konsistenz und Ausführung im großen Maßstab, so das Unternehmen in einer Stellungnahme. Zudem arbeite die Kette an einer höheren Frequenz der täglichen Warenauffüllung und an weiteren Verbesserungen der Lieferkette.

Mängel bei der technischen Umsetzung 

Das System war ursprünglich Teil von Bemühungen des Vorstandsvorsitzenden Brian Niccol, bestehende Produktengpässe in den Filialen zu beheben, die nach Angaben des Unternehmens zu Umsatzbelastungen geführt hatten. Wie Reuters bereits im Februar berichtete, wies die Anwendung jedoch erhebliche Mängel auf. Das Programm, welches den Warenbestand durch visuelle Erfassung ermitteln sollte, hatte Produkte häufig falsch gezählt oder fehlerhaft identifiziert. Dabei wurden beispielsweise unterschiedliche Milchsorten verwechselt oder Artikel gänzlich übersehen. Als Beispiel für die Fehlfunktionen führte der Bericht ein internes Video von Starbucks an, in dem die Software eine Flasche mit Pfefferminzsirup nicht erkannte, während sie die benachbarten Flaschen erfasste.

Trotz der berichteten technischen Schwierigkeiten hatte Starbucks gegenüber Reuters im Februar erklärt, dass die Nutzung des Programms die Verfügbarkeit der Produkte in den Filialen verbessert habe. Diese Kennzahl gilt als eine der primären Messgrößen für den Fortschritt im Rahmen der Unternehmensstrategie von Brian Niccol zur Neuausrichtung der Kette. 


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

KI-Bilder, Chatbots oder automatisch erstellte Texte: Ab dem 2. August 2026 gelten neue Transparenzpflichten des EU AI Act. Wann Hotels und Restaurants Inhalte kennzeichnen müssen – und wann nicht.

Warum sind manche Google-Apps auf Android-Handys Standard? Der Tech-Gigant muss eine milliardenschwere Wettbewerbsstrafe der EU-Kommission akzeptieren.

Anzeige

Fragmentierte IT-Systeme kosten Hotels in der DACH-Region jährlich bis zu 51 Arbeitstage pro Mitarbeiter:in und bis zu 21 Prozent ihrer Betriebskosten. Der Prozess dorthin ist unbewusst und schleichend. Es gibt jedoch sechs Warnsignale, die zeigen, ob ein Haus an veralteten Lösungen festhält und: Quick Wins für einen schlanken Veränderungsprozess.

Das Berliner Hoteltechnologie-Unternehmen Smart Host erhält eine Wachstumsfinanzierung von Riverside Acceleration Capital. Die Mittel sollen in den Ausbau der Plattform, die DACH-Region und die Expansion in weitere europäische Märkte fließen.

Microsoft beobachtet seit April 2026 eine gezielte Cyberangriffskampagne gegen Hotels in Europa und Asien. Die Angreifer nutzen täuschend echte Phishing-Mails und installieren nach dem Öffnen vermeintlicher Bilddateien eine dauerhaft aktive Schadsoftware.

Ab August 2026 gelten neue Transparenzpflichten des AI Act. Was bedeutet das für Hotels, Restaurants und touristische Unternehmen? Ein Praxis-Check zeigt, welche KI-Inhalte gekennzeichnet werden müssen – und welche nicht.

Eine aktuelle Studie des TÜV-Verbands zeigt, dass über die Hälfte der deutschen Unternehmen einen hohen Weiterbildungsbedarf bei digitalen Kompetenzen sieht. Insbesondere größere Betriebe und der Handel haben eine hohe Nachfrage.

Pressemitteilung

Otherwander Soho hat sich für Apaleo als ihr PMS entschieden. Das neu eröffnete Pod-Hotel mit 566 Pods im Herzen Londons setzt auf die offene Plattform für eine vollständig digitale Gästereise und einen konsequent schlanken Betrieb. 

Eine repräsentative Bitkom-Umfrage zeigt erhebliche Unterschiede beim Wissen der Deutschen über digitale Sicherheit. Während Cyberangriffe den meisten Bürgern ein Begriff sind, bleiben konkrete Schutzmechanismen wie Passkeys oft unbekannt.

Amadeus erweitert seine strategische Partnerschaft mit Google und integriert das Sprachmodell Gemini sowie Google Maps für personalisierte Reiseempfehlungen. Die Kooperation baut auf der laufenden Migration von Plattformteilen in die Google Cloud auf, die die globale Reichweite des IT-Dienstleisters auf 42 Regionen ausweitet.