Die globale Reisebranche befindet sich auf Wachstumskurs, der sich voraussichtlich auch fortsetzen wird. Besonders die Online-Buchungen spielen dabei laut Phocuswright eine Schlüsselrolle. Bis 2026 könnten fast zwei Drittel aller Reisebuchungen digital erfolgen.
Eine aktuelle Studie der Deutschen Zentrale für Tourismus bestätigt die Bedeutung der Vereinigten Staaten als wichtigsten Überseemarkt für den deutschen Tourismus. Trotz gestiegener Kostensensibilität bleiben die Ankünfte stabil auf dem Niveau des Vorjahres.
Die Ferienparkkette Center Parcs prüft die Errichtung eines großen Ferienparks im Lausitzer Seenland. Das Projekt auf Brandenburger Seite solle zwischen Sedlitzer See und Partwitzer See auf rund 90 Hektar Fläche 500 bis 700 Ferienhäuser umfassen.
Tui spürt weiterhin die Folgen des Iran-Kriegs, viele Menschen buchen ihren Urlaub zudem später. Doch es gibt auch Lichtblicke. Was erwartet Europas größter Reisekonzern für die Wintersaison?
Rüdiger Grube blickt entspannt in Richtung Weihnachten. Sie hätten sich gut vorbereitet, so der Vorstandsvorsitzende im Interview. Die Bahn sei weit besser auf den Winter eingestellt als in der Vergangenheit. So stünden allein 21.000 Mitarbeiter zum Schneeräumen bereit, vor zwei Jahren seien es noch 9.000 gewesen. So ganz überzeugt scheint der Manager aber dann doch nicht zu sein: Man solle niemals versprechen, dass alles problemlos läuft, machte Grube deutlich.
Nach vielen Jahren in den Miesen wird Air Berlin in diesem Jahr wohl erstmals wieder ein positives Ergebnis verbuchen können. „Wir gehen heute davon aus, dass wir 2012 einen Gewinn darstellen können“, sagte Fluglinienchef Hartmut Mehdorn. Die schwarzen Zahlen sind allerdings „erkauft“. Denn auf der anderen Seite ist die Air Berlin jetzt 70 Prozent seines Vielfliegerprogramms los. Die Bonussammler werden für 184 Millionen Euro an den Partner Etihad verkauft.
Und wieder einmal Unister: Weil der Reisevermittler Kundedaten schlecht geschützt habe, soll ein Schaden in sechsstelliger Höhe entstanden sein, wie eine Recherche des MDR und der Computer Bild ergeben hat. Rund 400.000 Menschen, die mit ihrer Kreditkarte bei Unister haben, sollen betroffen sein. Unister bestreitet die Vorwürfe, habe allerdings etwa 140.000 Euro Strafe und Wiedergutmachung an die Kreditkartenfirman Visa und Master Card gezahlt.
Und weiter geht’s mit Unister – Die Ermittlungen rund um das Leipziger Online-Unternehmen haben zur ersten großen Kündigung geführt: Laut einem Bericht des Handelsblatts habe der Reiseriese Tui den Agenturvertrag gekündigt. Und zwar fristlos. Das bedeute, so Firmensprecher Mario Köpers, dass es ab sofort keine Tui-Produkte mehr über die Unister-Portale zu kaufen gäbe. Unister sei zwar ein großer Player im Online-Markt, doch Tui verzichte lieber auf eine ganze Menge Umsatz, als in diesen Sumpf hineinzugeraten. Das betroffene Unternehmen suchte sogleich nach anderen Erklärungen. Nach Angaben des Unternehmenssprechers komme die Kündigung nicht überraschend. Die Branche spekuliere seit längerem darüber, ob die Tui aus strategischen Gründen nicht mehr mit Fremdportalen arbeiten möchte. Der hannoversche Reisekonzern sieht das allerdings anders: Sie seien Qualitäts- und Marktführer. Da komme eine Zusammenarbeit nicht infrage.
Jetzt spricht der Chef – Nachdem bekannt wurde, dass auch der nächste angesetzte Eröffnungstermin im Oktober 2013 wackelt, hat sich Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer erstmalig direkt zum Flughafendebakel der Hauptstadt geäußert und dabei den Airport-Chef Rainer Schwarz hart kritisiert. Wenn es nach dem Bundesverkehrsminister allein ginge, wäre der Geschäftsführer der Gesellschaft längst weg, so Ramsauer am Wochenende. Er hätte kein Vertrauen mehr in ihn. Der Großflughafen BER hat nach wie vor Probleme mit dem Brandschutz. Ein heute stattfindendes Gespräch zwischen Regierung und den verantwortlichen Firmen soll Klarheit bringen. Bei einer weiteren Verschiebung gilt es zudem als sicher, dass Klaus Wowereit als Aufsichtsratschef abgelöst wird.
Wie die Bild-Zeitung berichtet, soll Unister-Chef Thomas Wagner (34) heute aus dem Gefängnis kommen. „Der Flucht- und Verdunkelungsgefahr kann man mit weniger einschneidenden Mitteln entgegenwirken“, sagte das Amtsgericht Dresden. Außerdem gehe es wegen der Größe des Unternehmens um zahlreiche Arbeitsplätze. Unister beschäftigt 1.900 Mitarbeiter. Dem Unister-Gründer werden nach Angaben der Zeitung allerdings strenge Auflagen abverlangt. So müsse sich der Internet-Unternehmer regelmäßig bei der Polizei melden, seine Reisedokumente abgeben und eine Kaution hinterlegen. Die anderen beiden Unister-Manager blieben inhaftiert.
Deutsche mit Behinderung würden gerne mehr verreisen. 37 Prozent der mobilitätseingeschränkten Menschen sind jedoch aufgrund mangelnder zugänglicher Einrichtungen in der Vergangenheit noch nicht gereist, so sagt es die Studie "ITB World Travel Trends Report". Jedoch würden 48 Prozent häufiger die Koffer packen, wenn geeignete Angebote zur Verfügung stünden. 60 Prozent wären sogar bereit, höhere Reisekosten für eine bessere Zugänglichkeit zu zahlen. Nach neuesten Ergebnissen gibt es allein in Europa 80 Millionen Menschen mit Behinderungen, die auch ein erhebliches Potential für die Reisewirtschaft darstellen würden.
Sollten Urlauber nicht wie geplant vom Veranstalter am Flughafen abgeholt werden, dürfen sie auf seine Kosten mit dem Taxi ins Hotel fahren. Zumindest, wenn sie früh am Morgen landen und keine realistische Alternative haben. Das berichtet die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in ihrer Zeitschrift „Reiserecht aktuell“ und beruft sich dabei auf ein aktuelles Urteil des Amtsgerichts Charlottenburg. Das Gericht hatte einer klagenden Touristin Recht gegeben, die in Dubai vergebens auf ihren Transport gewartet hatte. Sie nahm sich ein Taxi, die Rechnung muss nun der deutsche Reiseveranstalter übernehmen.