Ägyptens Badeorte sind menschenleer

| Tourismus Tourismus

Von dunkelblau bis türkis färbt sich das Meer, das zu dieser Jahreszeit normalerweise unzählige Urlauber lockt. Aber die Strände von Hurghada sind menschenleer. In dem beliebten Badeort in Ägypten sind die Liegen dieser Tage zu Türmen gestapelt, kein einziger Tourist ist unter den Sonnenschirmen zu sehen. Wegen der Corona-Krise sind Urlauber abgereist, Hotels und Restaurants wurden geschlossen. Und niemand weiß, wann das Strandleben hier wieder halbwegs normal weitergehen wird.

Die Hotels in Hurghada seien nur noch mit dem nötigsten Personal besetzt, sagt der aus Mannheim stammende Marcel Lauck, der in Hurghada eine Bar betreibt. «In den Straßen ist einfach nix mehr los. Man sieht nur noch ein paar Jogger. Das Meer ist auch abgesperrt.» Er und seine Freunde würden sich jetzt mit Sport oder Online-Kursen die Tage vertreiben. «Man hat sich mit der Situation abgefunden und macht das beste aus der Auszeit», sagt der 34-Jährige, der vor knapp zehn Jahren nach Ägypten auswanderte.

Auch die Strände in Scharm El-Scheich, ein weiterer beliebter Badeort in Ägypten, seien verlassen, berichten Anwohner. Der Ort lebt wie Hurghada - und Ägypten überhaupt - sehr stark vom Tourismus. Mehr als 13 Millionen Urlauber besuchten das nordafrikanische Land 2019. Viele Deutsche reisen regelmäßig an, um etwa am Strand zu entspannen oder Tauchen zu gehen. Durch das Coronavirus sind diese Einnahmen jetzt weggebrochen. Einige Experten vermuten, dass die Branche wegen der Krise pro Monat Verluste in Höhe von einer Milliarde Dollar macht.

Marcel Lauck glaubt daran, dass nach der Krise irgendwann wieder Normalität einkehren wird. «Die Deutschen lassen sich doch ihren Urlaub nicht nehmen.» Hurghada habe auch die politischen Umwälzungen der Jahre 2011 und 2013 sowie die Krise nach mehreren Terroranschlägen überlebt, als der Tourismus einbrach. Die Korallenriffe und das traumhafte Wetter im November - all das würden die Urlauber früher oder später wiederentdecken. Auch seine Bar will Lauck dann wieder öffnen.

Und die leeren Straßen und Strände hätten auch ihr Gutes, sagt Lauck: «Ehrlich gesagt ist es hier echt geil. Das Wetter ist super, man hat viel Platz und man kann machen, was man will.»

(dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Fast jede fünfte Winterreise wird laut Dertour Reisebarometer allein angetreten. Besonders die Generation 50 plus und Langzeiturlauber prägen das Segment. Zu den meistgebuchten Zielen gehörten Spanien, Ägypten und die Türkei.

Griechenland will den Massentourismus auf vielen Inseln und in beliebten Ferienorten stärker begrenzen und gleichzeitig Natur und Landschaft besser schützen. Die Regierung stellte dazu bei einer Pressekonferenz in Athen neue Regeln für den Tourismus und den Hotelbau vor.

Eine aktuelle YouGov-Studie zeigt eine deutliche Zurückhaltung deutscher Reisender beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Zwar können sich viele Befragte den Einsatz von KI-Anwendungen im Reisebereich grundsätzlich vorstellen, die tatsächliche Nutzung bleibt laut den erhobenen Daten jedoch meist im einstelligen Prozentbereich.

Zugfahrten ins Ausland werden bei Reisenden beliebter. Die Bahn will davon profitieren und stärkt gerade im Sommer ihr Programm. Bei manchen Verbindungen in Metropolen gibt es aber noch hohe Hürden.

Die Tripadvisor Group hat im ersten Quartal 2026 einen Umsatzrückgang von 4 Prozent gemeldet. Wachstum verzeichnete das Unternehmen nach eigenen Angaben vor allem im Bereich Experiences sowie bei der Restaurantplattform TheFork.

Deutschland bleibt laut aktuellen Marktdaten das weltweit wichtigste Ziel für internationale Geschäftsreisen. Während klassische Geschäftsreisen zurückgehen, bleiben Veranstaltungen und Bleisure-Reisen auf stabilem Niveau.

Eine aktuelle Erhebung des Portals Holidu prognostiziert für die Saison 2026 eine hohe Auslastung bei Ferienhäusern an den deutschen Küsten bei weitgehend stabilen Mietpreisen. Insbesondere an der Nordsee planen Urlauber ihren Aufenthalt langfristig.

Nach mehreren Hantavirus-Fällen und drei Todesopfern darf das Kreuzfahrtschiff «Hondius» einen Hafen auf den Kanaren anlaufen. Was Spanien und internationale Behörden nun planen.

Es ist nicht immer leicht, sich im Urlaub die Sonnenliegen am Hotelpool zu sichern, oft sind sie mit Handtüchern reserviert. Das will sich ein Reisender nicht gefallen lassen - er fordert Geld zurück.

Eine aktuelle Studie belegt, dass die geopolitische Lage im Nahen Osten die Reiseplanung von 70 Prozent der Deutschen beeinflusst. Trotz aufgehobener Reisewarnungen für Golfstaaten wie Katar und die VAE bleiben Urlauber vorsichtig.