Bei Städtetrips zählt Preis, Sauberkeit und Lage

| Tourismus Tourismus

Ob ein Kurztrip, ein Wochenendausflug: Städtereisen erfreuen sich in Deutschland großer Beliebtheit – und das bundesweit mit erstaunlich ähnlichen Vorlieben. Eine aktuelle, repräsentative Umfrage von Meininger-Hotels gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut Appinio hat 2.101 Personen im Alter von 16 bis 65 Jahren zu ihrem Verhalten bei Städtereisen von zwei bis vier Tagen befragt. Das Ergebnis der Umfrage zeigt, dass es zwar regionale Unterschiede gibt, aber die Deutschen bei Städtetrips erstaunlich ähnlich ticken, vor allem, wenn es um das Wichtigste geht: gutes Essen, saubere Hotels und faire Preise.

Berliner als Reiseweltmeister, Norddeutsche bleiben lieber zuhause

Die Mehrheit der Deutschen, nämlich 52 Prozent, unternimmt ein- bis zweimal pro Jahr einen Städtetrip. Besonders reiselustig zeigen sich dabei die Berliner: Neun Prozent von ihnen verreisen sogar mehr als sechsmal im Jahr, während der Bundesdurchschnitt hier bei vier Prozent liegt. Im Gegensatz dazu verzichten durchschnittlich fast 14 Prozent der Deutschen komplett auf Städtereisen. Besonders zurückhaltend sind dabei die Nordlichter: In Schleswig-Holstein liegt der Anteil der Städtereise-Verweigerer bei 22 Prozent, dicht gefolgt von Hamburg (21 Prozent) und Bremen (19 Prozent).

Gemeinsam unterwegs: Zu zweit reist es sich am liebsten

Die Deutschen setzen beim Städtereisen vor allem auf Gesellschaft. Rund 59 Prozent entscheiden sich für den Kurztrip zu zweit, 35 Prozent zieht es eher in kleinen Gruppen von drei bis vier Personen in die Stadt. Wer allerdings denkt, Alleinreisen sei ein Randphänomen, liegt daneben. Immerhin 17 Prozent der Befragten verreisen regelmäßig solo. In Hamburg ist dieser Anteil mit 30 Prozent sogar fast doppelt so hoch wie im Bundesschnitt.

Reisekasse: Die Mehrheit bleibt unter 1.000 Euro

Fast die Hälfte der Städtereisenden (45 Prozent) bewegt sich im Budgetrahmen von 500 bis 1.000 Euro pro Person und Trip mit einer Länge zwischen zwei und vier Tagen. Knapp 40 Prozent bleiben unter 500 Euro, während 14 Prozent mehr als 1.000 Euro investieren. Bei Reisenden aus Brandenburg liegt dieser Anteil mit 20 Prozent sogar über dem Durchschnitt. Die sparsamsten Gäste kommen aus Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Sachsen, dort reisen 48 Prozent, 46 Prozent bzw. 44 Prozent mit einem Budget von unter 500 Euro pro Person. Wer denkt, Rabatte seien nur ein netter Bonus, täuscht sich. Für fast 88 Prozent der Städtereisenden spielen Sonderaktionen eine zentrale Rolle bei der Buchungsentscheidung. Eine Ausnahme bildet das Saarland, wo ein Fünftel der Befragten angab, kaum oder gar nicht auf Preisnachlässe zu achten.

Preis, Sauberkeit, Lage: Worauf es bei der Unterkunft wirklich ankommt

Was die Wahl der Unterkunft betrifft, übernachten 57 Prozent der Deutschen bevorzugt im Hotel. Etwa ein Viertel entscheidet sich für eine Ferienwohnung. Ausschlaggebend bei der Wahl der Unterkunft sind vor allem der Preis (67 Prozent), gefolgt von Sauberkeit (51 Prozent) und der Lage (50 Prozent). Besonders preisbewusst zeigen sich dabei die Reisenden aus Sachsen-Anhalt (75 Prozent), Mecklenburg-Vorpommern (74 Prozent) und Schleswig-Holstein (73 Prozent). Für Bremer ist Sauberkeit mit 59 Prozent wichtiger als für den Durchschnitt der Bundesrepublik. Für 37 Prozent der Reisenden aus Rheinland-Pfalz und Thüringen sind auch die Parkmöglichkeiten der Unterkunft relevant, während dies nur für 25 Prozent aller Befragten ein Hauptfaktor ist. Hamburger legen mit 38 Prozent besonderen Wert auf eine gute Anbindung an den ÖPNV, bundesweit sind es 27 Prozent.

Die Übernachtungskosten betreffend, gibt der Großteil der Städtereisenden zwischen 50 und 100 Euro pro Nacht und Person aus (59 Prozent). Ein gutes Viertel bleibt sogar unter der 50-Euro-Marke, während rund 17 Prozent bereit sind, 100 bis 200 Euro pro Nacht zu investieren. Besonders günstig übernachten Reisende aus Sachsen (34 Prozent unter 50 Euro) und Mecklenburg-Vorpommern (35 Prozent), wobei Letztere ein erstaunlich breites Ausgabenspektrum zeigen: Während ein Drittel dort unter 50 Euro bleibt, sind fast ebenso viele (31 Prozent) bereit, 100 bis 200 Euro pro Nacht und Person zu zahlen. Das ist mehr als in Brandenburg (22 Prozent) und Hamburg (21 Prozent).

Genuss vor Sehenswürdigkeiten: Was Städtereisende wirklich wollen

Bei Städtereisen in Deutschland stehen Essen und Trinken bundesweit ganz oben auf der Beliebtheitsskala. Durchschnittlich 57 Prozent der Befragten nennen kulinarische Erlebnisse als wichtigste Freizeitaktivität auf ihrem Trip und das gilt in allen Bundesländern. Dahinter folgen klassische Programmpunkte wie Sightseeing (51 Prozent), Entspannung (39 Prozent), Kultur (38 Prozent), Shopping (34 Prozent) und Entertainment (28 Prozent). Ein genauer Blick auf die Kategorien zeigt dennoch interessante Unterschiede in den weiteren regionalen Vorlieben: In Baden-Württemberg legen Städtereisende neben dem Essen (63 Prozent) bundesweit am häufigsten Wert auf Sightseeing (62 Prozent). Reisende aus Sachsen erreichen mit 48 Prozent den höchsten Anteil beim Interesse an kulturellen Angeboten wie Museen, Theater oder Ausstellungen. Den Spitzenwert beim Thema Entspannung (Wellness, Spa) erreichen Bremer mit 47 Prozent. Beim Shopping setzen Brandenburger mit 44 Prozent den Bundesrekord, während in Hamburg mit 36 Prozent Unterhaltung wie Konzerte, Festivals oder Freizeitparks besonders gefragt ist.

Über die Untersuchung:

Die von Meininger Hotels beauftragte Studie wurde vom 16. bis 26. Mai 2025 in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Appinio durchgeführt. Befragt wurden 2.101 Personen im Alter von 16 bis 65 Jahren, bezogen auf Städtereisen von zwei bis vier Tagen Dauer. Die Ergebnisse sind bundesweit repräsentativ für die Bevölkerung.

Mehr über Meininger Hotels: Webseite, Instagram, LinkedIn, Blog


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Er ist ein Klassiker eines jeden Besuchs in Rom: der Trevi-Brunnen im historischen Zentrum der italienischen Hauptstadt. Doch der bisher kostenlose Zugang zu dem wohl berühmtesten Brunnen der Welt wird künftig etwas kosten.

Eine Datenauswertung von Airbnb identifiziert die aktuell beliebtesten Reiseziele deutscher Urlauber im 400-Kilometer-Umkreis der Landesgrenze. Vor allem naturnahe Regionen in Österreich und Italien verzeichnen ein massives Wachstum bei den Suchanfragen.

Eine aktuelle Interhome-Analyse beleuchtet die Buchungstrends deutscher Gäste für das Jahr 2026. Die Daten zeigen eine stabile Nachfrage nach Destinationen in den Alpen sowie an den Küsten und belegen eine klare Präferenz für Unterkünfte mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis.

Ein Ausblick auf den Tourismus im Jahr 2126 zeigt eine Branche im radikalen Umbruch. Von der KI-gesteuerten Reiseplanung über Biohacking zur Lebensverlängerung bis hin zu orbitalen Hotelanlagen könnten technologische Innovationen das Reisen in 100 Jahren grundlegend neu definieren.

Die Nordsee Schleswig-Holstein blickt auf ein ereignisreiches Tourismusjahr 2026. Neben ökologischen Schwerpunkten im Nationalpark und großen Jubiläen in Helgoland und St. Peter-Ording ergänzen neue Infrastrukturprojekte das Angebot.

Im Oberen Mittelrheintal werden bis 2027 zehn neue Wanderwege unter der Marke Loreley Spuren ausgeschildert. Das Projekt umfasst Routen unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade zwischen Braubach und Kaub, die sich an den Qualitätsstandards des Deutschen Wanderverbandes orientieren.

Die Lüneburger Heide schlägt einer Untersuchung zufolge beim Bekanntheitswert aus Niedersachsen sogar Volkswagen. Das geht aus einer Befragung des Instituts für Demoskopie Allensbach hervor. Tourismusexperten jubeln.

Das neue ÖHV-Urlaubsradar prognostiziert eine steigende Reisebereitschaft für die Semesterferien. Dabei steht der Heimaturlaub im Fokus: Fast 80 Prozent der Reisenden planen einen Aufenthalt in Österreich, wobei Salzburg und Tirol die beliebtesten Bundesländer bleiben.

Ab Ende Februar wird es ernst: Ohne ETA gibt’s keinen Zutritt zu Flugzeugen und Zügen nach Großbritannien. Was es zu beachten gibt und mit wie viel Vorlauf man den Antrag stellen sollte.

Früh aufstehen, statt den letzten Urlaubstag am Pool ausklingen zu lassen? Wenn der Rückflug vom Abend in den Morgen vorverlegt wird, ist das frustrierend. Aber immerhin kann es Geld zurückgeben.