Berlin stoppt Tourismus-Werbung

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In vier Berliner Bezirken liegt die Zahl der Neuinfektionen innerhalb einer Woche über 50 je 100. 000 Einwohner. Der Berliner Durchschnittswert der Neuinfektionen lag am Montag bei 41,5. Für Visit Berlin Grund genug, die Tourismus-Werbung für die Stadt auszusetzen.

Seit Ende letzter Woche mehrere Bezirke zu Risikogebieten erklärt wurden, habe man sämtliche Werbekampagnen vorerst gestoppt, wie Geschäftsführer Burkhard Kieker im Inforadio erklärte. Stattdessen konzentriere man sich nun gemeinsam mit dem Senat auf eine Sensibilisierungskampagne, die sich an die Bewohner der Hauptstadt richtet.

In der Branche kommt der Werbe-Stopp nicht so gut an. Wie zum Beispiel Zeev Rosenberg bei Facebook schreibt, werde die gesamte Tourismusbranche über einen Kamm geschert. Schließlich sei es bislang nicht bekannt, dass in Hotels eine erhöhte Ansteckungsgefahr bestehe. Stattdessen würde die Einstellung der Webung Existenzen gefährden und Arbeitsplätze aufs Spiel setzen. 

Auch die Steigenberger-Managerin Gabriele Maessen, die mittlerweile als neue Präsidentin des German Chapter der Cornell Hotel Society (CHS) tätig ist, machte ihrem Unmut Luft: Es sei unfassbar, wie die Berliner Politik mit der Branche umgehe. Anscheinend hätten diese immer noch nicht verstanden, wie viel Geld der Tourismus der Stadt gebracht habe. Hilfe, Unterstützung oder gar Wertschätzung seien in schlechten Zeiten Fremdwörter. 

Inszwischen hat Visit Berlin die zititierten Aussagen seines Geschäftsführers erläutert, in einer Mail des Geschäftsführers heißt es nun: „visitBerlin hat aktuell eine vor allem in Süddeutschland gespielte Radio- und Online Kampagne für einige Tage ausgesetzt. Auf anderen Kanälen werben wir natürlich weiter für das touristische und kulturelle Angebot der deutschen Hauptstadt. Je nach Entwicklung der Lage in unserer Stadt werden wir auch zukünftig unsere Werbung immer wieder kurzfristig anpassen müssen. Werbung kann auch kontraproduktiv sein, wenn unsere Stadt gleichzeitig als Risikogebiet thematisiert wird. Daher wollen wir flexibel bleiben. Es ist wichtig, dass Berlin bei unseren Besucher*innen als sichere Destination wahrgenommen wird. Dazu gehört es transparent zu kommunizieren und eben auch auf die Bremse zu treten, wenn die Situation dies erfordert.“

ITB Berlin lädt zur Pop-Up-Messe

Während die Marketinggesellschaft der Hauptstadt aufgrund der Corona-Zahlen die Werbung einstellt, laden die ITB Berlin und das Berlin Travel Festival zu "We Love Travel! – A Tourism Recovery Pop-Up" ein. Vom 16. bis 18. Oktober solle die Veranstaltung der Branche dabei helfen, gemeinsam Wege aus der Krise zu finden. Ein genereller Werbe-Stopp gehört nicht dazu. 


 

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