Das französische Bordeaux ist eines der berühmtesten Weinbaugebiete der Welt. Doch auch abseits der Hafenstadt an der Garonne gibt es in der Region allerhand verborgene Schätze zu entdecken. Rund 30 Kilometer östlich von Bordeaux auf einem Plateau über der plätschernden Dordogne befindet sich ein solcher: Das kleine, aber wunderschöne Saint-Émilion. Hier findest du über 13 Jahrhunderte Geschichte, welche von kleinen Häusern, verwinkelten Gassen und einer malerischen Naturlandschaft erzählt werden. Der Legende nach wurde das beschauliche Saint-Émilion auf einem Felsvorsprung aus Kalkstein von einem Einsiedler gegründet – damals noch unter dem Namen Ascumbas. Dass dieser Boden perfekt für den Weinanbau sein würde, wusste dieser damals gewiss noch nicht.
In Saint-Émilion findest du nicht das nur eine oder andere Highlight, sondern das gesamte Städtchen gleicht einem Freilichtmuseum. Seine architektonische Schönheit eingebettet in die grünen Weinberge mit ihren Schlössern, Windmühlen & Co hat die Kulturlandschaft weltberühmt gemacht. Von Kapellen und Kirchen aus vergangenen Zeiten über alte Taubenhäuser oder beeindruckende Keller bis hin zu einem der besten Weine der Welt gibt es in Saint-Émilion allerhand zu entdecken. Doch wie wurde das einstige Ascumbas zum heutigen Saint-Émilion?
Angeblich kam im achten Jahrhundert ein Mönch nach Ascumbas und entschloss sich, in der beeindruckenden Kulisse zu verbleiben: Émilion. Er brachte den christlichen Glauben in das kleine Dorf und gründete ein evangelisches Kloster. Der Mönch erlangte schnell überregionale Bekanntheit. Sein Schaffen zog zahlreiche Christen aus der Region nach Ascumbas und führte zur Gründung der Vielzahl an Kirchen und Klöstern, welche du bis heute bewundern kannst. In seinem Kloster wurde schließlich auch der neue Name für die Heimat des Mönchs geboren: Saint-Émilion.
Weltberühmte Gastronomie in Saint-Émilion
Neben seiner einzigartigen Geschichte, den architektonischen Schätzen und seinem Status als UNESCO Weltkulturerbe, ist Saint-Émilion vor allem für eines weltberühmt: seine Gastronomie. Lokale Traditionen werden hier nach wie vor großgeschrieben. Gleich drei mit Michelin-Sternen ausgezeichnete Restaurants befinden sich im Herzen der Stadt und die heimische Spezialität namens „Macarons“ wird mittlerweile auf der ganzen Welt verkauft. Ein weiteres Highlight ist der Sekt in Weiß und Rosé, welcher schon im Jahr 1892 erstmalig in den unterirdischen Steinbrüchen des einstigen Klosters hergestellt wurde. Vor allem aber steht Saint-Émilion für Wein.
Das Weinbaugebiet von Saint-Émilion lautet auf den Namen Montagne- Saint-Émilion. Montagne ist französisch für „Berg“ und damit bezeichnend für die rund 5.700 Hektar große Rebfläche auf den Hügeln aus Kalkstein, welche sich nordöstlich von Saint-Émilion erheben. Montagne-Saint-Émilion gehört damit zur Weinbauregion Bordeaux im Département Gironde und verfügt seit dem 14. November 1936 über den Status „Appellation d’Origine Contrôlée“. Zwischen 70.000 und 90.000 Hektoliter Rotwein werden jedes Jahr in Montagne-Saint-Émilion hergestellt, hauptsächlich aus der Rebsorte Merlot. Zugelassen sind hier jedoch auch Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon und Pressac.
Es hebt sich aber nicht nur aufgrund der Vielfalt seiner Weine aus den zahlreichen Weingütern und Châteaus von anderen Weinbaugebieten in Frankreich ab, sondern auch durch deren exzellente Qualität, welche dem Weinbaugebiet Montagne- Saint-Émilion überregionale Bekanntheit eingespielt hat. Die Vielfalt der Böden erlaubt eine Reihe an Geruchs- und Geschmacksnuancendie, sodass gewiss auch für dich die richtige Wahl dabei ist. Aus diesem Grund wurde nicht nur die Stadt Saint-Émilion, sondern das gesamte Weinbaugebiet Montagne-Saint-Émilion im Jahr 1999 zum UNESCO Weltkulturerbe ernannt. Verschlägt es dich also in die Region Saint-Émilion, darfst du dir eine Kostprobe der heimischen Weine keinesfalls entgehen lassen. Dafür brauchst du vor allem eines: Zeit, denn in Montagne-Saint-Émilion findest du hunderte kleine Châteaux, welche zu Besichtigungen und Verkostungen einladen.
Die Châteaux von Montagne-Saint-Émilion
Die Liste der Weingüter in der Weinbauregion ist dementsprechend lang und diese in ihrer Vollständigkeit aufzuzählen beinahe unmöglich. Dennoch dürfen einige berühmte Namen nicht unerwähnt bleiben:
Château Calon-Ségur: Das Weingut ist seit dem Jahr 1855 in die dritthöchste Klassifikation namens Grand Cru Classé eingestuft. „Meinen Wein baue ich auf Lafite und Latour an – aber mein Herz ist in Calon“, soll der einstige Gründer gesagt haben, der berühmte Marquis de Ségur. Bis heute prägt diese Aussage die Marke des Château Calon-Ségur, dessen Weine auf dem Etikett ein Herz tragen. Im Jahr 2012 wurde das Château jedoch von der Familie Capbern-Gasqueton in gewerblichen Besitz verkauft. Es zählt rund 53 Hektar Fläche, wo etwa 240.000 Flaschen Wein pro Jahr produziert werden – allen voran Cabernet Sauvignon.
Château Faizeau: Ebenfalls in Montagne-Saint-Émilion befindlich, grenzt das Weingut mit dem Namen Château Faizeau im Norden direkt an Saint-Émilion. Das Besondere an dem Weingut ist der ausschließlich aus alten Reben erzeugte Wein, welcher seit Jahren an der Spitze der Appellation liegt. Das Château Faizeau befindet sich gemeinsam mit dem Château La Fleur de Gay im Familienbesitz eines der Top-Pomerols.
Château Franc-Baudron: Seit dem Jahr 1923 gehört das Château Franc-Baudron mittlerweile der Familie Guimberteau. Hier stehen Leidenschaft und Tradition für die Winzer an oberster Stelle. Somit hat das Weingut vor allem aufgrund seines eimaligen Preis-Genuss-Verhältnisses überregionale Bekanntheit erlangt und setzt seit einigen Jahren auf zertifizierte Bio-Weine. Das Château Franc-Baudron liegt auf einem besonderen Weinberg, wie der Winzer Charles Guimberteau erklärt: „Da haben wir nur eine dünne Lehmauflage und dann direkt ganz kompakten und dichten Kalkstein. Super für den Merlot und den Cabernet Franc, außerdem stehen hier mehr als 50 Jahre alte Rebstöcke.“ Genau aus diesem Grund ist der edle Tropfen so begrenzt und begehrt.
Château Maison-Blanche: Das sogenannte Schloss mit dem weißen Haus gehört zu den bekanntesten und renommiertesten Weingütern von Montagne-Saint-Émilion. Es beherbergt einen der größten Reifekeller der Region und wurde im Jahr 2006 ebenfalls als Bio-Weingut zertifiziert. Ökologischer Anbau für authentische Weine steht bei den Winzern auf Château Maison-Blanche im Fokus. Angebaut wird hier neben dem Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon auch Merlot.
Château Rocher Corbin: Dieses Weingut zählt rund zehn Hektar Anbaufläche und setzt vor allem auf konventionellen Weinbau in höchster Qualität. Hier findest du die Rebsorten Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc und Merlot. Das Château Rocher Corbin steht für einen holzigen Geschmack mit Noten von Karamell und Vanille. Die fruchtigen Weine auf cremiger Grundlage gelten somit nach einigen Jahren Reife als optimale Speisenbegleiter.
Château Teyssier: Dieses Weingut befindet sich nach wie vor im Familienbesitz Teyssier und ist rund 50 Hektar groß. Hier wird hauptsächlich Merlot angebaut. Der feine Wein besticht durch eine fruchtige Note mit einem Hauch Pflaume, Kirsche, Rosenblätter, Veilchen, Aprikose, Jasmin und Passionsfrucht. Auch im Château Teyssier wird großer Wert auf einen biologischen Anbau ohne Chemie gelegt.
Gourmet-Reise nach Montagne-Saint-Émilion
Auf der Suche nach einem qualitativ hochwertigen Wein – gegebenenfalls sogar in Bio-Qualität – führt kaum ein Weg an den Châteaux von Montagne-Saint-Émilion vorbei. Fruchtige Noten wechseln sich hier mit Hölzern und cremigen Grundlagen ab. Die Winzer vor Ort betreiben ihr Handwerk größtenteils seit vielen Generationen und haben sich dem Wein mit voller Leidenschaft verschrieben. Saint-Émilion und seine Weinberge sind eine Wohltat für Augen und Gaumen zwischen delikaten Weinen und süßen Macarons. Das einzigartige Kalk-Lehm-Gemisch auf dem „Montagne“ bietet sowohl alten als auch neuen Reben die perfekte Heimat. Somit kann Saint-Émilion namentlich problemlos an den berühmten Nachbarn Bordeaux anknüpfen und zählt als einer der Aufsteiger dieser Zeit. Der elegante Rotwein aus dem Bordelais wird mittlerweile international verkauft, ist aufgrund seiner begrenzten Stückzahlen vor allem in den guten Jahrgängen 2015 und 2016 aber sehr beliebt und dementsprechend schnell ausverkauft. Wer kann, nimmt also direkt vor Ort im Hofverkauf des Châteaux ausreichend Flaschen mit. In Montagne-Saint-Émilion wird ausschließlich Rotwein gekeltert. Empfohlen wird eine Alterung von rund fünf bis zehn Jahren.
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