Deutsche planen häufiger internationale als nationale Urlaubsreisen

| Tourismus Tourismus

Anfang Juli haben die ersten Bundesländer in Deutschland bereits Sommerferien, Zeit für viele in den Urlaub zu fahren. Die entspannte Corona-Situation in Deutschland könnte zwar potenzielle Reisepläne der Deutschen begünstigen, jedoch wurden vor kurzem verschärfte Maßnahmen für Reiserückkehrer zur Vorbeugung vor der Verbreitung der Delta-Variante des Coronavirus getroffen. Dies trifft die Deutschen derzeit hart, denn sie streben ins Ausland: Nur 25 Prozent der Deutschen gaben im Mai 2021 an, Urlaubsreisen innerhalb der nächsten zwölf Monate ausschließlich im eigenen Land zu planen. Das sind 18 Prozentpunkte weniger als der internationale Durchschnitt (43 Prozent). 24 Prozent der Deutschen planen sowohl nationale als auch internationale Urlaube in den kommenden zwölf Monaten, und 18 Prozent planen nur internationale Urlaubsreisen. Letzteres ist verglichen mit dem weltweiten Durchschnitt (8 Prozent) ein hoher Wert. Dies zeigen Daten des aktuellen International Travel & Tourism Report 2021 von YouGov.

Reiseeinschränkungen für Deutsche derzeit größeres Reisehindernis als das Gesundheitsrisiko

Im Oktober 2020 hielt das Gesundheitsrisiko, sprich die Angst vor einer Erkrankung mit dem Coronavirus, drei von fünf Deutschen (61 Prozent) vom Reisen ab. Dieser Wert lag damals über dem der Reiseeinschränkungen (58 Prozent) als Reisehindernis. Ab November 2020 kehrte sich dieser Wert um: Im Mai 2021 gaben 60 Prozent aller deutschen Befragten an, dass Reiseeinschränkungen sie vom Reisen abhielten. 51 Prozent sagten dies über die Gesundheitsrisiken. Der Blick auf den internationalen Durchschnitt zeigt jedoch, dass die Gesundheitsrisiken unter allen Befragten weltweit am häufigsten als Reisehindernis genannt wurden (48 Prozent), die Reiseeinschränkungen nur von 35 Prozent.

Der "International Travel & Tourism Report 2021 - The road back to normality" von YouGov analysiert die Reisepräferenzen, aber auch die derzeitigen Reisehindernisse der Verbraucher weltweit. Für die Tourismusbranche identifiziert der Report Chancen und zeigt Unternehmen Potenziale zur Steigerung des Unternehmenserfolgs auf. Für die Studie wurden ca. 185.000 Interviews von Oktober 2020 bis Mai 2021 in 25 Märkten weltweit geführt. Sie verknüpft Daten aus dem YouGov DestinationIndex und YouGov Global Travel Profiles mit individuellen Erhebungsdaten weltweit.

Millennials als weltweit reisefreudigste Zielgruppe

Die YouGov-Daten legen nahe, dass die Reise-Nachfrage in den nächsten zwölf Monaten hauptsächlich von der Generation der Millennials (Jahrgang 1982 bis 1999) kommen wird. 55 Prozent jener Befragten planen in den kommenden zwölf Monaten internationale Urlaubsreisen. Am zweithäufigsten macht die Gen X (Jahrgang 1965 bis 1981) diese Angabe (22 Prozent). Unter den Befragten der Baby-Boomer-Generation (Jahrgang 1946 bis 1964) machen nur 12 Prozent diese Angabe. Am seltensten sagt die Gen Z (Jahrgang 2000 und jünger) im internationalen Durchschnitt, dass sie in den nächsten 12 Monaten eine Urlaubsreise ins Ausland plant (10 Prozent).

Eva Stewart, Global Sector Head of Travel & Tourism bei YouGov, sagt über die neue Studie: "Während die Welt sich dem Tourismus wieder öffnet, ist unser Whitepaper eine wichtige Ressource für Brancheninsider, welche die Erwartungen und Bedürfnisse der Reisenden im aktuellen Reise-Klima verstehen wollen. Der Report stützt sich auf Daten unserer Lösungen YouGov DestinationIndex sowie Global Travel Profiles, welche dazu dienen, die sich ändernden Einstellungen der Menschen zum Reisen zu erfassen. Hierdurch ergibt sich ein Überblick über die differenzierten Bedürfnisse der Verbraucher im internationalen Vergleich als auch innerhalb der untersuchten Länder.


Zurück

Vielleicht auch interessant

Ab sofort kostet der reguläre Eintritt in den Kölner Dom zwölf Euro. Mit dem neu eingeführten Eintrittspreis sollen die gestiegenen Kosten etwa für den Schutz des Denkmals gedeckt werden.

Mozarts Geburtsstadt ist ein touristisches Juwel. Entsprechend viele Reisende steuern die 160.000-Einwohner-Stadt speziell für einen Tagesausflug an. Oft gibt es Stau - das soll jetzt anders werden.

Kurz vor Beginn der Sommerferien in Schleswig-Holstein zeichnet sich im Tourismus ein uneinheitliches Bild ab. Während zahlreiche Küstenorte und Inseln bereits hohe Auslastungen melden, liegt die Buchungslage landesweit vielerorts noch unter dem Niveau des Vorjahres.

Eine aktuelle Studie von HolidayCheck analysiert das unterschiedliche Nachhaltigkeitsverhalten von Deutschen im Alltag und während der Urlaubszeit. Dabei zeigt sich eine deutliche Lücke zwischen Anspruch und tatsächlichem Handeln.

Das Fürstentum Monaco ist der 18. europäische Themenbereich im größten Freizeitpark Deutschlands. Zur offiziellen Eröffnung hat sich Prominenz angekündigt. Das hat auch Folgen für Besucher.

Mit der Freigabe neuer Kanäle werden im Lausitzer Seenland fünf ehemalige Tagebauseen zu einem zusammenhängenden Wasserrevier verbunden. Der neue Fünf-Seen-Verbund erweitert die Möglichkeiten für Urlauber, Wassersportler und den Wassertourismus der Region.

Die deutschen Reiseveranstalter müssen bei Pauschalreisen künftig weniger Vorsorge gegen Insolvenzen treffen. Der Deutsche Reisesicherungsfonds (DRSF) hat erneut die Entgelte gesenkt, die für jede Reise gezahlt werden müssen.

Reservieren, absagen - doppelt buchen, nicht erscheinen: Das sommerliche Hüttenchaos am Berg macht nicht nur den Wirten zu schaffen. Warum faire Planung auch für die anderen Wanderer unerlässlich ist.

Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass deutsches Fernsehen für Urlauber zunehmend an Bedeutung gewinnt. Insbesondere junge Reisende nutzen verstärkt digitale Streaming-Angebote während der Ferien.

Nach einer Flaute wegen des Iran-Kriegs zieht die Nachfrage nach Urlaub in der Türkei und Ägypten bei Tui wieder spürbar an. Besonders Antalya steht bei Sommerreisen hoch im Kurs.