Die Inseln der Reedereien

| Tourismus Tourismus

Türkises Meer, weißer Strand, Liegen unter Palmen – und keiner stört. Während der gestrandete Romanheld Robinson Crusoe unfreiwillig zunächst eine Insel ganz für sich hatte, haben einige Promis und Superreiche eigene Privatinseln gepachtet oder gleich gekauft. 

Für die meisten Menschen wird ein eigenes Eiland ein Traum bleiben, doch sie können dennoch private Inseln oder Strände erleben: etwa auf einer Kreuzfahrt.

Große Reedereien wie MSC, Norwegian und Carnival haben eigene Inseln und Resorts, exklusiv für die Passagiere ihrer Schiffe. Die befinden sich vor allem in der Karibik und dort insbesondere in den Bahamas. Aber nicht nur.

Royal Caribbean

So gibt es etwa in Europa bald einen ersten Beachclub von Royal Caribbean auf der griechischen Insel Santorin. Kurz vor Jahreswechsel wurde auf Paradise Island nahe Nassau auf den Bahamas schon ein solcher Strandclub eröffnet, ein dritter entsteht auf der mexikanischen Karibikinsel Cozumel.

Zudem baut der Konzern ein Resort an der mexikanischen Costa Maya auf, namens «Perfect Day at Mexico» – Vorbild ist die bereits im Portfolio vorhandene Privatinsel Coco Cay, die ebenso mit dem Label Perfect Day vermarktet wird und die Superlative, mit denen Royal Caribbean seine Schiffe stets bewirbt, an Land fortsetzt: neun Restaurants, sieben Strände, 14 Wasserrutschen, fünf Pools, 20 Bars. Häufig wird Coco Cay auch von der Konzernmarke Celebrity Cruises angefahren.

In Haiti betreibt der Konzern darüber hinaus das Privatresort Labadee, 2027 soll in der Südsee auf Vanuatu noch eines dazukommen.

Das Angebot an solchen Landresorts wächst nicht nur bei Royal Caribbean - denn die Nachfrage ist nach Angaben der Reedereien groß. Ein Überblick:

Carnival

Carnival, vor Royal Caribbean der weltgrößte Kreuzfahrtkonzern, hat mehr als eine halbe Milliarde US-Dollar in das Resort Celebration Key auf Grand Bahama investiert, das im Sommer 2025 eröffnet wurde. Schon jetzt können am Hafen zwei große Schiffe anlegen, eine Erweiterung für weitere Liegeplätze ist laut Konzern im Bau. Zunächst sollen zwei Millionen Gäste im Jahr kommen, bis 2028 dürften es bis zu vier Millionen werden.

Im Süden der Bahamas-Insel Eleuthera betreibt Carnival ein weiteres Privatresort, die Princess Cays, das bis 2028 allein von den Schiffen von Princess Cruises auf 60 Routen angefahren und auch von der Konzerntochter P&O Cruises genutzt wird. Hier gibt es allerdings keinen Pier. Die Schiffe ankern also, dann setzen Passagiere in kleinen Tenderbooten an Land über.

An der Baja California an Mexikos Pazifikküste soll mit dem Ensenada Bay Village am gleichnamigen Kreuzfahrtterminal in den kommenden Jahren noch ein Resort für 9.000 Gäste am Tag entstehen – mit Pools, Seilrutschen und Spa.

Mit der Half Moon Cay, die seit einiger Zeit den Beinamen Relax Away trägt, hat der Konzern zudem eine Privatinsel in den Bahamas in Betrieb, die vor allem von den Konzernmarken Carnival Cruise Line und Holland America Line angefahren wird. Die Insel erhält 2026 einen zweiten Pier, damit die großen Excel-Schiffe von Carnival erstmals dort anlegen können.

Norwegian

Vielfältig ist das Angebot in der Great Stirrup Cay von Norwegian, die ebenfalls ausgebaut wird – unter anderem mit einem großen Wasserpark mit 19 Rutschen. Die Bahamas-Privatinsel, seit 1977 in Benutzung, hat neben Stränden und Pools eine fast einen Kilometer lange Zipline sowie eine Aufnahmestation für Vögel. 

Norwegian betreibt mit Harvest Caye vor Belize eine weitere Privatinsel mit Zugang zum Belize Barrier Reef, dem zweitgrößten Korallenriff der Welt nach dem Great Barrier Reef vor Australien.

MSC

Korallen stehen auch im Ocean Cay MSC Marine Reserve im Zentrum. MSC Cruises hat die Bahamas-Insel nach eigenen Angaben langfristig gepachtet. Sie sei vorher eine Industriebrache gewesen. Heute gibt es hier zwei Meilen Sandstrände für die Passagiere und eine Korallenforschungsstation.

Disney

Auch Disney Cruise Line betreibt eine Privatinsel in den Bahamas: Anders als der von Tom Hanks gespielte Chuck im Blockbuster «Castaway» teilt man sich das vier Quadratkilometer große Eiland Castaway Cay aber nicht nur mit einem kaputten Volleyball namens Mr. Wilson, sondern mit allen anderen Gästen an Bord des Disney-Schiffs, das dort festmacht.

Neben der Castaway Cay hat Disney Cruise Line noch den Lookout Cay at Lighthouse Point im Angebot – eine private Strandanlage mit bunten Pavillons und eigenem Anleger. Wer dort zwei Kilometer über Land auf die andere Seite der Halbinsel geht, trifft dann ziemlich sicher auf andere Kreuzfahrtgäste: Das Resort liegt ebenso an der Südspitze der Bahamas-Insel Eleuthera wie die Princess Cays von Carnival.

Resorts an See - und an Land

Und die deutschen Reedereien Aida, Mein Schiff von Tui Cruises und Hapag-Lloyd? Für sie spielen exklusive Inseln und Resorts kaum eine Rolle. 

Anders als für die US-Reedereien. Für diese ist das eine logische und von den Passagieren nachgefragte Ergänzung ihres Angebots von Schiffen, die oft genug eine Mischung aus Vergnügungspark, Hotel und Kleinstadt sind. Teils sind die Kreuzfahrten nur wenige Tage lang, starten an einem US-Hafen, fahren zu einer Privatinsel, und dann zurück. Eine kurze All-Inclusive-Auszeit mit Sonne, Drinks und Zerstreuung.

Was ist mit dem Robinson-Feeling?

Der Besuch der Inseln ist im Kreuzfahrtpreis in der Regel enthalten. Nur für seine Strandclubs verlangt Royal Caribbean Eintritt.

Was man auf den Inseln bekommt, sind Strände, Pools, Restaurants und oft genug auch Action in Form von Ziplines, Wasserparks und anderen Aktivitäten. Man kann schnorcheln gehen, Kajak fahren, oder einfach an einer Wasserbar hocken und Cocktails schlürfen. 

Und wer etwas Einsamkeit sucht, kann sich eine private Hütte für den Tag mieten und sich dorthin zurückziehen. Oder auf Wanderwegen die ruhigeren Abschnitte einer Insel erkunden.

Eines allerdings gibt es sicherlich nicht, wenn man in einem Schiff mit mehreren Tausend anderen Passagieren an einer Insel ankommt: Robinson-Feeling. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Ab 2026 beginnt auf dem Brocken eine umfassende Erneuerung. Neue Gastronomie, Veranstaltungsräume und Investitionen sollen den Tourismus im Harz stärken.

Eine Nacht im Museum zu verbringen, ist in der Regel undenkbar. In Löbau steht eine Ikone des Neuen Bauens für Schlafgäste offen. Das Angebot an bestimmten Tagen wird gern genutzt.

Eine aktuelle Analyse von RateHawk beleuchtet die Buchungstrends für die Weihnachtssaison. Während in Europa traditionelle Ziele stabil bleiben, verzeichnen Fernreiseziele wie Japan ein dreistelliges Wachstum und neue Destinationen abseits der Metropolen gewinnen an Bedeutung.

Das Evangelische Augustinerkloster in Erfurt ist neuer Markenbotschafter für das Reiseland Thüringen. Warum der traditionsreiche Ort als Symbol für Geschichte, Kultur und Glauben ausgewählt wurde.

Die Zeit um Weihnachten und den Jahreswechsel gilt in den Bergen als erster Höhepunkt der Wintersport-Saison. Doch es liegt vielerorts weniger Schnee als sonst. Worauf können sich Skifahrer einstellen? Und wie gehen die Wintersportorte mit dem geringen Niederschlag um?

Der ÖHV-Urlaubsradar prognostiziert eine starke Wintersaison für den Tourismus in Österreich. Drei von vier Reisenden planen ihren Urlaub im Inland, wobei Skifahren und Wellness in den Bundesländern Steiermark, Salzburg und Tirol besonders gefragt sind.

Die Schweiz blickt auf ein ereignisreiches Tourismusjahr 2026. Mit der Eishockey-Weltmeisterschaft, der Eröffnung des TITLIS Tower und exklusiven Hotelprojekten wie der Villa Florhof in Zürich setzt das Land neue Akzente in den Bereichen Sport, Architektur und Gastronomie.

Nach Jahren der Planungs- und Bauarbeiten öffnet das neue Lagunen-Erlebnisbad in Willingen. Was Besucher auf 5.600 Quadratmetern erwartet – und warum das Projekt für die Region so wichtig ist.

Das Flugjahr 2025 ist in Europa von einer zweigeteilten Entwicklung geprägt. Während die Zahl der Flugstreichungen im Vergleich zum Vorjahr laut einer aktuellen Auswertung spürbar zurückgegangen ist, bleibt die Pünktlichkeit eine zentrale Herausforderung für die Branche.

Die Digitalisierung kann das persönliche Gespräch vor Ort nicht ersetzen. Trotz technischer Alternativen steigen die Ausgaben für Geschäftsreisen in Europa massiv an, da Unternehmen physische Präsenz zunehmend als strategisches Instrument nutzen, um in einer volatilen Weltwirtschaft Vertrauen und Wettbewerbsvorteile zu sichern.