Die neue Ballermann-Saison startet: «Weil es geil ist»

| Tourismus Tourismus

Das Bier am Ballermann läuft schon über Ostern in Strömen, am kommenden Wochenende geht es dann an Deutschlands beliebtester Auslands-Partymeile richtig los. Von Donnerstag bis Sonntag läuten die Kult-Tempel Bierkönig und Megapark mit ihren Openings die Saison offiziell ein. 

Diesmal gibt es schon vorab reichlich Wirbel. Partykönigin Mia Julia («Bring mich nach Hause»), seit zwölf Jahren einer der größten Stars im Bierkönig, gibt am Opening-Wochenende ihr Debüt bei der großen Konkurrenz.

«So einen Wechsel, wie er in dieser Form stattgefunden hat, habe ich noch nie erlebt», sagt Ballermann-Urgestein Mickie Krause (54) der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Es solle seit Jahren eine Liste geben. Demnach dürfen Künstlerinnen und Künstler, die beim Bierkönig oder im Megapark unter Vertrag sind, später nicht beim direkten Konkurrenten anheuern. «Das scheint aber seit diesem Jahr komplett hinfällig zu sein.»

Warum das so ist? Die beiden ohnehin medienscheuen Partytempel ließen eine dpa-Anfrage dazu unbeantwortet. Krause, größtes Zugpferd im Megapark, gibt sich gelassen. «Mir kann völlig egal sein, wer welchen Wechsel vollzieht. Mir muss das auch nicht gefallen, sondern den Leuten.»

Wechsel sorgen für Konkurrenz

Bislang war Isi Glück, die mit «Delfin» und «Oberteil» die vergangenen Saisons mitprägte, der prominenteste, weibliche Star im Megapark. «Es wird dadurch eine umso spannendere Saison. Aber es ändert nichts an der Anzahl meiner Auftritte, der Uhrzeit und am Job im Allgemeinen. Wer da noch links und rechts neben mir auftritt, ist in diesem Fall einfach unwichtig für mich.»

Der Megapark, der sich auch die Dienste der Bierkönig-Stars Oli P., Anna-Maria Zimmermann und Rumbombe sicherte, dürfte sich mit den Transfers als Platzhirsch der Playa fühlen. In den vergangenen Jahren hatte sich der zweistöckige Club, der im Mai sein 25-jähriges Jubiläum feiert, immer weiter modernisiert und zieht mit Influencern und DJs eher die Generation Tiktok an. 

Ein neuer Vertrag und ein Comeback im Bierkönig

Beim Bierkönig, der seit den 1990ern ein - im doppelten Wortsinne - breites Publikum in die Schinkenstraße zieht, dürften die Wechsel intern für Verstimmung gesorgt haben, es ist von Illoyalität die Rede. Zumindest konnte die Führungsetage in Julian Sommer («Dicht im Flieger») eine der größten Hit-Maschinen der vergangenen Jahre vertraglich weiter an sich binden. Und mit der Renovierung eines Teilbereichs bemüht sich das selbst ernannte «Wohnzimmer auf Mallorca» um einen modernen Anstrich.

Außerdem kehrt ein verlorener Sohn zurück: Ikke Hüftgold («Dicke Titten, Kartoffelsalat», «Bumsbar») wurde vor acht Jahren nach einigen umstrittenen Aktionen rausgeschmissen und gibt jetzt sein Bierkönig-Comeback. 

Es ist also intern einiges in Bewegung am Ballermann. Dazu kommt heftige Konkurrenz aus Bayern: Denn nach Après-Ski und Karneval will der bayerische Liedermacher Oimara mit seinem Nummer-Eins-Hit «Wackelkontakt» («Wär ich ein Möbelstück, dann wär ich eine Lampe aus den 70ern») auch den Ballermann erobern. Zunächst ist ein Live-Auftritt zum Opening im Bierkönig geplant.

Kommt der Ballermann-Hit des Jahres aus Bayern?

«Eigentlich bin ich ja nicht so der Ballermann-Künstler», sagte der 33-Jährige, der seine Kochausbildung auf der spanischen Ferieninsel absolvierte, der dpa. Aber die Stimmung dort sei immer gigantisch. «"Wackelkontakt" wird schon ankommen. Den Song kennen eh schon alle. Und beim Rest bin ich selber gespannt.» Auf seiner neuen Single «Kunst» nimmt Oimara seinen Erfolg im Mainstream auf die Schippe und singt Ballermann-tauglich: «Sing lieber was, wo niemand lange nachdenken muss, so wie Schalalala Bum Bum».

Die Bierkönig-Konkurrenz wird sich den einmaligen Auftritt des Neulings gespannt anschauen. «Wichtig bei diesen Über-Hits ist, dass er nicht tot gespielt wird. Das ist wirklich ein tolles Lied, aber wir sind gespannt, ob er wirklich DER Sommerhit wird. Ich würde das erst mal mit einem Fragezeichen versehen», sagt «Aua im Kopf»-Sänger Tobee.

Oimara, der meist mit Lederhose und bayerischem Akzent auftritt, kann sich auch eine Kooperation mit einem alteingesessenen Ballermann-Star vorstellen. Es gebe etwa schon zu Peter Wackel Kontakt.

Diese Partys-Songs könnten die Malle-Saison prägen

Die Playa-Platzhirsche stehen natürlich auch schon in den Startlöchern, um den Ballermann-Hit der Saison zu landen. Gute Chancen dürften Isi Glück und Julian Sommer mit ihrem eingängig-bassgetriebenen «Bax Banni» haben, der pünktlich am Opening-Wochenende rauskommt.

Auch die derbe Anti-Anti-Alkohol-Hymne von Rumbombe («Doch wer nicht trinkt, ist ein Huren-, ein Hurensohn») und Julian Sommers «SOS» haben großes Potenzial. Selbst Schlager-Ikone Heino könnte mit seinem schunkeligen «Ein Gläschen am Morgen» mitmischen. Er hat sich einen jungen Influencer ins Boot geholt, um in sozialen Medien die Werbetrommel für den Song zu rühren.

Die Tourismusbranche auf Mallorca erwartet in diesem Jahr einen Besucherrekord. Auch Tobee bemerkt bereits seit Wochen, dass sich etwas Großes am Ballermann anbahnt: «Ich glaube, wir stehen vor einer der krassesten Saisons. Viele sagen zwar: "Früher war es besser". Dann frage ich immer, warum sie noch hinfahren. "Ja, weil es geil ist". Na, eben. Und das ist die Überschrift.» (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Eine Auswertung von Google-Rezensionen zeigt die Qualitätsunterschiede an deutschen Hauptbahnhöfen. Während touristisch geprägte Stationen und Stadtstaaten glänzen, fallen einige Großstädte und regionale Knotenpunkte aufgrund von Sauberkeitsmängeln deutlich ab.

Sachsens Tourismus verzeichnet 2025 leichte Einbußen. Doch Chemnitz und Umgebung profitieren von einem Ass im Ärmel. Hoffnung macht steigendes Interesse aus Ostasien.

Die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) hat das offizielle Programm für den 14. Tag des barrierefreien Tourismus bekanntgegeben. Die Fachveranstaltung findet am 4. März 2026 im Rahmen der ITB in Berlin statt.

Eine aktuelle Datenanalyse von SumUp belegt deutliche Umsatzsteigerungen in deutschen Skigebieten. Vor allem in Süddeutschland profitieren Hotellerie, Gastronomie und der touristische Handel massiv von der Kombination aus gutem Winterwetter und sportlichen Großereignissen.

Ein neuer Trendreport von Accor und Globetrender prognostiziert für 2026 einen Wandel im Reiseverhalten: Deutsche Urlauber suchen verstärkt nach emotionaler Resonanz, authentischen Erlebnissen und der Vereinbarkeit von gewohntem Lifestyle und Reisen.

Eine Reise nach Helgoland buchten 2025 weniger Urlauber als im Jahr davor. Die Tourismusdirektorin nennt die Gründe und gibt einen Ausblick auf zwei besondere Daten in diesem Jahr.

Der europäische Tourismus zeigt sich zum Jahreswechsel 2025/2026 widerstandsfähig. Während die Besucherzahlen moderat steigen, nehmen die Ausgaben deutlich zu. Trends wie Reisen in der Nebensaison und das Interesse an nordeuropäischen Zielen prägen das Bild, während für 2026 starke Impulse aus Asien erwartet werden.

Berlins Übernachtungszahlen sinken leicht auf 29,4 Millionen, während München und Hamburg ihr Vorkrisenniveau bereits übertreffen. Visit-Berlin-Chef Kieker und Senatorin Giffey führen die Stagnation auf die mangelnde internationale Anbindung der Hauptstadt zurück und kritisieren auch die Bundesregierung.

Frankreich bleibt das meistbesuchte Urlaubsziel der Welt: 102 Millionen internationale Gäste sorgten 2025 für Rekordeinnahmen – doch beim Umsatz liegt ein Nachbarland vorn.

Trotz fehlender Großevents wie der Fußball-EM: Die Zahl der Gäste in Baden-Württemberg erreicht ein Rekordhoch. Die meisten Touristen im Südwesten kommen weiterhin aus Deutschland. Welche Rolle spielen Übernachtungen?