Durchsuchungsaktion beim MV-Tourismusverband

| Tourismus Tourismus

Die Staatsanwaltschaft Schwerin hat im Rahmen laufender Ermittlungen wegen des Verdachts auf Subventionsbetrug die Geschäftsstelle des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern (TMV) in Rostock durchsucht. Beamte des Landeskriminalamts hätten auf der Grundlage eines Durchsuchungsbeschlusses des Amtsgerichts Schwerin nach Beweismitteln gesucht, so ein Sprecher der Ermittlungsbehörde. 

Bei dem Einsatz wurden laut Staatsanwaltschaft Daten gesichert und eine Vielzahl an Aktenordnern und weiteren Unterlagen sichergestellt. Diese würden nun im Rahmen der laufenden Ermittlungen, die sich gegen den früheren Verbandsgeschäftsführer richten, ausgewertet. Die Behörde wies auf die Unschuldsvermutung hin. Der Geschäftsführer verließ seinen Posten auf Drängen des Landes Mitte April. 

TMV: Pressevertreter machten unbefugt Fotos

Das Wirtschaftsministerium hatte im Februar Anzeige erstattet, nachdem eigenen Angaben zufolge Unregelmäßigkeiten bei der Abrechnung von Fördermitteln aufgefallen waren. Die Staatsanwaltschaft Schwerin hatte einen Anfangsverdacht geprüft und bejaht. Es geht dem Vernehmen nach um den Zeitraum 2019 bis 2024. Zwischenzeitlich wurden wegen mangelnder Zuverlässigkeit die Fördermittel geblockt, die aber mittlerweile wieder ausgezahlt werden. 

Der Tourismusverband selbst erklärte, man habe bei der Aktion uneingeschränkt kooperiert und sämtliche relevanten Unterlagen den ermittelnden Behörden zur Verfügung gestellt. Ziel ist es, zur vollständigen Aufklärung des Sachverhalts beizutragen. Der geschäftsführende Vorstand sei zuversichtlich, dass durch die umfassende Bereitstellung der Unterlagen die Angelegenheit zeitnah und vollständig aufgeklärt werden kann.

Irritiert zeigte sich der Verband aber darüber, dass sich bereits vor Eintreffen der in zivil gekleideten Ermittlungsbeamten Pressevertreter unbefugt in den Verbandsräumen aufgehalten und dort fotografiert hätten. Staatsanwaltschaft und Landeskriminalamt hätten auf Nachfrage erklärt, dass keine Medien vorab informiert worden seien. «Die wiederholte öffentliche Zurschaustellung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Verbandes empfinden wir als äußerst unangemessen», so Alexander Winter, Vorstandsvorsitzender des Tourismusverbandes MV.

AfD: Landesregierung schießt mit Kanonen auf Spatzen 

Der Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern (TMV) ist ein eigenständiger, aber nahezu vollständig vom Land finanzierter Verein, der als Landestourismusorganisation fast ausschließlich Landesaufgaben ausführt und dafür nach eigenen Angaben knapp sechs Millionen Euro Förderung pro Jahr erhält. Darin enthalten sind auch alle Personalkosten. Der Verband soll in eine Landesgesellschaft umgewandelt werden.

Der tourismuspolitische Sprecher der AfD-Fraktion im Schweriner Landtag, Paul Timm, machte der Landesregierung schwere Vorwürfe. «Wenn sich Anhaltspunkte für Unregelmäßigkeiten ergeben, muss die Staatsanwaltschaft diesen natürlich nachgehen. Das ist ihre Pflicht», sagte Timm. «Doch das, was die Landesregierung in Gang gesetzt hat, hat mit nüchterner Aufklärung nichts mehr zu tun. Es ist die rot-rote Landesregierung, die mit Kanonen auf Spatzen schießt und damit einen massiven politischen Flurschaden verursacht.» (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Eine Nacht im Museum zu verbringen, ist in der Regel undenkbar. In Löbau steht eine Ikone des Neuen Bauens für Schlafgäste offen. Das Angebot an bestimmten Tagen wird gern genutzt.

Eine aktuelle Analyse von RateHawk beleuchtet die Buchungstrends für die Weihnachtssaison. Während in Europa traditionelle Ziele stabil bleiben, verzeichnen Fernreiseziele wie Japan ein dreistelliges Wachstum und neue Destinationen abseits der Metropolen gewinnen an Bedeutung.

Das Evangelische Augustinerkloster in Erfurt ist neuer Markenbotschafter für das Reiseland Thüringen. Warum der traditionsreiche Ort als Symbol für Geschichte, Kultur und Glauben ausgewählt wurde.

Die Zeit um Weihnachten und den Jahreswechsel gilt in den Bergen als erster Höhepunkt der Wintersport-Saison. Doch es liegt vielerorts weniger Schnee als sonst. Worauf können sich Skifahrer einstellen? Und wie gehen die Wintersportorte mit dem geringen Niederschlag um?

Der ÖHV-Urlaubsradar prognostiziert eine starke Wintersaison für den Tourismus in Österreich. Drei von vier Reisenden planen ihren Urlaub im Inland, wobei Skifahren und Wellness in den Bundesländern Steiermark, Salzburg und Tirol besonders gefragt sind.

Die Schweiz blickt auf ein ereignisreiches Tourismusjahr 2026. Mit der Eishockey-Weltmeisterschaft, der Eröffnung des TITLIS Tower und exklusiven Hotelprojekten wie der Villa Florhof in Zürich setzt das Land neue Akzente in den Bereichen Sport, Architektur und Gastronomie.

Nach Jahren der Planungs- und Bauarbeiten öffnet das neue Lagunen-Erlebnisbad in Willingen. Was Besucher auf 5.600 Quadratmetern erwartet – und warum das Projekt für die Region so wichtig ist.

Das Flugjahr 2025 ist in Europa von einer zweigeteilten Entwicklung geprägt. Während die Zahl der Flugstreichungen im Vergleich zum Vorjahr laut einer aktuellen Auswertung spürbar zurückgegangen ist, bleibt die Pünktlichkeit eine zentrale Herausforderung für die Branche.

Die Digitalisierung kann das persönliche Gespräch vor Ort nicht ersetzen. Trotz technischer Alternativen steigen die Ausgaben für Geschäftsreisen in Europa massiv an, da Unternehmen physische Präsenz zunehmend als strategisches Instrument nutzen, um in einer volatilen Weltwirtschaft Vertrauen und Wettbewerbsvorteile zu sichern.

Wirtschaftskrise und hohe Kosten ziehen die winterlichen Urlaubs- und Freizeitpläne vieler Menschen in Deutschland in Mitleidenschaft. Jeweils fünfzehn Prozent wollen in der kalten Jahreszeit entweder Urlaubspläne oder Freizeitaktivitäten einschränken. Ein knappes Viertel will die Ausgaben für die Gastronomie reduzieren.