Einigung auf Sylt zu Vorgehen gegen illegale Ferienwohnungen

| Tourismus Tourismus

Im Streit um illegale Ferienwohnungen auf Sylt haben die Gemeinde Sylt und der Kreis Nordfriesland das weitere Vorgehen abgestimmt. Hintergrund des Konflikts sind verstärkte Kontrollen der Bauaufsicht des Kreises auf Sylt, aber auch Amrum, Föhr und touristischen Gemeinden auf dem Festland. Dabei sei festgestellt worden, dass fehlende Genehmigungen ein sehr häufiges Problem seien, teilte der Kreis am Donnerstag mit. «Entsprechend wurden die ersten Nutzungsuntersagungen ausgesprochen.»

Auf Sylt haben die Kontrollen nach Angaben von Vertretern der Inselgemeinden zu einer starken Verunsicherung der Tourismuswirtschaft und insbesondere der Kleinvermieter geführt. Um Existenzvernichtungen zu vermeiden, strebten die Gemeinden nun eine Legalisierung des Bestandes an, soweit dies möglich sei, teilte Landrat Florian Lorenzen am Donnerstag mit.

Kreis und Inselvertreter hatten sich Anfang Mai zusammengesetzt. Verabredet wurde den Angaben zufolge, dass die Sylter Gemeinden bis Ende des Jahres für sich klären, welche Bebauungspläne für Regelungen zu Ferienwohnungen geändert und welche nicht geändert werden sollen, und dies dem Kreisbauamt mitteilen. «Auf dieser Grundlage legen wir dann fest, welche Gebiete wir als nächste auf das Vorhandensein unzulässiger Ferienwohnungen überprüfen – nämlich die, deren B-Pläne nicht überarbeitet werden sollen.»

Sylts stellvertretender Bürgermeister Carsten Kerkamm, der den erkrankten Bürgermeister Nikolas Häckel bei den Gesprächen vertrat, sagte, «wir Sylter bewerten dieses Vorgehen sehr positiv, weil es eine Menge Druck aus dem Kessel nimmt». Nun könnten die Inselgemeinden sicher sein, dass ihnen Zeit für die Aufstellung neuer B-Pläne bleibe. Die Vermieter in den neu zu überplanenden Gebieten dürften nun hoffen, ihre derzeit unzulässigen Ferienwohnungen doch noch legalisieren zu können, wenn die Gemeinde es zulässt und die Voraussetzungen der Landesbauordnung erfüllt sind. 

Die Sylter Vertreter baten der Mittelung zufolge die Bauaufsicht zudem noch einmal eindringlich, mittels einer Stichtagsregelung für nicht genehmigte Ferienwohnungen vor allem in älteren Gebäuden eine Duldung zu ermöglichen. Landrat Lorenzen sicherte demnach zu, nochmals intensiv nach einer rechtskonformen Regelung zu suchen und dies mit der obersten Bauaufsicht im Innenministerium abzuklären. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Auslastung der Beherbergungsbetriebe in Mecklenburg-Vorpommern lag zu Ostern 2026 laut Umfrage unter den Erwartungen. Als Gründe werden unter anderem gestiegene Kraftstoffpreise und wetterabhängige Reiseentscheidungen genannt.

Griechenland bleibt trotz Krisen Magnet für Urlauber, während Zypern um Vertrauen wirbt. Was die geopolitische Lage für Ihre Sommerpläne bedeutet – und wo es Hoffnung auf Erholung gibt.

Der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer feiert 2026 sein 40-jähriges Jubiläum. Mittendrin in diesem so wichtigen Lebensraum liegen die sieben Ostfriesischen Inseln. Und das frisch rezertifiziert als Partner der Nationalparkverwaltung.

Kerosin kostet infolge des Iran-Kriegs viel mehr. Das geht auch an Urlaubern nicht spurlos vorbei, denn es hat Auswirkungen auf die Reisepreise. Auch nachträgliche Erhöhungen können rechtens sein.

Das Kabinenpersonal von Deutschlands größter Airline ist zum Streik aufgerufen. Welche Flüge betroffen sein können und welche Rechte betroffene Reisende haben - der Überblick.

Die griechische Hotelgruppe Domes Resorts hat eine Mehrheitsbeteiligung an Casa Collective erworben. Wie das Unternehmen mitteilt, wurde eine entsprechende Vereinbarung mit Goldman Sachs geschlossen. Casa Collective ist die Plattform hinter den Hotelmarken Cook’s Club und Casa Cook.

Die Urlaubsinsel Capri führt eine «Anti-Belästigungs-Verordnung» ein: Aufdringliches Ansprechen von Touristen, Flyer oder Lockangebote in Restaurants werden jetzt mit bis zu 500 Euro Strafe geahndet.

Flusskreuzfahrten als Impuls für Hamburgs City: Neue Anleger mit guter Anbindung für Touristen, die Geld in Restaurants und Läden lassen sollen. Rot-Grün will Flusskreuzfahrten für die Stadt nutzen.

Venedig kostet seit letztem Freitag wieder Eintritt: zehn Euro pro Tag. An insgesamt 60 Terminen bis Ende Juli werden Kurzbesucher in der italienischen Lagunenstadt dieses Jahr erneut zur Kasse gebeten.

Krisen wie im Nahen Osten bringen Urlaubspläne ins Wanken: Laut einer Umfrage ändern 16 Prozent der Deutschen mit Plänen für Ostern oder die kommenden drei Monate ihre Reise – einige verzichten ganz.