Erste Staats-Milliarde bei Lufthansa eingetroffen

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Bei der Lufthansa sind erste Finanzmittel aus der deutschen Staatshilfe eingetroffen. Gut eine Woche nach Zustimmung der Hauptversammlung zu dem Rettungspaket hat der MDax-Konzern die erste Tranche von rund einer Milliarde Euro aus dem KfW-Kredit abgerufen, wie ein Sprecher am Samstag in Frankfurt erklärte. Der Zeitpunkt zum Abruf der zwei weiteren Milliarden aus dem Kredit der staatlichen Bank stehe noch nicht fest und könne von der Lufthansa bestimmt werden.

Auch die besonders umstrittene Kapitalbeteiligung des Bundes von 20 Prozent ist auf dem Weg. Die neuen Aktien seien am Freitag ausgegeben worden und sollen am Montag beim Bund eingebucht werden, sagte der Sprecher. Vor allem dieser Teil der Staatshilfe hatte bei Alt-Aktionären Kritik hervorgerufen. Neben Kredit und Aktienanteil ist zudem eine stille Beteiligung geplant, für die steigende Zinsen anfallen.

Zuvor hatte Lufthansa-Chef Carsten Spohr in einem Interview der «Neuen Zürcher Zeitung» betont, dass man voraussichtlich das gesamte Volumen der Staatshilfen über insgesamt 9 Milliarden Euro benötige - auch um in neue, umweltfreundlichere Flugzeuge zu investieren. «Weil wir weniger wachsen werden, haben wir die Zahl der Flugzeuge zwar halbiert, die wir die nächsten Jahre abnehmen wollen. Aber die Modernisierung wird fortgeführt», sagte Spohr. Laut Sprecher sollen in den kommenden drei Jahren rund 80 neue Jets eingeflottet werden, während weitere rund 80 Bestellungen nach hinten verschoben worden seien.

Portugiesischer Staat springt bei Krisen-Airline TAP ein

Ähnlich wie der Bund bei der Lufthansa springt auch der portugiesische Staat als Retter bei der nationalen Fluglinie TAP Air Portugal ein. Er übernehme die Aktienmehrheit bei der wegen der Corona-Pandemie schwer angeschlagene Fluggesellschaft, sagte Finanzminister João Leão am späten Donnerstagabend in Lissabon. Nun solle so schnell wie möglich ein privates Unternehmen beauftragt werden, ein neues Management für das Traditionsunternehmen zu rekrutieren, sagte Infrastrukturminister Pedro Nuno Santos bei einer Pressekonferenz. Bisher stehe nur fest, dass der Vorstandsvorsitzende Antonoaldo Neves ausscheiden werde, schrieb die Zeitung «Espresso» unter Berufung auf Santos. Bereits im Juni hatte die Regierung Staatshilfen in Höhe von 1,2 Milliarden Euro für TAP angekündigt.

Mit dem privaten Konzern Atlantic Gateway sei nun die Übernahme von 22,5 Prozent der Aktien durch den Staat gegen Zahlung von 55 Millionen Euro vereinbart worden. Der Staatsanteil steigt damit auf 72,5 Prozent, der Anteil von Atlantic Gateway reduziert sich um die Hälfte von bisher 45 auf künftig 22,5 Prozent. «Dies ist eine wichtige Vereinbarung und eine gute Lösung für TAP», zitierte die Zeitung «Publico» Minister Santos. Fünf Prozent der Aktien werden von Mitarbeitern gehalten.

Die linke Regierung hatte zuvor mit einer Zwangsverstaatlichung der Fluggesellschaft gedroht, falls keine Einigung mit den privaten Investoren zustande kommen sollte. Auch eine Insolvenz war in Erwägung gezogen worden. Santos hatte aber kürzlich klargestellt: «TAP ist für Portugal zu wichtig, als dass das Land sich den Luxus leisten könnte, das Unternehmen zu verlieren.» Immerhin kämen 60 Prozent der Touristen mit der nationalen Airline ins Land.

Santos kritisierte, die 1945 gegründete TAP sei schon vor der Corona-Pandemie ins Straucheln geraten, weil sie von Atlantic Gateway schlecht geführt worden sei. 2019 beförderte TAP nach eigenen Angaben gut 17 Millionen Passagiere, so viele wie nie zuvor. Dennoch wurde bei einem Umsatz von rund 3,3 Milliarden Euro einen Nettoverlust von knapp 96 Millionen Euro erwirtschaftet. Dann kam die Corona-Krise mit der fast vollständigen Einstellung des Flugbetriebs. Rund 90 Prozent der gut 14 000 Mitarbeiter sind derzeit im Zwangsurlaub.


 

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