Fast zwei Drittel der Deutschen halten Ende des Mallorca-Reisestopps für falsch

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Fast zwei Drittel der Deutschen halten die Aufhebung der Reisebeschränkungen für Mallorca für falsch. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur lehnten 65 Prozent die von der Bundesregierung beschlossene Aufhebung der Quarantäne und Testpflicht für Rückkehrer von der spanischen Ferieninsel ab. Nur 22 Prozent halten diesen Schritt für richtig. 12 Prozent machten keine Angaben.

Der Boom bei den Buchungen für die Lieblingsinsel der Deutschen hält unterdessen an. DER Touristik meldete, dass sich die Zahlen in der Woche seit der Regierungsentscheidung verachtfacht hätten. «Die Nachfrage nach Mallorca-Urlaub ist seit der Öffnung immens hoch.»

Die Bundesregierung hatte vor einer Woche entschieden, Mallorca und andere Regionen in Spanien, Portugal, Dänemark und die Bahamas in der Karibik von der Liste der Corona-Risikogebiete zu streichen und damit auch die Reisewarnung des Auswärtigen Amts aufzuheben. Damit ist seit Sonntag Urlaub auf der Lieblingsinsel der Deutschen wieder ohne Quarantäne und Testpflicht bei der Rückkehr möglich. Lediglich bei der Einreise nach Spanien muss ein negativer Test vorgewiesen werden.

Besonders groß ist die Ablehnung der Regierungsentscheidung bei den Wählern der Regierungsparteien CDU/CSU (72 Prozent) und SPD (75 Prozent). Am ehesten wird sie von den Wählern der AfD akzeptiert. Aber auch von ihnen ist noch eine Mehrheit von 52 Prozent dagegen.

Die Bundesregierung hat sich selbst dazu verpflichtet, die Reisewarnung für ein Land oder eine Region aufzuheben, sobald die Zahl der Neuinfektionen unter 50 pro 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche sinkt. Sie rät aber trotzdem weiterhin generell von touristischen Reisen im In- oder ins Ausland ab.

44 Prozent der Befragten sprachen sich bei YouGov dafür aus, sogar die weltweite Reisewarnung zu reaktivieren, die es während der ersten Corona-Welle im vergangenen Frühjahr gab. 35 Prozent finden dagegen die bisherige Praxis der Bewertung einzelner Auslandsregionen nach Infektionslage grundsätzlich richtig. 13 Prozent wären für eine Abschaffung aller Reisebeschränkungen.

Die Bundesregierung hatte vor fast genau einem Jahr eine weltweite Reisewarnung für alle etwa 200 Länder ausgesprochen, die erst nach drei Monaten wieder aufgehoben wurde. Seitdem bewertet die Regierung alle Länder bis in einzelne Regionen hinein separat. Trotzdem gelten auch heute noch etwa 160 Länder ganz oder teilweise als Risikogebiet.

Die Mallorca-Entscheidung hat die gebeutelte Reisebranche aufatmen lassen. Auch der größte Reiseanbieter Tui meldet anhaltend starke Buchungen. «Es gibt weiterhin eine deutliche Nachfrage für die neuaufgelegten Reisen», heißt es aus dem Unternehmen. Bei den Preisen sieht Tui trotz der hohen Nachfrage «keine besonderen Ausschläge nach oben» - bezogen auf die vorhandenen Kapazitäten sei man bei entsprechender Auslastung oft noch im Bereich von «Standardpreisen».

Der Konkurrent FTI meldet ebenfalls eine «extreme Steigerung der Nachfrage insbesondere für Mallorca». Seit der vergangenen Woche gebe es eine Erhöhung der Buchungen um das Fünffache zur Woche davor.
«Damit haben wir uns sprunghaft den Zahlen im Vergleichszeitraum von März 2019 angenähert», sagt der FTI-Manager Manuel Morales.

Auch Airlines wollen von der gestiegenen Mallorca-Nachfrage profitieren. Die Lufthansa hat ihr zusätzliches Osterangebot schon fast komplett verkauft. «Die Flüge sind so gut wie ausgebucht. Es gibt nur noch Restplätze», sagt ein Sprecher. Derzeit sei aber nicht geplant, weitere Flugzeuge an den Start zu bringen. Perspektivisch zeichne sich zudem eine hohe Nachfrage für Griechenland ab Mai ab.

Andere Gesellschaften wie Eurowings, Condor, Tuifly oder die irische Ryanair hatten ebenso zusätzliche Flüge in die Ferienregion angekündigt, nachdem am Sonntag die Corona-Reisewarnung für die balearischen Inseln und einige weitere Gebiete gefallen war. Die Branche insgesamt kann an der Wiederöffnung Mallorcas nichts Unanständiges finden. Man verweist auf scharfe Hygienebestimmungen und die niedrigen Fallzahlen dort. Letztlich entsprächen die jetzt wieder möglichen Reisen genau den Regeln der Bundesregierung, heißt es. (dpa)


 

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