Grenzüberschreitende Tourismusoffensive für den Donauraum gestartet

| Tourismus Tourismus

Die touristische Vermarktung der Donau erreicht eine neue Ebene der internationalen Zusammenarbeit. Unter dem Namen Discover your Danube haben die nationalen Tourismusorganisationen aus Deutschland, Österreich und Ungarn eine gemeinsame Initiative ins Leben gerufen. Das Projekt wurde am 4. März 2026 auf der Fachmesse ITB Berlin offiziell vorgestellt und durch die beteiligten Partner unterzeichnet. Ziel ist es, den Donauraum als zusammenhängenden Erlebnisraum jenseits nationaler Grenzen auf dem globalen Markt zu positionieren.

Kooperation über Staatsgrenzen hinweg

Hinter der Initiative stehen die Österreich Werbung, Visit Hungary und die Deutsche Zentrale für Tourismus. Unterstützt wird der Verbund durch die Regionalorganisationen aus Bayern, Baden-Württemberg, Oberösterreich und Niederösterreich. Die Finanzierung erfolgt gemeinschaftlich durch die beteiligten Partner sowie über das Kooperationsprogramm der European Travel Commission (ETC) für das Jahr 2026, wobei auch Mittel der Europäischen Union einfließen.

Die Strategie sieht vor, die Donau nicht lediglich als lineare Schiffsroute, sondern als vielschichtigen Kultur- und Naturraum zu präsentieren. Eduardo Santander, Chef der European Travel Commission, betont den strategischen Ansatz: „Discover your Danube unterstreicht den Mehrwert der europäischen Zusammenarbeit bei der Gestaltung spannender grenzüberschreitender Reisegeschichten. Durch die Zusammenarbeit von Österreich, Deutschland und Ungarn entlang der Donau präsentiert die Initiative Europa als nahtloses Kultur- und Naturerlebnis. Diese Kampagne reagiert auf die sich wandelnden Erwartungen von Fernreisenden und trägt gleichzeitig zu einer nachhaltigeren und ausgewogeneren Tourismusentwicklung in allen Regionen bei.“

Fokus auf Qualität und Ganzjährigkeit

Ein Kernaspekt der neuen Dachmarke ist die Förderung des Ganzjahrestourismus. Die Verantwortlichen streben an, die Besucherströme zeitlich zu entzerren und die Wertschöpfung in den Regionen durch längere Aufenthalte zu steigern. Dabei stehen individuelle Reiseformen wie Radfahren, Wandern und die Nutzung der Bahn im Vordergrund.

Astrid Steharnig-Staudinger, Geschäftsführerin der Österreich Werbung, sieht in der Donau eine der stärksten touristischen Marken des Kontinents: „Mit Discover your Danube haben wir ein gemeinsames Narrativ geschaffen, das den europäischen Gedanken erlebbar macht und internationale Gäste zu authentischen, verantwortungsvollen Reiseerlebnissen inspiriert.“

Die Kampagne richtet sich primär an qualitätsorientierte Reisende aus europäischen Kernmärkten sowie aus ausgewählten Fernmärkten. Angesprochen werden Personen, die nach tiefgehenden Erlebnissen abseits der bekannten Massenpfade suchen. Petra Hedorfer von der Deutschen Zentrale für Tourismus erklärt, dass die Präsentation der unterschiedlichen Kulturlandschaften unter einem gemeinsamen Dach die Position im globalen Wettbewerb stärke und der Nachfrage nach Regionalität begegne.

Regionale Identität als touristisches Potenzial

Auch auf regionaler Ebene wird die Kooperation als Chance gewertet, spezifische Angebote wie die Weinkultur in Niederösterreich oder die geschichtsträchtigen Orte in Bayern und Baden-Württemberg international sichtbarer zu machen. Krisztina Henyecz von Visit Hungary bezeichnet den Fluss als einen der bedeutendsten kulturellen Korridore Europas, der durch die Partnerschaft als hochwertige Erlebniswelt für anspruchsvolle Gäste positioniert werden soll.

Die konkrete Umsetzung der internationalen Marketingmaßnahmen ist für das dritte Quartal 2026 geplant. Die Aktivitäten umfassen die Erstellung von Inhalten für soziale Medien, Bewegtbild-Kampagnen sowie Reisen für Zeugenberichte, um authentische Einblicke in die Donauregion zu vermitteln. Statistisch gesehen zielt die Offensive darauf ab, die regionale Wertschöpfung durch eine Verteilung der Gäste über das gesamte Kalenderjahr hinweg nachhaltig zu sichern.


Zurück

Vielleicht auch interessant

Eine aktuelle Postbank-Umfrage zeigt, dass zwei Drittel der Deutschen 2026 verreisen wollen, obwohl gestiegene Lebenshaltungskosten viele zum Sparen zwingen. Die Finanzierung erfolgt dabei überwiegend aus Ersparnissen, während Bargeld das bevorzugte Zahlungsmittel bleibt.

Eine aktuelle Analyse der Google-Maps-Bewertungen zeigt, welche europäischen Städte bei Touristen besonders hoch im Kurs stehen. Während Dresden das deutsche Ranking anführt, dominieren osteuropäische Städte wie Plowdiw und Prag den internationalen Vergleich.

Ein Spaziergang auf der zugefrorenen Ostsee, ein von Eis umschlossener Leuchtturm: Die extreme Kälte hat in diesem Jahr für eine ganz besondere Küstenkulisse gesorgt. Zieht das auch mehr Gäste an?

Eine YouGov-Studie im Auftrag des BTW belegt eine stabile Reiselust der Deutschen für 2026. Während klassische Urlaubsformen wie Bade- und Städtereisen dominieren, zeigt sich bei jüngeren Zielgruppen ein wachsendes Interesse an der Kombination von Arbeit und Urlaub. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist das entscheidende Kriterium bei der Buchung.

Tui überrascht zum Winteranfang mit starken Zahlen – und denkt um. Der Reisekonzern will wieder stärker ins Geschäft mit günstigen Pauschalreisen einsteigen. Geplant ist eine neue Marke.

Über fünf Millionen Menschen haben im vergangenen Jahr Sehenswürdigkeiten der Bayerischen Schlösserverwaltung besucht. Neuschwanstein schauten sich zuletzt jedoch weniger Menschen an als noch vor einigen Jahren. Warum?

Auch zum 100-jährigen Bestehen drohen bei der Lufthansa Streiks. Für diesen Donnerstag sind zeitgleich Arbeitsniederlegungen der Piloten sowie des Kabinenpersonals angekündigt. Details zum Flugplan gibt es bislang noch nicht.

Die Deutsche Zentrale für Tourismus prognostiziert für das Jahr 2026 ein Wachstum von 3,2 Prozent bei den internationalen Übernachtungen. Trotz eines Rückgangs im Vorjahr durch wegfallende Sondereffekte zeigt sich die internationale Reiseindustrie optimistisch.

Ein neuer Bericht von Google skizziert die Zukunft des Tourismus bis 2050. Prognostiziert werden eine Verdoppelung der internationalen Reisen, eine Verschiebung der Marktmacht Richtung Asien und die vollständige Automatisierung von Buchungsprozessen durch Künstliche Intelligenz.

Die Tui Group verzeichnet zum Auftakt des Geschäftsjahres 2026 ein Rekordergebnis. Während das Kreuzfahrtsegment stark wächst und die Verschuldung sinkt, wird die Profitabilität im Hotelbereich infolge von Naturereignissen beeinflusst.