Lieber weniger sehen und mehr davon haben: Slow Travel

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Urlaub kann manchmal hektisch werden: Der Wecker klingelt um halb sechs, weil du um sieben Uhr den Zug zur Sehenswürdigkeit nicht verpassen darfst. Mittags ist ein Tisch im Restaurant reserviert, und nachmittags geht es noch in die Oper.

Abends fällst du dann erschöpft ins Bett und bist müder als nach einem Arbeitstag – du brauchst erst einmal Urlaub vom Urlaub.

Deshalb setzen viele Reisende inzwischen auf Slow Travel: Das bedeutet, dass du weniger Orte bereist, aber dafür mehr Zeit an jedem einzelnen verbringst. Wir stellen dir das Konzept im Folgenden vor.

Slow Travel – Die Ursprünge

Die italienische Slow-Food-Bewegung der 1980er Jahre gilt als Ursprung des Slow Travels. Ähnlich wie beim Food-Pendant nimmst du dir für einen Ort mehr Zeit und arbeitest nicht einzelne Reiseziele hintereinander ab.

Das AOK-Magazin beschreibt Slow Travel als Reiseform, bei der Achtsamkeit und Nachhaltigkeit im Vordergrund stehen. Wenn möglich, nimmst du die Bahn und nicht das Flugzeug zum Ziel, da dadurch die Anreise schon zum Teil der Reise wird.

Slow Travel kann auch günstiger sein als eine klassische Urlaubsreise, weil du oft weniger für eine Unterkunft bezahlst, wenn du zwei Wochen an einem Ort bleibst statt nur drei Nächte. Und es entfallen die Kosten für den Transfer zwischen verschiedenen Hotels oder Apartments; diese können eine zusätzliche finanzielle Belastung bedeuten.

Orte authentischer erleben

Länger an einem Ort zu bleiben, kann dir helfen, die Umgebung authentischer zu erleben: Irgendwann kennst du den Besitzer des Cafés mit Namen, an dem du täglich deinen Kaffee holst, oder du lernst die Leute besser kennen, die neben dir wohnen.

Sicherlich ist das immer noch nicht mit dem Gefühl zu vergleichen, tatsächlich dort zu wohnen, aber es ist authentischer, als wenn du nur eine Nacht vor Ort bleibst.

Such dir beim Essen Restaurants oder Streetfood-Stände, bei denen auch die Leute aus der Nachbarschaft sitzen. Das kann ein Hinweis auf eine gute Qualität des Essens sein, und du kommst vielleicht mit den Leuten ins Gespräch.

Wenn du Selbstversorger bist, besuch den örtlichen Wochenmarkt und sprich mit den Verkäufern, um Rezeptideen zu bekommen und neue Bekanntschaften zu knüpfen.

Bei der Reise ins Ausland könntest du ein paar Wörter in der Landessprache lernen wie „Hallo“, „danke“ und „wie viel kostet das?“. Damit fällt es nicht schwer, die Herzen der Einheimischen zu erobern.

Der wichtigste Tipp: Plane bewusst halbe Tage ein, an denen du keine Pläne hast, und entscheide spontan, was du unternimmst. Meistens passieren genau dann die interessantesten Dinge.

Spontan bleiben

Beim Slow Travel ist das Schöne, dass du Pläne kurzfristig ändern kannst. Für diese Spontanität ist es wichtig, dass du eine zuverlässige Internetverbindung hast, um zu wissen, wann der Bus zurückfährt oder wo der Trödelmarkt stattfindet, von dem dir der Cafébesitzer erzählt hat.

Dafür ist das Hotel-WLAN nicht immer die beste Lösung – und auf keinen Fall eine dauerhafte. Am besten besorgst du dir dafür eine eSIM. In Ländern, die nicht zur EU gehören und wo hohe Roaming-Kosten drohen, ist eine eSIM besonders sinnvoll.

Geht deine Reise z. B. an die Ägäische Küste, ist die beste eSIM für die Türkei jene mit einer großen Auswahl an Datenpaketen und flexiblen Laufzeiten, damit deine Freude am Slow Travel nicht von Stress wegen zu wenig Daten oder Roaming-Gebühren getrübt wird.

Wie fange ich am besten an? Slow Travel für Einsteiger

Fang klein an: Bleib statt an fünf Orten in zwei Wochen nur an zwei, und streiche bei der nächsten Reise zwei Sehenswürdigkeiten von der Liste; die gewonnene Zeit füllst du mit spontanen Ausflügen oder einer Erkundung der Stadt ohne festes Ziel.

Verabschiede dich außerdem von dem Anspruch, alles sehen zu wollen, was auf deiner Top-10-Liste steht. Such dir zwei Dinge aus, auf die du wirklich Lust hast, und lass den Rest offen.

Denk immer daran, dass es beim Slow Travel nicht darum geht, permanent Momente für Instagram zu schaffen, sondern deine Reise langsam anzugehen und die kleinen Momente zu genießen.


 

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