Lufthansa-Chef stimmt Mitarbeiter auf weitere Einschnitte ein

| Tourismus Tourismus

Die Corona-gebeutelte Lufthansa hat ihre Mitarbeiter auf weitere Einschnitte bei Personal und Flotte eingestimmt. Wegen schwächerer Passagierzahlen müsse der staatlich gestützte Konzern seine Planungen anpassen, sagte Vorstandschef Carsten Spohr am Dienstag in einer Online-Fragestunde für die Mitarbeiter.

Konkrete Entscheidungen zur Ausgestaltung der Flotte oder zu weiteren Stellenstreichungen gebe es nicht, sagte am Mittwoch ein Unternehmenssprecher in Frankfurt. Bislang hat der Konzern angekündigt, weltweit 22 000 Stellen streichen zu wollen, was aufgrund der hohen Teilzeitquote etwa 26 000 Beschäftigten entspricht.

Dass die zunächst geplante Verkleinerung der Flotte um 100 auf etwa 660 Maschinen möglicherweise nicht ausreicht, hatte Spohr bereits Anfang August angedeutet. Auf der Kippe stehen insbesondere die vierstrahligen Übersee-Maschinen, die schwer auszulasten sind und zudem vergleichsweise viel Kerosin verbrauchen. So könnten die Airbus A380 und die älteren Boeing-Jumbos vom Typ 747-400 vor dem Aus stehen. Auch von den vierstrahligen Airbus A340 könnte sich Lufthansa verabschieden. Allein die neueren Boeing-Jumbos vom Typ 747-8 hätten im Konzern noch eine Zukunft, soll Spohr dem Portal aero.de zufolge gesagt haben.

Für weniger Flugzeuge würde auch weniger Personal benötigt, wenngleich Lufthansa auch neue Flugzeuge insbesondere vom Airbus-Modell A350 schneller anschaffen will als ursprünglich geplant. Mit der Flugbegleitergewerkschaft Ufo hat der Konzern für Deutschland zwar betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen. Dies könnte aber bei einer weiterhin schwachen Entwicklung der Nachfrage schnell hinfällig werden. Mit den Gewerkschaften für die Piloten und das Bodenpersonal hat Lufthansa noch keine langfristigen Sanierungstarifverträge geschlossen.

Am Mittwoch kündigte die Airline einen starken Ausbau ihres touristischen Angebots für den Sommer 2021 am Drehkreuz Frankfurt an. Schwerpunkt der 15 neuen Ziele sind Griechenland und Spanien sowie weitere Destinationen im Mittelmeer-Raum. Vor der Corona-Krise hatte sich Lufthansa an ihren Drehkreuzen München und Frankfurt auf Zubringerflüge für ihr Langstreckenangebot konzentriert und die reinen Ferienflüge häufig anderen Gesellschaften wie Condor oder Ryanair überlassen. Unklar blieb zunächst, ob die zusätzlichen Flüge auf der neuen Plattform «Ocean» mit billigerem Personal organisiert werden. Dieses Vorhaben ist vor allem bei der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit auf scharfe Kritik gestoßen. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Eine Untersuchung belegt eine hohe Pünktlichkeits-Disziplin deutscher Reisender und zeigt deutliche Unterschiede beim Bedürfnis nach persönlichem Freiraum. Während Senioren die größte Gelassenheit an den Tag legen, fordert die jüngere Generation verstärkt Distanz.

Fit Reisen hat über 7,5 Millionen Google-Bewertungen analysiert, um die besten Stadtparks Europas zu ermitteln. Während Madrid den ersten Platz verteidigt, bleibt Hamburgs Planten un Blomen die bestbewertete Anlage in Deutschland.

In München entsteht mit der „Marina Monaco“ ein temporäres Freizeitareal auf einem ehemaligen Industriegelände. Die Eröffnung ist für Mai geplant, langfristig soll dort ein neues Stadtquartier entstehen.

Am Bodensee spitzt sich ein Streit zwischen deutschen und Schweizer Schifffahrtsunternehmen zu – mit spürbaren Folgen für Fahrgäste. Die Schweizerische Bodensee-Schifffahrt (SBS) fährt in dieser Saison den Konstanzer Hafen nicht an. Hintergrund ist ein Streit über Ticketgelder.

Trotz wirtschaftlicher Schwäche stiegen die Geschäftsreisen in Deutschland deutlich an. Die VDR-Analyse zeigt mehr Reisen, sinkende Kosten und veränderte Strukturen im Markt.

Die Deutsche Zentrale für Tourismus analysiert fortlaufend die Folgen des Iran-Konflikts für den Tourismus nach Deutschland. Berichte zeigen Auswirkungen auf Flugverkehr, Preise und Nachfrage.

Nach Wochen im Persischen Golf haben die «Mein Schiff 4» und «Mein Schiff 5» die Region verlassen können - zwei geplatzte Reisen können nun stattfinden. Auch andere Schiffe passierten die Meerenge.

In Rottweil wird am kommenden Freitag die neue Fußgänger-Hängebrücke „Neckarline“ eröffnet. Die Brücke überspannt das Neckartal auf einer Länge von 606 Metern und gilt damit als längste Hängebrücke ihrer Art in Baden-Württemberg.

Sylt, Usedom, Norderney: Mobiles Arbeiten mit Meerblick ist auch in SH, MV und Niedersachsen möglich. Neben strandnahen Coworking-Plätzen gibt es dafür mancherorts auch spezielle Strandkörbe.

Leere Betten in Wien, Stornowellen in Zürich, wenig Auswirkungen in Spanien und Italien: Warum der Iran-Krieg Asien-Reisende fernhält und welche Folgen das für Hotels und Händler in Europa hat.