Mecklenburg-Vorpommern will mehr internationale Urlauber

| Tourismus Tourismus

Mecklenburg-Vorpommern soll als Urlaubsziel für internationale Besucher attraktiver werden. Für den Tourismus im Nordosten sei es eine wichtige Aufgabe, neue Zielgruppen zu erschließen, sagte Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) bei der Vorstellung einer landesweiten Gästebefragung im Auftrag des Tourismusverbandes. Zudem legte das Ministerium neue Kennzahlen zur Wirtschaftskraft des Fremdenverkehrs vor. Demnach befindet sich der Tourismus im Land seit Beginn der Corona-Pandemie wieder im Aufschwung. Wichtig sei es, die Branche dabei weiter zu unterstützen, sagte Meyer.

Laut den Berechnungen des Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Instituts für Fremdenverkehr an der Universität München (dwif) lag der Bruttoumsatz der Branche 2022 bei 7,1 Milliarden Euro, ein Plus von 5,4 Prozent im Vergleich zu 2019. Die touristische Wertschöpfung nach Abzug der Mehrwertsteuer und der Vorleistungen vom Bruttoumsatz lag 2022 bei 3,5 Milliarden Euro (plus 6,9 Prozent).

Das Wirtschaftsministerium legte zudem aktuelle Zahlen des Statistischen Amtes vor, nach denen sich der Tourismus von Januar bis August 2023 trotz durchwachsenen Sommers weiter positiv entwickelt habe. Sowohl bei den Gästeankünften als auch bei den Übernachtungszahlen seien Zuwächse im Vergleich zum selben Zeitraum 2022 zu verzeichnen. Mit 23,5 Millionen Übernachtungen habe man sogar den zweithöchsten Wert seit Beginn der Erfassung erreicht, nur 2019 seien es mehr Übernachtungen gewesen.

Bei der landesweiten Gästebefragung zeigte sich laut Tourismusverband, dass der durchschnittliche Urlauber in Mecklenburg-Vorpommern 55 Jahre alt sei und in einer Ferienwohnung urlaube. Die meisten Touristen kämen aus Sachsen (13,4 Prozent), knapp dahinter seien Urlauber aus Nordrhein-Westfalen (13,2 Prozent). Der Anteil der Stammgäste sei mit 73 Prozent hoch, sagte Tobias Woitendorf, Geschäftsführer des Tourismusverbandes.

Die Zufriedenheit der Urlauber sei im Vergleich zur letzten Gästebefragung von 2016 noch etwas gestiegen. Damals hätten die Urlauber dem Bundesland im Schnitt eine Schulnote von 1,8 gegeben, diesmal liege die Durchschnittsnote bei 1,6. Verbesserungsbedarf gibt es den Gästen zufolge beim Preis-Leistungs-Verhältnis, überfüllten Orten und hohem Verkehrsaufkommen, Internetverfügbarkeit und bei der Ladesäulen-Infrastruktur für E-Autos.

Ziel für die Branche solle nun ein Zuwachs bei Jüngeren und bei internationalen Urlaubern sein, sagte Meyer. Dafür brauche es gezielte touristische Angebote sowie eine stärkere Öffnung für Gepflogenheiten wie etwa die Kartenzahlung, die in skandinavischen Ländern längst Standard sei. Gleichzeitig sorge er sich aber auch darum, dass das politische Klima in Mecklenburg-Vorpommern ausländische Reisende abschrecken könne. «Wenn man um internationale Gäste wirbt, gehört dazu, dass man vor Ort auch eine offene Willkommenskultur vorfindet», betonte Meyer. Die politische Diskussion über das Erstarken der AfD sei «manchmal ein Standortnachteil, das sage ich ganz offen.» (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Eine Analyse untersucht das Suchinteresse an FKK-Themen in 78 deutschen Großstädten und zeigt deutliche Unterschiede zwischen Küstenregionen und Binnenland. Rostock belegt im Gesamtranking den ersten Platz.

TUI hält trotz geopolitischer Belastungen an seiner Jahresprognose fest. Insbesondere der Iran-Krieg und Sonderfaktoren beeinträchtigten die Ergebnisse in den einzelnen Geschäftsfeldern.

Anstatt auf Reiseverzicht zu setzen, bevorzugen Reisende zunehmend nachhaltigere Alternativen innerhalb ihrer Reiseplanung. Die Zahlungsbereitschaft für nachhaltige Angebote wächst, Nachhaltigkeitssiegel gewinnen an Bedeutung.

Airbnb und die Tripadvisor Group kooperieren bei Touren, Aktivitäten und Attraktionen. Noch 2026 soll eine Auswahl aus dem Bestand von mehr als 425.000 Erlebnissen der Tripadvisor Group über Airbnb buchbar werden.

Wer verreist, lässt mehr zurück als den Arbeitsalltag. Das zeigt eine repräsentative Befragung von HolidayCheck. 86 Prozent der Befragten fassen während einer Reise konkrete Vorsätze für die Zeit danach. Besonders häufig geht es dabei um Erholung und Selbstfürsorge.

Der deutsche Incoming-Tourismus kann in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 trotz schwieriger Marktbedingungen Zugewinne erzielen. In der zweiten Jahreshälfte ist nach Einschätzung der Deutschen Zentrale für Tourismus weiteres Wachstum möglich.

Stark riechendes Essen, Videos ohne Kopfhörer und Selfie-Aktionen am Fenster: Für viele Flugreisende bedeuten nicht erst mögliche Flugverspätungen Stress, sondern auch das Verhalten der Mitreisenden an Bord, so eine neue Umfrage im Auftrag von Booking.com.

Die Beherbergungsbetriebe in Deutschland haben im Juni 2,9 Prozent weniger Übernachtungen verbucht als ein Jahr zuvor. Im gesamten ersten Halbjahr 2026 wurde mit 223,8 Millionen Übernachtungen dennoch ein neuer Höchststand für diesen Zeitraum erreicht.

Die Bahn registrierte im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 989 Übergriffe auf Mitarbeiter und reagiert mit der Einführung von Tonaufzeichnungen bei Bodycams sowie verstärkten Schutzmaßnahmen.

Die Heinz Sielmann Stiftung und der Deutsche Wanderverband haben die Wahl zum Naturwunder des Jahres 2026 gestartet. Bis Ende September stehen neun Naturschauplätze aus sieben Bundesländern zur Online-Abstimmung.