Nach tödlichem Unglück: Marienschlucht am Bodensee öffnet wieder

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Sie gilt als schönste Schlucht am Bodensee und war mehr als ein Jahrzehnt gesperrt: Nach umfassender Sanierung der Marienschlucht können Besucher am kommenden Samstag (ab 10 Uhr) wieder auf Erkundungstour gehen. Die Touristenattraktion kostet nach wie vor keinen Eintritt.

Darum war die Schlucht gesperrt

Auslöser der langen Sperrung war ein schwerer Erdrutsch im Mai 2015. Dabei kam eine Wanderin ums Leben, Teile des alten Wegs wurden zerstört. Ihr Partner wurde schwer verletzt. Danach blieb die Schlucht aus Sicherheitsgründen geschlossen. 

Dass es bis zur Wiedereröffnung fast elf Jahre dauerte, lag nicht nur am aufwendigen Neubau, sondern auch an hohen Anforderungen an die Sicherung des Geländes. Jetzt führt ein neuer Steg aus Stahl durch das Naturwunder.

Das erwartet die Besucher 

An einem Tag der offenen Schlucht wird die Attraktion am Samstag wieder geöffnet - und es gibt es Führungen, Infostände und Verpflegung an mehreren Punkten. Bereits am Freitag ist ein kleiner und nicht öffentlicher Festakt geplant. 

Mehr als 280 Stufen, fünf Aussichtsplattformen und rund 56 Höhenmeter führen durch die Schlucht – vorbei an steilen Felswänden, entlang des tosenden Bachlaufs und mit eindrucksvollen Blicken auf den Bodensee. 

Wer genauer hinschauen möchte, erfährt unterwegs auf einem neu gestalteten Infopfad mehr über Tiere, Pflanzen und die Landschaft. Für Familien gibt es zudem einen eigenen Kinderpfad, auf dem der Wanderfalke «Falko» junge Entdecker spielerisch begleitet und unterwegs für kleine, abwechslungsreiche Wissensmomente sorgt.

Die neue Stahlkonstruktion ersetzt den früheren Holzsteg, der tiefer am Boden durch die Schlucht geführt hatte. «So kann man garantieren, dass wir einen sicheren, begehbaren Weg haben - das ganze Jahr lang», sagte der Bürgermeister von Bodman-Ludwigshafen, Christoph Stolz (parteilos). Der alte Holzsteg sei weg. Das Material modere und verfalle schneller. Das Konstrukt wurde aus zwei Richtungen aufeinander zugebaut und in der Mitte verbunden.

So kommt man zur Marienschlucht

Die Marienschlucht gilt als Naturschönheit am südlichen Überlinger See. Am einfachsten ist der Zugang etwa von Langenrain, einem Ortsteil von Allensbach (Landkreis Konstanz). Von dort führt der Zugang über den Blissenweg zum oberen Eingang der Schlucht. Zur Wiedereröffnung wurde dort auch ein provisorischer Parkplatz eingerichtet.

Wer mit Bus und Bahn anreist, kommt vom Bahnhof Allensbach mit der Buslinie 203 nach Langenrain. Auch per Schiff ist die Marienschlucht wieder erreichbar: Die Anlegestelle wird zur Saison wieder bedient, unter anderem auf der Strecke Bodman–Ludwigshafen–Sipplingen–Marienschlucht–Überlingen.

Diese Ausrüstung ist sinnvoll

Wer die Marienschlucht besuchen will, sollte sich auf viele Treppen, Gefälle und teils schmale Wege einstellen. Sinnvoll sind deshalb feste, griffige Schuhe; auf den Uferwegen und in der Schlucht selbst wird gutes Schuhwerk ausdrücklich empfohlen. Praktisch sind außerdem wetterfeste Kleidung, etwas zu trinken und für Familien genug Zeit für Pausen. Die Attraktion ist vermutlich eher nicht geeignet für Menschen mit großer Höhenangst.


 

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