Reiseanalyse 2026: Rekordausgaben bei sinkendem Inlandsanteil

| Tourismus Tourismus

Die Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) hat zur Internationalen Tourismus-Börse (ITB) die ersten ausgewählten Ergebnisse der 56. Reiseanalyse vorgestellt. Wie aus der Untersuchung hervorgeht, verzeichnete der deutsche Reisemarkt im Jahr 2025 mit über 57 Millionen Urlaubsreisenden bei Trips ab fünf Tagen Dauer einen neuen Höchststand. Auch die Gesamtausgaben für Urlaubsreisen erreichten mit fast 92 Milliarden Euro einen Rekordwert. Dennoch sank das Gesamtvolumen der Reisen leicht auf knapp 68 Millionen.

Deutschland verliert Marktanteile an das Ausland

Obwohl Deutschland mit einem Marktanteil von 22 Prozent das mit Abstand wichtigste Einzelreiseziel der Bundesbürger bleibt, verzeichnete das Inland im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang um rund eine Million Urlaubsreisen. Gleichzeitig stieg das Volumen der Auslandsreisen auf fast 53 Millionen, was einem Marktanteil von 78 Prozent entspricht. Besonders deutlich ist die Dominanz des Auslands bei längeren Reisen, während im Segment der Kurzurlaube bis zu vier Tagen noch zirka 72 Prozent der Reisen ins Inland führten – allerdings auch hier mit leicht sinkender Tendenz gegenüber 2024 und 2019.

Regionale Trends und Verschiebungen bei Verkehrsmitteln

Im Ranking der nachfragestärksten Bundesländer konnte Schleswig-Holstein seine Spitzenposition vor Bayern behaupten. Auf den weiteren Plätzen folgen Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Baden-Württemberg. Mit Ausnahme von Mecklenburg-Vorpommern lagen jedoch alle diese Ziele leicht unter dem Niveau des Vorjahres. Im Ausland bestätigte Spanien seine führende Rolle vor der Türkei und Italien, während Griechenland und Österreich Marktanteile hinzugewinnen konnten.

Die Dynamik bei den Fernzielen, deren Marktanteil auf 8,6 Prozent stieg (Vorjahr: 6,9 Prozent), spiegelt sich auch in der Wahl der Verkehrsmittel wider. Der Anteil der Flugreisen wuchs auf 46,9 Prozent, während Autoreisen auf 40,2 Prozent zurückgingen. Die Bedeutung von Busreisen blieb mit 2,6 Prozent stabil.

Digitalisierung und Künstliche Intelligenz in der Reiseplanung

Ein wesentlicher Trend zeigt sich bei der Urlaubsorganisation. Der Anteil der Online-Buchungen stieg im Jahr 2025 auf fast 58 Prozent. Im Gegensatz dazu ist die Buchung im persönlichen Kontakt mit 32,3 Prozent langfristig rückläufig. Erstmals liefert die Reiseanalyse auch Daten zur Nutzung Künstlicher Intelligenz: Bei 20 Prozent aller Urlaubsreisen wurden bereits KI-Anwendungen für Information oder Buchung genutzt.

Ausblick auf das Tourismusjahr 2026

Trotz einer verhaltenen Einschätzung der allgemeinen Wirtschaftslage bleibt die Reisebereitschaft der Deutschen hoch. Laut der Erhebung planen 76 Prozent der Bevölkerung für das Jahr 2026 sicher eine Urlaubsreise. Bei 43 Prozent der Befragten steht das Reiseziel bereits fest, während 33 Prozent noch offen für verschiedene Destinationen sind. Die FUR prognostiziert daher auf Basis der stabilen Urlaubsmotive wie dem Wunsch nach Sonne, Wärme und Abstand zum Alltag positive Voraussetzungen für das laufende Tourismusjahr.


Zurück

Vielleicht auch interessant

Am Urlaub wird zuletzt gespart: Obwohl die europäische Wirtschaft seit Jahren in der Flaute steckt, kommen mehr Gäste nach Bayern als je zuvor. Sie bleiben im Schnitt jedoch nur kurz.

Eine Airbnb-Umfrage zeigt, dass für die Deutschen Erholung und Naturerlebnisse die wichtigsten Gründe für eine Reise sind. Während die Generation Z vermehrt nach Abenteuer und Selbstreflexion sucht, steht bei älteren Reisenden die Entspannung im Vordergrund.

Die Urlaubsinsel Capri greift gegen das Phänomen des Massentourismus durch: Ab dieser Saison gilt dort für die Größe von Touristengruppen eine Obergrenze. Es gibt auch weitere neue Regeln.

Das Wattenmeer gilt als Naturwunder direkt von Niedersachsens Haustür. Das Land feiert das 40-jährige Bestehen des Nationalparks. Doch angesichts vieler Bedrohungen ist nicht allen zum Feiern zumute.

Gute Schneebedingungen vor Beginn der Winterferien sorgen für reichlich Buchungen im Thüringer Wald. Viele Gastgeber in den Wintersportzentren melden eine hohe Auslastung – in einigen Regionen werden die Betten knapp.

Die TUI Love & Travel Studie beleuchtet die Dynamik deutscher Paare im Urlaub. Von der gemeinsamen Budgetplanung bis zum Einfluss von Social Media liefert die Untersuchung relevante Daten für die touristische Zielgruppenanalyse.

Die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) sichert sich zum sechsten Mal in Folge das Top 100-Siegel. Mit KI-Anwendungen wie der digitalen Reisebegleiterin Emma und fortschrittlichen Daten-Tools behauptet sich die Organisation als Innovationstreiber im deutschen Tourismus.

Ihren Urlaub lassen sich die Deutschen einiges kosten. Besonders stark gestiegen sind laut einer Umfrage die Ausgaben an ihrem beliebtesten europäischen Reiseziel.

Das neue DRV-Reisebürobarometer zeigt eine stabile Umsatzlage im deutschen Reisevertrieb, warnt jedoch vor sinkenden Renditen. Steigende Kosten für Personal und Miete belasten die Ertragslage, weshalb Serviceentgelte und effiziente Prozesse für die wirtschaftliche Stabilität der Reisebüros immer wichtiger werden.

Seit 25 Jahren prägt Pierre Nierhaus mit seinen Trendreisen die deutschsprachige Hospitality-Branche. Von den Anfängen in New York bis zur heutigen globalen Expertise bietet das Format tiefgehende Analysen und exklusiven Zugang zu internationalen Marktführern. Für das Jubiläumsjahr 2026 locken Premieren und spezielle Konditionen für Branchenentscheider.