Schön, aber langweilig: Das ist Niedersachsens Image

| Tourismus Tourismus

Niedersachsen steht für schöne Landschaften und Bodenständigkeit, aber auch für wirtschaftliches Mittelmaß und Langeweile – das ist das Ergebnis einer Umfrage zum Image des Bundeslandes. Der Arbeitgeberverband Niedersachsenmetall, der die Befragung beim Institut für Demoskopie Allensbach in Auftrag gegeben hatte, sieht darin einen wirtschaftlichen Nachteil im Wettbewerb der Länder und fordert eine neue Standortkampagne.

«Das ist das Ergebnis, wenn man glaubt, sich dem Standortwettbewerb über Jahre nicht stellen zu müssen», kritisierte Hauptgeschäftsführer Volker Schmidt. «Mit selbstzufriedener Bräsigkeit werden wir es nicht weit bringen. Dann sind wir das Bielefeld der Bundesländer.»

Vor allem junge Menschen sagen: Niedersachsen ist langweilig

28 Prozent der rund 1.200 Befragten gaben an, keine oder kaum eine Vorstellung von Niedersachsen zu haben. Bei den 16- bis 29-Jährigen waren es sogar 42 Prozent. Etwa jeder dritte unter 30-Jährige bezeichnete das Land als langweilig. Für einen Industriestandort, der um Fachkräfte, Investitionen und Innovationen werbe, müsse das ein Weckruf sein, sagte Schmidt.

Lediglich 26 Prozent bundesweit sagten, Niedersachsen stehe wirtschaftlich besonders gut da. Im Land selbst waren es sogar noch etwas weniger (25 Prozent). Als eine Wirtschaftsregion mit Zukunft sahen 38 Prozent das Land, 31 Prozent bezeichneten es als wirtschaftlich stark.

Dafür steht Niedersachsen laut der Umfrage

Die Teilnehmer der Umfrage wurden auch gefragt, was aus ihrer Sicht auf Niedersachsen zutrifft. Eine Auswahl der Ergebnisse im Überblick:

  • schöne Landschaften (87 Prozent)
  • attraktive Urlaubsregionen (75 Prozent)
  • viel Windkraft (71 Prozent)
  • sehenswerte Städte (69 Prozent)
  • sehr ländlich, dünn besiedelt (60 Prozent)
  • sympathische Menschen (56 Prozent)
  • gutes Essen und Trinken (53 Prozent)

Niedersachsens Landesregierung bereitet derzeit eine neue Standortkampagne vor. Die europaweite Ausschreibung dafür stehe kurz vor dem Abschluss, hieß es Anfang Januar aus der Staatskanzlei. Bis zu zehn Millionen Euro werden für die neue Kampagne in diesem und im kommenden Jahr bereitgestellt.

Diesen Slogan bringt Schmidt ins Spiel

Niedersachsenmetall-Chef Schmidt hält das für richtig. Der aktuelle Slogan «Niedersachsen. Klar.» habe mehr Fragen aufgeworfen als Antworten gegeben. Schmidt brachte auch eine Alternative ins Spiel: «Mein Favorit wäre: Niedersachsen. Voller Energie.»

Mit Ministerpräsident Olaf Lies habe er bereits im vergangenen April über das Thema gesprochen. Auch die neuen Image-Werte habe der SPD-Politiker vorliegen. «Vielleicht kann er ja mit den Zahlen was anfangen», sagte Schmidt.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Das Urlaubsbarometer 2026 zeigt eine ungebrochene Reiselust in Österreich, wobei Sicherheit und Kosten zu den entscheidenden Faktoren bei der Zielwahl werden. Während Italien und Kroatien als Favoriten gelten, gewinnt Künstliche Intelligenz massiv an Bedeutung.

Die Fluggesellschaft Ryanair hat nach eigenen Angaben angekündigt, ihre Berliner Basis zum 24. Oktober 2026 zu schließen. Betroffen sind sieben stationierte Flugzeuge, die an andere Standorte innerhalb Europas verlagert werden sollen. Gleichzeitig soll das Flugangebot im Winterflugplan um 50 Prozent reduziert werden, wie das Unternehmen mitteilt.

Eine Untersuchung belegt eine hohe Pünktlichkeits-Disziplin deutscher Reisender und zeigt deutliche Unterschiede beim Bedürfnis nach persönlichem Freiraum. Während Senioren die größte Gelassenheit an den Tag legen, fordert die jüngere Generation verstärkt Distanz.

Fit Reisen hat über 7,5 Millionen Google-Bewertungen analysiert, um die besten Stadtparks Europas zu ermitteln. Während Madrid den ersten Platz verteidigt, bleibt Hamburgs Planten un Blomen die bestbewertete Anlage in Deutschland.

In München entsteht mit der „Marina Monaco“ ein temporäres Freizeitareal auf einem ehemaligen Industriegelände. Die Eröffnung ist für Mai geplant, langfristig soll dort ein neues Stadtquartier entstehen.

Am Bodensee spitzt sich ein Streit zwischen deutschen und Schweizer Schifffahrtsunternehmen zu – mit spürbaren Folgen für Fahrgäste. Die Schweizerische Bodensee-Schifffahrt (SBS) fährt in dieser Saison den Konstanzer Hafen nicht an. Hintergrund ist ein Streit über Ticketgelder.

Trotz wirtschaftlicher Schwäche stiegen die Geschäftsreisen in Deutschland deutlich an. Die VDR-Analyse zeigt mehr Reisen, sinkende Kosten und veränderte Strukturen im Markt.

Die Deutsche Zentrale für Tourismus analysiert fortlaufend die Folgen des Iran-Konflikts für den Tourismus nach Deutschland. Berichte zeigen Auswirkungen auf Flugverkehr, Preise und Nachfrage.

Nach Wochen im Persischen Golf haben die «Mein Schiff 4» und «Mein Schiff 5» die Region verlassen können - zwei geplatzte Reisen können nun stattfinden. Auch andere Schiffe passierten die Meerenge.

In Rottweil wird am kommenden Freitag die neue Fußgänger-Hängebrücke „Neckarline“ eröffnet. Die Brücke überspannt das Neckartal auf einer Länge von 606 Metern und gilt damit als längste Hängebrücke ihrer Art in Baden-Württemberg.