Test-Urlauber landen auf Mallorca

| Tourismus Tourismus

Erstmals seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie sind wieder Urlauber aus Deutschland auf die Mittelmeerinsel Mallorca zurückgekehrt. Ein mit 189 Passagieren voll besetzter Tui-Flug aus Düsseldorf landete am Montag auf dem Flughafen Son San Joan von Palma de Mallorca. «Wir haben uns auf Mallorca und das Mittelmeer gefreut, wir haben fünf Monate lang gewartet, dass wir kommen können und sind überglücklich, dass es jetzt soweit ist», sagte Georg Käsbach aus Lindlar bei Köln, der zusammen mit seiner Frau Diana zu den ersten Reisenden gehörte.

Die sonnenhungrigen deutschen «Test-Touristen», die nach dreimonatiger Corona-Pause als erste wieder nach Mallorca reisen durften, wurden von Mitarbeitern ihrer Hotels und von Politikern mit Beifall und Begeisterung begrüßt. Auch einige Passanten klatschten, als die Urlauber aus den Bussen stiegen. «Überwältigend, ich glaube die freuen sich wirklich auf uns hier», sagte Hans Gerhartinger aus Horn-Bad Meinberg (Ostwestfalen-Lippe).

Für Spanien, das mit mehr als 27.000 Corona-Toten zu den in Europa am stärksten von der Pandemie betroffenen Ländern gehört, ist der Tourismus von enormer Bedeutung. Die Branche trägt rund zwölf Prozent zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) bei und beschäftigt mehr als 2,5 Millionen Menschen. Seit Wochen sinken die Corona-Zahlen.

«Der Wunsch, an die Strände des Mittelmeers zu reisen, ist groß - die ersten Anreisetermine des Pilotprogramms waren Anfang letzter Woche innerhalb von 36 Stunden ausgebucht», betonte der zuständige Tui-Vorstand Sebastian Ebel. Das Medien-Interesse an der Ankunft der ersten Urlauber nach 92 Tagen des Stillstands war riesig: Am Flughafen warteten rund 100 Journalisten. Daniel Wiener aus Düsseldorf war vom Rummel überrascht: «Ich dachte, wir kämen von einer Reise vom Mond zurück!», sagte er lachend der Deutschen Presse-Agentur.

Das Fliegen mit Maske sei schon eine Umgewöhnung, erzählte er. «Man sitzt Schulter an Schulter, aber alle haben Maske getragen, ich habe mich nicht unsicher gefühlt.» Seit zwei Wochen hätten er und seine Frau schon Urlaub. «Wir haben überlegt - was machen, aber die Grenzen waren ja zu. Und dann kam die frohe Botschaft, dass hier aufgemacht wird.» Der treue Mallorca-Besucher erwartet einen entspannten Urlaub, aber keinen normalen: «Dass so wenige Touristen da sind, ist für diese Jahreszeit natürlich ungewöhnlich.»

Im Rahmen eines zweiwöchigen Pilotprojekts lässt Spanien zunächst nur bis zu 10.900 Urlauber und nur aus Deutschland wieder auf die Balearen-Inseln Mallorca, Ibiza, Menorca und Formentera. Deutschland wurde nach Angaben der Regionalregierung ausgewählt, weil von dort die meisten Urlauber kommen, und die Pandemie in Deutschland ähnlich unter Kontrolle ist wie auf den Balearen. Am Nachmittag sollte ein zweiter Ferienflieger aus Frankfurt ankommen.

In den Rest Spaniens dürfen Urlauber noch nicht einreisen. Allerdings zog die Regierung in Madrid den Termin, an dem das gesamte Land für europäische Touristen geöffnet wird, angesichts sinkender Corona-Zahlen und des Drucks der Tourismusindustrie vom 1. Juli auf den 21. Juni vor. Damit verkürzt sich auch das Pilotprojekt auf den Balearen.

Kim Edliger aus Würselen gehörte zu den jüngsten Gästen. Sie empfand die Kontrollmaßnahmen bei der Ankunft am Flughafen «nicht so toll», Fieber messen und das Ausfüllen vieler Dokumente hätten mit einer halben Stunde zu lange gedauert - «aber jetzt sind wir ja angekommen, und ich bin echt dankbar dafür», sagte sie. Dass die Discos und Clubs noch nicht geöffnet haben, sei kein Problem. Die Pläne für den ersten Urlaub nach der Krise waren trotzdem klar umrissen: «Trinken, trinken, trinken», sagte sie lachend.

(dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Griechenland will den Massentourismus auf vielen Inseln und in beliebten Ferienorten stärker begrenzen und gleichzeitig Natur und Landschaft besser schützen. Die Regierung stellte dazu bei einer Pressekonferenz in Athen neue Regeln für den Tourismus und den Hotelbau vor.

Eine aktuelle YouGov-Studie zeigt eine deutliche Zurückhaltung deutscher Reisender beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Zwar können sich viele Befragte den Einsatz von KI-Anwendungen im Reisebereich grundsätzlich vorstellen, die tatsächliche Nutzung bleibt laut den erhobenen Daten jedoch meist im einstelligen Prozentbereich.

Zugfahrten ins Ausland werden bei Reisenden beliebter. Die Bahn will davon profitieren und stärkt gerade im Sommer ihr Programm. Bei manchen Verbindungen in Metropolen gibt es aber noch hohe Hürden.

Die Tripadvisor Group hat im ersten Quartal 2026 einen Umsatzrückgang von 4 Prozent gemeldet. Wachstum verzeichnete das Unternehmen nach eigenen Angaben vor allem im Bereich Experiences sowie bei der Restaurantplattform TheFork.

Deutschland bleibt laut aktuellen Marktdaten das weltweit wichtigste Ziel für internationale Geschäftsreisen. Während klassische Geschäftsreisen zurückgehen, bleiben Veranstaltungen und Bleisure-Reisen auf stabilem Niveau.

Eine aktuelle Erhebung des Portals Holidu prognostiziert für die Saison 2026 eine hohe Auslastung bei Ferienhäusern an den deutschen Küsten bei weitgehend stabilen Mietpreisen. Insbesondere an der Nordsee planen Urlauber ihren Aufenthalt langfristig.

Nach mehreren Hantavirus-Fällen und drei Todesopfern darf das Kreuzfahrtschiff «Hondius» einen Hafen auf den Kanaren anlaufen. Was Spanien und internationale Behörden nun planen.

Es ist nicht immer leicht, sich im Urlaub die Sonnenliegen am Hotelpool zu sichern, oft sind sie mit Handtüchern reserviert. Das will sich ein Reisender nicht gefallen lassen - er fordert Geld zurück.

Eine aktuelle Studie belegt, dass die geopolitische Lage im Nahen Osten die Reiseplanung von 70 Prozent der Deutschen beeinflusst. Trotz aufgehobener Reisewarnungen für Golfstaaten wie Katar und die VAE bleiben Urlauber vorsichtig.

Die Lufthansa startet ihr neues Servicekonzept FOX auf der Langstrecke. Mit einer Investition von 70 Millionen Euro werden die kulinarischen Angebote und die Ausstattung in allen Reiseklassen, von der Business Class bis zur Economy Class, umfassend erneuert.