Umsatzsteuerstatistik Gastgewerbe 2024: Deutliche Umsatzsteigerung bei anhaltendem Rückgang der Betriebszahlen gegenüber 2019

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Die Zahl der steuerpflichtigen Unternehmen im deutschen Gastgewerbe ist im Jahr 2024 moderat angestiegen, bleibt jedoch im langfristigen Vergleich unter dem Niveau vor der Pandemie. Wie aus der aktuellen Umsatzsteuerstatistik des Statistischen Bundesamtes hervorgeht, waren im vergangenen Jahr bundesweit 206.105 Betriebe registriert, was einem Zuwachs von 2,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr 2023 entspricht. Trotz dieser kurzfristig positiven Entwicklung liegt die Anzahl der Marktteilnehmer weiterhin deutlich unter dem Niveau des Vorkrisenjahres 2019. Damals wies die Statistik noch 222.442 steuerpflichtige Einheiten aus, woraus sich für 2024 ein Rückgang von 7,3 Prozent ergibt. Der gesamte Nettoumsatz der Branche belief sich 2024 auf rund 118 Milliarden Euro. Dies stellt eine Steigerung von 2,5 Prozent gegenüber 2023 und ein Plus von 24,6 Prozent im Vergleich zu 2019 dar.

Unterschiedliche Entwicklungen in Gastronomie und Beherbergung

Innerhalb der Gastronomie stieg die Anzahl der Betriebe im Vergleich zu 2023 um 3.584 auf insgesamt 165.947 Unternehmen an, was einem Plus von 2,2 Prozent entspricht. Dennoch fehlen der Branche im Vergleich zum Jahr 2019 weiterhin 7,1 Prozent der Betriebe. Der Nettoumsatz in diesem Segment erreichte 2024 etwa 78,01 Milliarden Euro. Im Beherbergungsbereich gab es mit 40.158 Unternehmen ebenfalls einen leichten Zuwachs von 1,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wobei die Bilanz gegenüber 2019 mit einem Minus von 8,3 Prozent weiterhin negativ ausfällt. Besonders die klassische Hotellerie, die Hotels, Gasthöfe und Pensionen umfasst, verzeichnete 2024 einen Rückgang der Betriebszahlen um 1,6 Prozent auf 26.380 Einheiten. Im Vergleich zu 2019 ist die Anzahl der Unternehmen in diesem Kernsegment sogar um 15,7 Prozent geschrumpft.

Regionale Unterschiede bei Betrieben und Umsätzen

Auf Ebene der Bundesländer zeigt sich ein differenziertes Bild. In allen Ländern gab es im Jahr 2024 mehr umsatzsteuerpflichtige Unternehmen im Gastgewerbe als im Vorjahr. Den stärksten Zuwachs verzeichnete Hamburg mit 3,1 Prozent, während Mecklenburg-Vorpommern mit 0,3 Prozent das geringste Wachstum aufwies. Beim Vergleich mit dem Vorkrisenjahr 2019 haben sich Hamburg (-1,5 Prozent) und Berlin (-3,7 Prozent) dem alten Niveau am stärksten angenähert. Im Gegensatz dazu fällt der Abstand im Saarland mit einem Minus von 15,7 Prozent und in Thüringen mit 12,6 Prozent am deutlichsten aus.

Hinsichtlich der Erlöse konnten fast alle Bundesländer im Jahr 2024 höhere Nettoumsätze als im Vorjahr verbuchen. Die höchsten Zuwächse erzielte Hessen mit 7,1 Prozent. Lediglich in Niedersachsen war ein leichter Rückgang von 0,2 Prozent zu verzeichnen. Im Vergleich zum Jahr 2019 verzeichneten jedoch alle Bundesländer Nettoumsatzsteigerungen, wobei Berlin mit 35,9 Prozent, Bremen mit 33,9 Prozent und Hamburg mit 33,7 Prozent die Spitzenplätze belegen.

Umsatzrückgänge in speziellen Teilsegmenten

Während die Branche insgesamt wuchs, meldeten einige Teilbereiche laut Angaben des Statistischen Bundesamtes rückläufige Zahlen. Bei den Diskotheken und Tanzlokalen sank der bundesweite Umsatz im Vergleich zu 2023 um 6,5 Prozent. Auch Gasthöfe und Pensionen büßten an wirtschaftlicher Substanz ein und verzeichneten Umsatzrückgänge von 3,5 Prozent beziehungsweise 3,6 Prozent. In diesen Kategorien verringerte sich zudem die Anzahl der steuerpflichtigen Betriebe. Demgegenüber stehen Zuwächse in anderen Nischen: Die Zahl der Anbieter von Ferienunterkünften stieg um 7,8 Prozent auf 10.535 Betriebe, während das Segment der Campingplätze ein Umsatzplus von 4,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr verbuchte.

Steueraufkommen durch Anhebung des Steuersatzes gestiegen

Ein wesentlicher Aspekt der Bilanz für das Jahr 2024 ist das gestiegene Umsatzsteueraufkommen. Vor Abzug der Vorsteuerbeträge nahm der Fiskus durch das Gastgewerbe insgesamt 16,572 Milliarden Euro ein, was einer Steigerung von 33,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Großteil entfiel mit 11,714 Milliarden Euro auf die Gastronomie, die damit ein Plus von 38,6 Prozent erzielte. Das Beherbergungsgewerbe steuerte 4,858 Milliarden Euro bei. Hintergrund dieser Entwicklung ist die zum 1. Januar 2024 erfolgte Rückkehr zum regulären Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent auf Speisen in der Gastronomie. In der Statistik werden als steuerpflichtig solche Unternehmen geführt, die jährliche Lieferungen und Leistungen von über 22.000 Euro erbringen (beziehungsweise 17.500 Euro im Jahr 2019).


 

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