Venedig kostet 2027 an noch mehr Tagen Eintritt

| Tourismus Tourismus

Die italienische Lagunenstadt Venedig - eines der beliebtesten Touristenziele in Europa - kostet künftig an noch mehr Tagen Eintritt. Im nächsten Jahr müssen Kurzbesucher nach einem Beschluss des Stadtrats zwischen Karfreitag und Mitte August an insgesamt 72 Terminen bis zu zehn Euro Gebühr zahlen. Dieses Jahr waren es noch 60 Tage. Auf eine kräftige Preiserhöhung verzichteten die Stadtoberen vorerst. Zwischenzeitlich waren auch schon 30 Euro Eintritt und noch mehr im Gespräch.

Eintritt wie im Museum

Als erste Stadt der Welt verlangt Venedig seit zwei Jahren Eintritt von Tagesbesuchern - so wie in einem Museum. Wer mindestens drei Tage zuvor buchte, kam dieses Jahr noch mit fünf Euro davon. Wer sich länger Zeit ließ, musste zehn Euro zahlen. In der Regel lädt man sich dazu einen QR-Code aufs Handy. Allerdings mogeln sich viele immer noch darum herum. Dieses Jahr zahlten mehr als 650.000 Besucher, was der Stadt mehr als fünf Millionen Euro in die Kassen brachte. 

Übernachtungsgäste sind vom Eintritt ausgenommen. Sie müssen allerdings eine «Kurtaxe» zahlen. Zudem gibt es Ausnahmen für bestimmte Gruppen. Die Stadtverwaltung betont immer wieder, dass es ihr nicht um die Einnahmen gehe, sondern darum, die Besucherströme besser zu lenken. Deshalb war auch ein deutlich höherer Eintritt im Gespräch. Die Entscheidung liegt allerdings nicht allein in Venedig: Auch die Regierung in Rom muss zustimmen.

Besucherzahlen gehen bislang nicht zurück

Bislang gingen die Besucherzahlen durch die Gebühr nicht zurück. Venedig ist ohnehin teuer: Das Einzelticket für eine Fahrt mit dem Vaporetto, dem Wasserbus, kostet 9,50 Euro. Für eine halbe Stunde in der Gondel werden mindestens 90 Euro fällig.

Venedig verdient viel Geld mit dem Tourismus, leidet aber auch schwer darunter. Inzwischen gibt es dort deutlich mehr Hotelbetten als Einwohner. In der Altstadt leben heute weniger als 50.000 Menschen – kein Vergleich zu den Millionen Touristen, die jedes Jahr aus aller Welt kommen. Nach Schätzungen sind es jedes Jahr mehr als 25 Millionen. (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Ryanair will ab April 2027 alle Bremen-Flüge einstellen und im Winter 2026 sein Sitzplatzangebot in Berlin halbieren. Insgesamt kündigt die Fluggesellschaft für Deutschland 700.000 Sitzplätze weniger als im Vorjahreswinter an.

Tagesgäste trugen 2025 einer dwif-Studie zufolge rund 2,72 Milliarden Euro und damit etwa die Hälfte zum touristischen Bruttoumsatz in Brandenburg bei. Insgesamt erzielte die Tourismus- und Freizeitwirtschaft des Landes 5,46 Milliarden Euro.

Soziale Medien beeinflussen die Reiseplanung der Deutschen zunehmend. Gleichzeitig posten sie seltener beschönigende Beiträge und verzichten im Urlaub häufiger vollständig auf soziale Netzwerke als Reisende in den übrigen untersuchten Ländern.

Reisepässe und Personalausweise haben persönliche Informationen nicht nur aufgedruckt, sondern auch auf einem Chip gespeichert. Manche Reisende machen sich Sorgen, ob genau dieser Chip nicht heimlich ausgelesen werden könnte.

Airbnb hat die Entwicklung der Suchanfragen nach naturnahen Reisezielen in Deutschland für den Herbst 2026 ausgewertet. Besonders stark gestiegen ist das Interesse an Orten im Schwarzwald, in der Eifel und an der Ostseeküste.

Der Flughafen Münster/Osnabrück führt 2026 das deutsche Flughafen-Ranking von Fit Reisen an. Auch im europäischen Vergleich schneiden kleinere Airports vielfach besser ab als große Drehkreuze.

Das Erstarken der AfD nach der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern hat Folgen für das Urlaubsland. Das zeigen Rückmeldungen von Gästen. Wie Touristiker darauf reagieren.

Die Nordseeküste meldet stabile Nachfrage, Usedom eine gute bis sehr gute Buchungslage. Im Harz fällt die Nachfrage regional schwächer aus. Nach Angaben der von dpa befragten Touristiker sind weiterhin Unterkünfte verfügbar.

 

Der Bundeswettbewerb Nachhaltige Tourismusdestinationen geht in die vierte Runde. Ab sofort können sich Tourismusorganisationen aus Orten, Regionen und Städten in ganz Deutschland bewerben, die an einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Destinationsentwicklung arbeiten.

Hilton hat seinen Trends Report 2027 veröffentlicht. Die Untersuchung beschreibt, wie sich das Reiseverhalten deutscher Urlauber im kommenden Jahr verändern könnte. Im Mittelpunkt stehen Flexibilität, Erholung, persönliche Entwicklung und Vertrauen.