Weltweite Ausgaben für Geschäftsreisen erreichen Rekordwert

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Die Global Business Travel Association (GBTA) prognostiziert in ihrem jährlichen Bericht für das Jahr 2026 einen Anstieg der weltweiten Ausgaben für Geschäftsreisen um 7,2 Prozent auf das Rekordniveau von 1,56 Billionen Euro. Wie der Branchenverband im Rahmen seiner Jahrestagung in Chicago bekannt gab, steigt das weltweite Reisevolumen zeitgleich deutlich langsamer. Die Anzahl der geschäftlichen Reisen erhöht sich nach Verbandsangaben voraussichtlich um 1,3 Prozent von geschätzten 1,82 Milliarden im Jahr 2025 auf rund 1,84 Milliarden im Jahr 2026.

Für das Jahr 2025 bilanziert der Verband ein Ausgabenwachstum von 8,4 Prozent auf 1,45 Billionen Euro, womit die damalige Prognose von 6,6 Prozent übertroffen worden sei. Das Erreichen der Marke von 1,83 Billionen Euro verschiebe sich durch die nachlassenden Wachstumsraten nach 2026 auf das Jahr 2030.

Höhere Transportkosten dämpfen Nachfrage

Der Bericht, für den Daten aus 72 Ländern und 44 Branchen ausgewertet sowie 4.700 Geschäftsreisende in 66 Märkten befragt wurden, führt den stärkeren Ausgabenanstieg primär auf höhere Transport- und Reisekosten zurück. Für das Jahr 2025 weist der Verband für Asien und Europa die höchsten Reisezahlen aus, die sich in beiden Regionen jeweils der Marke von 600 Millionen Reisen angenähert haben. Im Nahen Osten werde das Reisevolumen im Jahr 2026 aufgrund regionaler Konflikte voraussichtlich um 12,3 Prozent zurückgehen.

Die Konflikte im Nahen Osten zu Beginn des Jahres 2026 haben nach Verbandsangaben den Luftverkehr sowie die Energiemärkte beeinträchtigt, was zu längeren Reisezeiten und höheren Flugpreisen geführt habe. Der Verband gehe von einer Stabilisierung der Lage in der zweiten Jahreshälfte aus. Für das globale Bruttoinlandsprodukt (BIP) erwarte der Bericht eine Abschwächung des Wachstums von rund 3,3 Prozent im Jahr 2025 auf 2,9 Prozent im Jahr 2026.

Nordamerika und Asien-Pazifik

Von den für 2026 prognostizierten Gesamtausgaben von 1,56 Billionen Euro entfallen laut dem Bericht 1,31 Billionen Euro beziehungsweise 84 Prozent auf die 15 größten Märkte. Die USA mit 386,3 Milliarden Euro und China mit 368,7 Milliarden Euro stellen zusammen etwa 48 Prozent der weltweiten Ausgaben. Das stärkste Ausgabenwachstum unter den Top-15-Märkten verzeichnen Brasilien mit 13,8 Prozent, Australien mit 11,5 Prozent, Südkorea mit 11,3 Prozent, die Türkei mit 10,9 Prozent und Japan mit 10 Prozent.

Investitionen in künstliche Intelligenz und Technologie erweisen sich laut der Erhebung insbesondere in Nordamerika und im Raum Asien-Pazifik als Ausgabenstreiber. Auf Branchenebene weisen der Bergbau und die Rohstoffgewinnung mit einer jährlichen Wachstumsrate von 6,6 Prozent bis 2030, das Gesundheits- und Sozialwesen mit 6,3 Prozent sowie das Bildungswesen mit 6,3 Prozent die höchsten Zuwachsraten auf. Diese drei Sektoren machen im Jahr 2026 zusammen jedoch nur 1,6 Prozent der Gesamtausgaben aus. Die Sektoren Versorgung mit 4,1 Prozent Wachstum und Verarbeitendes Gewerbe mit 4,4 Prozent generieren hingegen 42 Prozent der aktuellen Ausgaben.

Anpassung an steigende Kostenstrukturen

Laut der im Mai 2026 durchgeführten Umfrage unter 4.700 Geschäftsreisenden geben 74 Prozent der Befragten an, im Jahr 2025 ebenso viel oder mehr gereist zu sein als in den Vorjahren. Im Raum Asien-Pazifik liegt dieser Anteil bei 80 Prozent. Für das Jahr 2026 erwarten durchschnittlich 28 Prozent der Befragten ein höheres Reiseaufkommen als im Vorjahr, während dieser Wert im Nahen Osten und in Afrika bei 36 Prozent liegt.

Hinsichtlich der Reisehäufigkeit im Jahr 2025 absolvierten 41 Prozent der Befragten ein bis zwei Reisen, 44 Prozent unternahmen drei bis 10 Reisen und 15 Prozent reisten öfter als 10 Mal. Das Flugzeug bleibt das dominierende Verkehrsmittel, wobei 42 Prozent der Flugreisenden angeben, gewöhnlich in Premium-Klassen zu fliegen. Die Bahn wird von 72 Prozent der Befragten in Asien-Pazifik und von 60 Prozent in Europa genutzt. Zudem geben 65 Prozent an, dass ihr Unternehmen Buchungen über ein Reise-Management-Unternehmen oder ein internes Buchungssystem vorschreibt oder empfiehlt. Eine Firmenkreditkarte nutzen 68 Prozent der Reisenden.

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