Wie sich das Reiseverhalten der Deutschen durch Corona verändert hat

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Das aktuell mit Abstand attraktivste Reiseziel der Deutschen ist - Deutschland. Was alle ahnten, bestätigt die erste repräsentative Studie zum Thema "Reisen nach dem Ausbruch von Covid-19" von Allianz Partners. Und: Wie sich das Reiseverhalten der Deutschen 2020 verändert hat.

Corona hat die Welt verändert. Insbesondere die Tourismuswelt. Die Studie "Reisen nach dem Ausbruch von Covid-19" im Auftrag von Allianz Partners gibt Antworten auf spannende Fragen: Wie verreisen die Deutschen in der Pandemie? Wie ändert sich das Urlaubsverhalten? Und: Wohin geht überhaupt die Reise?

"Die Corona-Pandemie stellt die Touristikbranche vor schwerwiegende Herausforderungen", sagt Allianz Partners Deutschland CEO Jacob Fuest. "Dennoch stimmt uns optimistisch, dass die Lust der Deutschen auf das Reisen weiterhin sehr groß ist. Nur das Reiseverhalten hat sich abrupt verändert. Heimaturlaub boomt, es gilt Auto statt Flugzeug und vor allem Sicherheit geht vor. Es bleibt abzuwarten, welcher dieser Trends sich langfristig durchsetzen wird." Für die Studie wurden Anfang Juli 2020 500 Deutsche ab 18 Jahren befragt.

Die Deutschen sparen am Urlaub - oder bleiben gleich zu Hause

Die Pandemie belastet die Urlaubskasse: Drei von zehn Deutschen (35,4 Prozent) wollen 2020 weniger Geld für Urlaub ausgeben. Bei den jungen Urlaubern zwischen 18 und 29 Jahren plant sogar jeder zweite (54,2 Prozent), in den diesjährigen Ferien auf die Kostenbremse zu drücken. Übrigens: Drei von zehn Befragten (31,0 Prozent) gaben bei der repräsentativen Befragung Anfang Juli an, 2020 gar kein Geld für Urlaub auszugeben. Und jeder vierte Deutsche (26,4 Prozent) plant 2020 erst gar keinen Urlaub.

Post-Pandemie-Trend: Heimaturlaub boomt

Urlaub im eigenen Land ist der Sommertrend 2020. Vor Corona verbrachten drei von zehn Deutschen (29,8 Prozent) ihre Ferien im eigenen Land, nun planen sechs von zehn Befragten (61,0 Prozent) Urlaub in der Heimat. Und wo genau? Jeder vierte will in den Ferien nach Bayern (23,6 Prozent), knapp jeder fünfte nach Mecklenburg-Vorpommern (18,8 Prozent) und jeder zehnte nach Baden-Württemberg (10,6 Prozent). Dazu passt, dass die Hälfte aller Befragten (49,4 Prozent) einen kurzen Urlaub mit kurzer Anreise (vor Covid-19: 29,8 Prozent) bevorzugt. Nur noch jeder siebte (14,8 Prozent) plant eine längere Reise und nimmt auch eine längere Anreise in Kauf (vor Corona: 34,8 Prozent).

Wohin geht die Reise? In die Nähe, nicht in die Ferne

Wie sieht es beim Thema Urlaub im Ausland aus? Hier scheinen Vorsicht, Finanzen und Vernunft zu regieren. Verbrachte vor der Pandemie noch jeder zweite (48,0 Prozent) seinen Urlaub in einem EU-Staat, ist es jetzt nur noch jeder dritte (33,0 Prozent). Eindeutiges Ergebnis der Studie: Die Deutschen verzichten nach dem Ausbruch von Covid- 19 auf Fernreisen. Flog 2019 noch jeder fünfte (22,2 Prozent) in ein Urlaubsland außerhalb der EU, so ist es 2020 nur noch einer von 16 (6,0 Prozent). Übrigens: Corona-Verlierer Nummer eins bei den deutschen Urlaubern sind die USA. In der Studie "Reisen 2020" von Allianz Partners (die vor der Corona-Krise veröffentlicht wurde) waren die Vereinigten Staaten noch das beliebteste Reiseziel der Deutschen. Nun sind die USA nur noch für 4,2 Prozent der Befragten ein aktuell attraktives Reiseziel - und von Platz 1 auf Platz 10 abgestürzt.

Urlaub in Zeiten von Corona: Flugzeug ist out, Auto ist in

Corona verändert unser Urlaubsverhalten grundlegend. Eindeutiger Trend: Die Deutschen fliegen nicht mehr, sondern fahren mit dem Auto in den Urlaub - auch jetzt, wo der Flugbetrieb wieder Fahrt aufnimmt. Lagen PKW und Flugzeug vor der Pandemie noch gleichauf (35,6 Prozent vs. 32,0 Prozent), sieht es nun komplett anders aus: Jeder zweite Deutsche fährt nun mit dem Auto in Urlaub (53,6 Prozent), aber nur noch jeder zehnte (10,8 Prozent) fliegt.

Sicherheit hat Vorfahrt - vor allem im ersten Urlaub nach Corona

Waren früher Themen wie Kulinarik, Genuss und Kultur wichtig, treten nun andere Bedürfnisse in den Vordergrund. In erster Linie Sicherheit. Vor Corona war jedem fünften der Befragten (21,8 Prozent) Sicherheit im Urlaub wichtig, nun jedem dritten (33,8 Prozent). Ähnlich verhält es sich beim Thema medizinische Versorgung: Das Bedürfnis nach guter medizinischer Versorgung stieg durch die Pandemie von 17,8 auf 31,0 Prozent. Jeder vierte (23,4 Prozent) will im Urlaub die Möglichkeit haben, andere Touristen und große Gruppen zu meiden. Vor Covid-19 war es nur jeder achte (12,8 Prozent). Auch interessant: Fast jeder vierte Deutsche (22,8 Prozent) hat vor dem Ausbruch von Covid-19 keine Reiserücktritts- und Auslandskrankenversicherung abgeschlossen, möchte dies aber bei zukünftigen Reisen machen.


 

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